Nachhaltig und biobasiert: Proteinklebstoff für Wellpappe und Holzprodukte
Viele Industriezweige stehen vor der Herausforderung, alternative Materialien
einzusetzen und angepasste Produktionsprozesse zu entwickeln – so beispielsweise
auch die Möbelindustrie oder die Verpackungsbranche. Das Forschungsprojekt
„ProWellHo“ des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV)
widmet sich genau diesem Thema. Das Ziel: Pflanzliche Proteinklebstoffe zu
entwickeln, die künftig sowohl den hohen Performance-Ansprüchen der Industrie
gerecht werden als auch möglichst energieeffiziente Produktionsprozesse
ermöglichen.
Foto: chien than auf Pixabay(firmenpresse) - Wellpappe ist ein vielseitiges Material, das in Verpackungen und zahlreichen anderen
Anwendungen Verwendung findet. Bisher werden zur Herstellung hauptsächlich
Stärkeklebstoffe auf Basis von Mais, Kartoffeln, Weizen und teilweise Erbsen eingesetzt. Sie
sind in Kombination mit dem biobasierten Material Pappe nachhaltig und stören das
Recycling nicht. Dem gegenüber kann je nach Verfahren ein relativ hoher Energiebedarf
für die Trocknung der Wellpappe nach der Verklebung stehen.
Und genau hier setzt das Forschungsprojekt „ProWellHo“ des Fraunhofer IVV in
Zusammenarbeit mit anderen Forschungsinstituten sowie Industriepartnern an. Der
Ansatz: pflanzliche Proteinklebstoffe. Durch die Erhöhung des Festkörperanteils der
Klebstoffformulierung auf mindestens 50 Prozent und die Möglichkeit zur Verarbeitung bei
niedrigeren Prozesstemperaturen im Vergleich zu Stärkeklebstoffen, könnte der
Energiebedarf erheblich reduziert werden. Bestätigen sich die Annahmen, wären
Proteinklebstoffe eine energiesparende Alternative.
Holz und Möbel: Nachhaltige Verbindung mit Proteinen
Viele große Möbelhäuser setzen auf alternative Rohstoffe. Biobasierte Klebstoffe sind
entsprechend gefragt. Denn Möbel, Fenster, Türen, Treppen und Deckenkonstruktionen
müssen solide und dauerhaft geklebt werden. Auch hier könnte die Verwendung von
pflanzlichen Proteinen als Bindemittel zukünftig eine Alternative zu petrochemischen
Klebstoffen darstellen. In Kombination mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz könnten
Möbel der Zukunft nahezu ganzheitlich biobasiert sein. Der Fokus des Forschungsprojekts
liegt in diesem Kontext darauf, biobasierte, wässrige Dispersionsklebstoffe und
Schmelzklebstoffe zu entwickeln, die im Hinblick auf ihre Performance-Ansprüche den
synthetischen in nichts nachstehen.
Im ersten Schritt sollen im Rahmen des Projekts, durch die gezielte Proteinextraktion und -
modifikation sowie gegebenenfalls der Kombination mit Stärkeanteilen, Proteinklebstoffe
mit guter Klebkraft und gleichzeitig hoher Wasserfestigkeit entwickelt werden.
Das Forschungsprojekt „ProWellHo“ läuft noch bis zum Jahr 2026 und wird durch das
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und die Fachagentur für
nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert. Die Forschungsergebnisse des Projekts
könnten einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Holz-, Möbel-, Papier- und
Verpackungsindustrie leisten. Vielleicht heißt es schon bald: pflanzenbasierte
Proteinklebstoffe – die vielversprechende Lösung für eine nachhaltige Zukunft.
Quelle:
https://www.ivv.fraunhofer.de/de/recycling-umwelt/biobasiertebindemittel/projekt-prowellho.html
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Der Industrieverband Klebstoffe (IVK) vertritt die wirtschaftspolitischen und technischen
Interessen der deutschen Klebstoffindustrie gegenüber der Öffentlichkeit, Behörden,
Verbrauchern und wissenschaftlichen Institutionen. Dem IVK gehören mehr als 155
Klebstoff-, Klebeband-, Dichtstoff- und Klebrohstoffhersteller sowie wissenschaftliche
Institute und Systempartner an. Insgesamt beschäftigt die deutsche Klebstoffindustrie rund
17.800 Mitarbeiter*innen.
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Datum: 24.03.2025 - 13:24 Uhr
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