Umfrage: Europas Bürger wollen, dass die EU sie schützt und geschlossen handelt
ID: 2160926

(ots) - Umfrage: Europas Bürger wollen, dass die EU sie schützt und geschlossen handelt (https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20250317IPR27385/umfrage-europas-burger-wollen-dass-die-eu-sie-schutzt-und-geschlossen-handelt)
- 74 % der Bürgerinnen und Bürger sagen, dass ihr Land von der EU-Mitgliedschaft profitiert.
- 62 % wollen eine wichtigere Rolle für das Europäische Parlament
- 66 % wollen, dass die EU mehr für den Schutz vor globalen Krisen und für die Sicherheit tut
- Als Prioritäten gelten Verteidigung und Sicherheit (36 %) sowie Wettbewerbsfähigkeit (32 %)
- Neun von zehn EU-Bürgern (89 %) sind der Meinung, dass die EU-Mitgliedstaaten geschlossener handeln sollten, um den aktuellen globalen Herausforderungen zu begegnen
Die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft im Zusammenhang mit Frieden und Sicherheit ist historisch hoch. Das zeigt die heute veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage des Europäischen Parlaments.
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, sagte: "Zwei Drittel der Europäer wollen, dass die EU eine größere Rolle bei ihrem Schutz spielt. Dies ist eine klare Aufforderung zum Handeln, der wir nachkommen werden. Europa muss stärker werden, damit sich unsere Bürger sicherer fühlen. Das Europäische Parlament wird dafür sorgen, dass jeder Vorschlag mutig und ambitioniert genug ist, um dem ernsten Ausmaß der Bedrohung, der Europa ausgesetzt ist, gerecht zu werden. Europa muss heute handeln, sonst riskiert es, morgen übergangen zu werden."
66 % der EU-Bürgerinnen und -Bürger wollen, dass die EU eine wichtigere Rolle beim Schutz vor globalen Krisen und Gefahren für die Sicherheit übernimmt. Diese Ansicht ist besonders bei den jüngeren Befragten stark ausgeprägt.
Auf nationaler Ebene reichen die Ergebnisse für eine stärkere Rolle der EU von 87 % in Schweden bis 47 % in Rumänien und 44 % in Polen. In Deutschland stimmen dem 73 % der Befragten zu, in Österreich 56 %.
Fast drei Viertel der EU-Bürgerinnen und -Bürger (74 %) sind der Meinung, dass ihr Land von der Mitgliedschaft in der EU profitiert hat (DE: 76 %, AT: 65 %). Dies ist das höchste Ergebnis, das jemals in einer Eurobarometer-Umfrage für diese Frage verzeichnet wurde, seit sie 1983 zum ersten Mal gestellt wurde.
Die Befragten nennen den Beitrag der EU zur Friedenssicherung und zur Stärkung der Sicherheit (35 %) als Hauptgrund, warum sie die Mitgliedschaft als vorteilhaft ansehen.
Darüber hinaus sind sich die EU-Bürgerinnen und -Bürger weitgehend einig, dass die EU-Mitgliedstaaten geschlossener auftreten sollten, um den aktuellen globalen Herausforderungen zu begegnen (EU: 89 %, DE: 91 %, AT: 88 %). Rund zwei Drittel der Befragten wollen mehr Mittel für die Europäische Union, um die Herausforderungen zu bewältigen (EU: 76 %, DE: 70 %, AT: 66 %).
Die EU soll Sicherheit und Verteidigung stärken und Wettbewerbsfähigkeit verbessert
In einem sich rasch verändernden geopolitischen Umfeld werden Verteidigung und Sicherheit (36 %) sowie Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Industrie (32 %) als die Bereiche genannt, auf die sich die EU am meisten konzentrieren sollte, um ihre Position in der Welt zu stärken.
Unter den Befragten in Deutschland sind diese beiden Themen ebenfalls ganz vorne (Verteidigung und Sicherheit: 43 %, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Industrie: 33 %). In Österreich dominieren die Themen Ernährungssicherheit und Landwirtschaft (30 %) sowie Energieunabhängigkeit (29 %) und Verteidigung und Sicherheit (29 %).
Während die Ergebnisse für Verteidigung und Sicherheit im Vergleich zu Februar/März 2024 stabil geblieben sind, wird die Bedeutung von Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Industrie nun mit plus fünf Prozentpunkten höher eingeschätzt.
Auf diese beiden Bereiche folgen EU-weit Energieunabhängigkeit (27 %), Ernährungssicherheit und Landwirtschaft (25 %) sowie Bildung und Forschung (23 %).
Wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen stehen auch bei den Themen, mit denen sich das Europäische Parlament nach Ansicht der Bürgerinnen und Bürger vorrangig befassen sollte, an erster Stelle.
Vier von zehn Europäerinnen und Europäern nennen Inflation, steigende Preise und Lebenshaltungskosten (43 %), gefolgt von der Verteidigung und Sicherheit der EU (31 %), der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (31 %) sowie der Unterstützung der Wirtschaft und der Schaffung neuer Arbeitsplätze (29 %).
In Deutschland liegt bei dieser Frage Verteidigung und Sicherheit an erster Stelle (42 %), gefolgt von Migration und Asyl (40 %) und Inflation, steigende Preise und Lebenshaltungskosten (37 %).
In Österreich liegt die Inflation mit 46 % an erster Stelle, gefolgt von Armut und sozialer Ausgrenzung (33 %) sowie Migration und Asyl (31 %). Verteidigung und Sicherheit hat für 27 % Priorität.
Inflation, steigende Preise und Lebenshaltungskosten sind in allen Altersgruppen ein wichtiges Thema, wobei die höchsten Werte in Portugal (57 %), Frankreich (56 %), der Slowakei (56 %), Kroatien (54 %) und Estland (54 %) verzeichnet wurden.
Fast die Hälfte der Deutschen erwartet sinkenden Lebensstandard
Wie die Nachwahlbefragung 2024 (https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3292) gezeigt hat, spielten Inflation und Lebenshaltungskosten bereits bei der letzten Europawahl eine wichtige Rolle. Die wirtschaftliche Lage bleibt für viele Europäerinnen und Europäer weiterhin die Hauptsorge.
Ein Drittel (33 %) erwartet, dass ihr Lebensstandard in den nächsten fünf Jahren sinken wird, das sind sieben Prozentpunkte mehr als im Zeitraum Juni-Juli 2024.
In Deutschland erwartet fast die Hälfte der Befragten (47 %, +15 Prozentpunkte als im Juni-Juli 2024), dass ihr Lebensstandard in den nächsten fünf Jahren sinken wird. In Österreich sind es 40 %.
Frieden und Demokratie bleiben zentrale Werte der EU
Bei den Werten, für die sich das Europäische Parlament einsetzen soll, stehen Frieden (45 %), Demokratie (32 %) und der Schutz der Menschenrechte in der EU und weltweit (22 %) an erster Stelle.
Die Ergebnisse für diese Frage sind stabil geblieben und unterstreichen die unerschütterliche Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger für die Grundwerte und -prinzipien der EU.
Zwei Drittel befürworten stärkere Rolle des Europäischen Parlaments
Wie historische Trendlinien zeigen, erwarten die Menschen in Krisenzeiten von der EU entschlossene Maßnahmen und Lösungen. Wenn die EU so wahrgenommen wird, dass sie zusammenkommt und Ergebnisse liefert, sind die Unterstützungsindikatoren hoch - was derzeit der Fall ist.
50 % der Befragten haben ein positives Bild von der EU. In den letzten zehn Jahren war diese positive Wahrnehmung nur einmal höher (52 %), nämlich im Frühjahr 2022 nach der russischen Invasion in der Ukraine. Das positive Bild des Europäischen Parlaments ist auf hohem Niveau stabil (41 %, DE: 40 %, AT: 38 %).
Wenige Monate nach Beginn der Legislaturperiode wünschen sich mehr als sechs von zehn Bürgerinnen und Bürgern (EU: 62 %, DE: 67 %, AT: 53 %), dass das Europäische Parlament eine wichtigere Rolle spielt. Das ist ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu Februar-März 2024, wenige Monate vor der Europawahl im Juni 2024.
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier (https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3492).
Hintergrund
Die Eurobarometer-Umfrage des Europäischen Parlaments aus dem Winter 2025 wurde zwischen 9. Januar und 4. Februar 2025 in allen 27 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt.
Die Umfrage wurde von Angesicht zu Angesicht durchgeführt, wobei in Dänemark, Finnland, Malta, den Niederlanden, Schweden und der Tschechischen Republik zusätzlich Videointerviews eingesetzt wurden.
Insgesamt wurden 26.354 Interviews durchgeführt, und die EU-Ergebnisse sind entsprechend der Bevölkerungszahl der einzelnen Länder gewichtet.
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Datum: 25.03.2025 - 09:10 Uhr
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