Spritzen: Woher kommt die Angst?

Spritzen: Woher kommt die Angst?

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Etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland vermeiden eine Zahnbehandlung so lange, bis die Schmerzen die Betroffenen in den zahnärztlichen Notdienst führen.



(firmenpresse) - Die Zahnbehandlungsangst kann viele Ursachen haben. Einer davon ist die Angst vor der Betäubungsspritze. Menschen mit einer Zahnbehandlungsphobie haben nicht nur eine leichte Furcht vor der Spritze, sondern extreme, krankhafte Angst. Die Spritzenangst heißt in der Fachsprache Trypanophobie und zählt zu den spezifischen Phobien.



„Nicht immer ist es einfach, die Angst bei den Betroffenen richtig einzuschätzen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Peter Jöhren vom Therapiezentrum für Zahnbehandlungsangst an der BAG in Kooperation mit der Zahnklinik Bochum. „Viele Patientinnen und Patienten erwähnen das Ausmaß der Angst von sich aus nicht, wenn sie nicht gezielt danach gefragt werden.“ Gibt es Anhaltspunkte für eine Angsterkrankung, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt einen speziellen Angstfragebogen einsetzen. Weist dieser eine starke Angst aus und vermeiden die Patientinnen und Patienten den Besuch in der Zahnarztpraxis seit mehr als zwei Jahren, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Verdachtsdiagnose einer behandlungsbedürftigen Zahnbehandlungsangst stellen.



Angstpatienten vermeiden Besuch beim Zahnarzt

Ein etwas mulmiges Gefühl beim Anblick von Spritzen kennt jeder. Wer unter einer Spritzenphobie leidet, kann bereits beim Gedanken an die Betäubungsspritze für die Zahnbehandlung extreme Angst verspüren, die sogar zu einer Panikattacke werden kann. Der Körper reagiert häufig mit feuchten, zittrigen Händen oder Herzrasen. Die Angst vor der Betäubung mit der Spritze beim Zahnarzt ist so groß, dass die Betroffenen den Besuch in der Zahnarztpraxis über Jahre vermeiden - selbst wenn sie Zahnschmerzen haben. Jedoch: Angststörungen verstärken sich über das Vermeidungsverhalten. Das bedeutet, dass sich Angstpatientinnen und Angstpatienten bei jedem Vermeiden darin bestätigt sehen, dass der Besuch in der Zahnarztpraxis bedrohlich ist - ein Teufelskreis.



Spritzenphobie: Wie entsteht die Angst?



Die Spritzenphobie, also die Angst vor Spritzen oder in der Fachsprache auch Trypanophobie genannt, gehört zu der Gruppe der Blut- und Verletzungsphobien. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass diese spezifischen Phobien aus den Urängsten des Menschen herrühren. Im primitiven Angstsystem unseres Gehirns sind diese tief sitzenden Ängste genetisch verankert. So überlebten in der Evolution die Gesunden und Starken. Wer sich verletzte, bangte um sein Leben. Bei Menschen mit einer Spritzenphobie scheint das primitive Angstsystem erblich bedingt besonders empfindlich eingestellt zu sein. Abschließend geklärt ist diese Theorie jedoch noch nicht. Auch das Verhalten von Eltern in der Zahnarztpraxis in Begleitung ihrer Kinder sowie Schmerzen in Zusammenhang mit einer Zahnbehandlung im Kindes- oder Erwachsenenalter können den Grundstein für eine Phobie legen. Dennoch reagiert nicht jeder mit dem Entstehen einer krankhaften Zahnbehandlungsangst. Einige sind anfälliger als andere. Individuelle Eigenschaften spielen hierbei eine Rolle.



Vermeidungsstrategie führt zu schlechten Zähnen

Das Vermeiden von Zahnarztbesuchen führt häufig dazu, dass sich die Gesundheit von Zähnen, Zahnhalteapparat und Mundschleimhäuten über die Jahre stark verschlechtert. Unbehandelte Schäden an den Zähnen mit Schmerzen und entzündetem Zahnfleisch können die Lebensqualität stark einschränken. Viele Menschen schämen sich beim Blick in den Spiegel für ihre ungepflegten Zähne oder ihren schlechten Atem. Sie finden, dass ihre von Karies befallenen oder abgebrochenen Zähne schlimm aussehen. Die Betroffenen vermeiden, die Zähne beim Lachen und Sprechen zu zeigen. Manche Menschen ziehen sich sogar sozial zurück. Auch der Gang in die Zahnarztpraxis fällt aus Angst vor der Behandlung und zusätzlich der Scham, sich in den Mund blicken zu lassen, noch einmal schwerer.



Aufwändigere Behandlungen werden notwendig

Aufgeschobene Zahnarzttermine und verschleppte Behandlungen verschlimmern die Situation. Häufig sind nun aufwändigere zahnärztliche Behandlungen nötig. Manche Zähne sind nicht mehr zu erhalten. Ist eine Entzündung im Spiel, ist die Betäubung schwieriger. Die Patientin oder der Patient sieht sich in der Angst vor dem Besuch in der Zahnarztpraxis bestätigt. Bei anhaltenden Entzündungen, so wie bei einer unbehandelten Parodontitis, können Bakterien aus dem Mundraum über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen. Das kann das Risiko für verschiedene andere Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen oder die Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus verschlechtern. „Die gute Nachricht ist jedoch, dass es in vielen Fällen in der Vorstellung der Patientinnen und Patienten viel schlimmer scheint, als es dann der tatsächliche Befund im Mund ist“, sagt Prof. Jöhren. Auch bei Menschen mit einer Zahnbehandlungsphobie ist die Mundgesundheit mit kleineren Maßnahmen wieder herzustellen - selbst nach langer Vermeidung. Löcher und andere Defekte fühlen sich mit der Zunge größer an, als sie in Wirklichkeit sind. Also nur Mut und nicht länger vermeiden! Am besten offen mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt über die Ängste und die Dauer der Vermeidung eines Besuchs in der Zahnarztpraxis sprechen.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

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