Sanitätsmaterial zentral und schnell verfügbar machen

Sanitätsmaterial zentral und schnell verfügbar machen

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(ots) - Vom Verband bis zum OP-Besteck muss im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung beim Sanitätsdienst alles schnell und lückenlos verfügbar sein. Die Kameradinnen und Kameraden zählen darauf, dass sie im Kriegsfall optimal versorgt werden können. Für das nötige Material sorgt jetzt auch die Unterabteilung XIII im Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr.

Für den Sanitätsdienst der Bundeswehr ist das meiste Sanitätsmaterial wie Verbände, Kanülen oder auch Medikamente handelsüblich und marktverfügbar. Bisher war es so, dass Sanitätsmaterial, egal ob handelsüblich oder nicht, überwiegend durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) beschafft wurde. Bei der Verlagerung der Beschaffungskompetenz von Sanitätsmaterial vom BAAINBw zum Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr (KdoGesVersBw) und dem Organisationsbereich Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUD) im letzten Jahr spielte selbstverständlich auch das Ziel, im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung kriegstüchtig zu sein, eine zentrale Rolle. Jedoch hat bereits ein Ereignis in der Vergangenheit gezeigt, dass ein Umdenken nötig ist.

Unzureichende Lagerhaltung während Corona

"Die ersten Erfahrungen hat man meines Erachtens mit dem Einschnitt 2021 mit Corona gemacht", weiß Oberstapotheker Peter Marth, vom Referat B XIII 1 beim Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr. Er nimmt die Aufgaben des Leiters der neuen Unterabteilung für Beschaffungsprozesse im EinkaufBw als zentraler Bedarfsanforderer für den Sanitätsdienst wahr. So habe man während Corona sofort feststellen können, dass nicht mehr alles marktverfügbar sei, die Industrie nicht mehr alles unmittelbar liefern könne, so Marth. "Damit wird ein Verfügbarkeitsengpass zur Einsatzeinschränkung und lässt aufhorchen", erinnert sich der Oberstapotheker. Nachdem die Bundeswehr jahrzehntelang kleiner geworden ist und zur Einsatzarmee wurde, stellte sich plötzlich wieder die Frage nach Lagerhaltung und Eigenherstellung von Sanitätsmaterial. Es fehlte nicht nur Toilettenpapier, sondern, in der Pandemie so essentielle Dinge wie Desinfektionsmittel, Gesichtsschutz und sogenannte Basisarzneimittel.



Umdenken in der Beschaffung

Damit begann ein Umdenken auf allen Ebenen und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine war der Tropfen auf den heißen Stein. Man fragte sich: Was für Produkte wären in Krieg oder Krise plötzlich nicht mehr verfügbar und muss wieder mehr eingelagert und bevorratet werden? Ist es erforderlich, marktverfügbare Produkte über ein Rüstungsamt zu beschaffen? Das muss unbürokratischer, schneller und unmittelbarer gehen. Dazu wurden Einkaufssegmente identifiziert, die handelsüblich und marktverfügbar durch das BAAINBw beschafft werden, hat diese aus dem Rüstungsamt herausgenommen und Playern zugespielt, die den Beschaffungsprozess "EinkaufBw" auch leisten können. Beim Sanitätsmaterial ist das zukünftig die Unterabteilung XIII Beschaffungsorganisation (BeschO) im Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr. Um den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden, liegt die Beschaffungszuständigkeit in Sachen Vergabe und Vertrag beim Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) als vertragsschließende und vertragshaltende Stelle.

Mehr Felder identifiziert

Nicht nur Sanitätsmaterial wurde einer Überprüfung unterzogen, sondern auch andere Segmente, wie Büromaterial, Streusalz, Feuerholz. Klassisches Einkaufsmaterial, Verbrauchsmaterial, welches über den Katalog der Bundeswehr identifiziert, gekauft und anschließend genutzt wird. Material, das keine weitere Betreuung benötigt. Dass Warenkörbe durch das BAAINBw an das BAIUDBw zwecks Beschaffung abgegeben werden, ist nicht neu. Was neu ist, ist der Umstand, dass nun ein Warenkorb oder Einkaufssegment übergeben werden sollte, welches einer fachtechnischen, also medizinischen Betreuung bedarf. Und das bei relevanten Medizingeräten über die gesamte Nutzungsdauer. Diese kontinuierliche Betreuung kann das BAIUDBw nicht leisten. Da der Sanitätsdienst der zentrale Bedarfsforderer für dieses Segment, und die Kompetenz im medizinischen Bereich der Bundeswehr ist, war schnell klar, dass das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr diese Rolle übernehmen wird. Eine enorme Entlastung für das BAAINBw und die Beschaffungshoheit bei den Menschen, die schlussendlich mit dem Material arbeiten. Eine Win-win-Situation für die gesamte Bundeswehr.

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