Bildungslücken ukrainischer Kinder in Frontgebieten immer größer / Zum 3. Jahrestag des Krieges warnen die SOS-Kinderdörfer vor einer Bildungskatastrophe
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(ots) - Kinder und Jugendliche in der Ukraine werden immer mehr von der Bildung abgehängt - mit massiven Konsequenzen für ihre eigene Zukunft und die ihres Landes. "Insbesondere in den umkämpften Gebieten werden die Bildungslücken immer größer", sagt Serhii Lukashov, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine. "Zählt man die Corona-Zeit dazu, haben es unsere Schüler nun schon im 5. Jahr mit massiven Einschränkungen zu tun", sagt Lukashov.
Anlässlich des 3. Jahrestag des vollumfänglichen Krieges in der Ukraine zeichnet die Hilfsorganisation ein düsteres Bild: Bis Dezember 2024 sind nach UN-Angaben 1275 Bildungseinrichtungen beschädigt und 339 Bildungseinrichtungen komplett zerstört worden, darunter Schulen, Kindergärten und Universitäten. Immer wieder unterbricht Bombenalarm den Schulalltag und auch der Mangel an Lehrkräften beeinträchtigt die Bildung der 4 Millionen Kinder und Jugendlichen. Schätzungsweise 600.000 Kinder können ausschließlich online lernen - unter denkbar schlechten Voraussetzungen. "Was für ein Unterricht soll das sein, wenn die Kinder nicht einmal ein Smartphone oder einen Computer besitzen?", fragt Lukashov. Insbesondere nahe der Front seien viele Kinder völlig abgeschnitten, auch im Rest des Landes machten Stromausfälle den Online-Unterricht immer wieder zunichte.
Die SOS-Kinderdörfer haben in den besonders betroffenen Regionen Tablets an die Schüler verteilt. Mobile Teams fahren Städte und Dörfer an, um Unterricht zu geben und in der Region Charkiv bietet die Hilfsorganisation Unterricht im Keller einer zerstörten Schule an.
Der fehlende Präsenz-Unterricht habe nicht nur Auswirkungen auf den Bildungserfolg der Kinder. "Das gemeinsame Lernen, Spielen, Austauschen ist für ihr Wohlergehen unerlässlich und hilft ihnen, Stress abzubauen", sagt Lukashov. In der angespannten Kriegssituation dringend nötig: Zahlreiche Kinder und Jugendliche zeigen psychische Auffälligkeiten, haben mit Zukunftsängsten und Lernblockaden zu tun. Lukashov fordert, dass Investitionen in die Bildung absolute Priorität haben müssen. Er sagt: "Auch, wenn der Krieg vorbei ist, werden die Kinder weiter Unterstützung brauchen!"
Jahrestag Ukraine-Krieg am 24.Februar
Drei Jahre Krieg in der Ukraine, das sind drei Jahre Angst, Verlust und Bedrohung für Kinder und Familien. Ein kontinuierlicher Ausnahmezustand. Zum Jahrestag des vollumfänglichen Krieges in der Ukraine am 24. Februar ziehen die SOS-Kinderdörfer in einer Serie von Pressemeldungen Bilanz und informieren über kriegsverletzte Kinder, den Verlust von Bildung, den Verlust von Familie.
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Anne Beck
Pressesprecherin SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0151 - 258 332 08
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Datum: 16.02.2025 - 10:00 Uhr
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