Gender beim Zahnarzt: Was unterscheidet Frauen und Männer?
ID: 2165574
Frauen und Männer weisen insgesamt unterschiedliche Risikofaktoren für die Entstehung und den Verlauf von Munderkrankungen auf. Die sogenannte Gender Dentistry ist noch in ihren Anfängen, wird aber zunehmend an Bedeutung gewinnen.
„Die Mundgesundheit von Frauen und Männern weist in vielen Aspekten Unterschiede auf. Diese sind sowohl auf biologische als auch auf verhaltensbedingte Faktoren zurückzuführen“, erklärt Prof. Dr. Margrit-Ann Geibel, Leiterin der Abteilung Genderspecific Dentistry der Danube Private University in Österreich sowie Oberärztin und Leiterin Dento-maxillofaciale Radiologie der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Ulm. „Ein besseres Verständnis der Unterschiede kann dazu beitragen, gezielte Ansätze bei der Prävention und der Behandlung von Erkrankungen zu entwickeln, die auf die jeweils spezifischen Bedürfnisse eingehen.“ Frauen und Männer haben nicht nur unterschiedliche Risikoprofile bei der Entstehung von Krankheiten, sie sprechen auch unterschiedlich auf Medikamente und Therapien an und verhalten sich im Krankheitsfall anders.
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Frauen gehen frühzeitiger und regelmäßiger zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt. Insgesamt nehmen sie gesundheitliche Probleme sowie Prävention ernster als Männer. Dennoch haben sie häufiger Karies. Hormonelle Unterschiede können hierfür verantwortlich sein. So haben Mädchen einen früheren Zahndurchbruch als Jungen. Schädliche Mikroorganismen haben so länger Zeit, die bleibenden Zähne anzugreifen. Zudem produzieren Frauen weniger Speichel als Männer und die Zusammensetzung des Speichels ist bei Frauen so, dass die kariesschützende Wirkung weniger stark ausgeprägt ist als bei Männern. Bei Frauen in höherem Alter ist die Menge des Speichels sogar oftmals noch stärker reduziert. Die schützende Wirkung des Speichels ist vermindert. Eine komplette Zahnlosigkeit liegt gemäß sechster Deutscher Mundgesundheitsstudie in der Gruppe der jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) bei 5 Prozent der Untersuchten vor (6,4 Prozent bei den Männern, 3,8 Prozent bei den Frauen). Dennoch zeigt sich bei Frauen ein schnellerer Abbau der Knochensubstanz. Denn sie sind häufiger von Osteoporose betroffen als Männer. Die Osteoporose wirkt sich auf das gesamte Skelett aus, also auch auf das zahntragende Gewebe (Zahnhalteapparat). Der Abbau des Ober- bzw. des Unterkieferknochens gilt als Risikofaktor für Zahnverlust. Dass Frauen regelmäßig zur Vorsorge in die Zahnarztpraxis kommen, ermöglicht es Zahnärztinnen und Zahnärzten, Hinweise auf Grunderkrankungen wie Osteoporose, Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
Männer gehen erst bei Schmerzen zum Zahnarzt
Männer gehen nicht nur seltener und meist erst bei Schmerzen zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt, sondern haben auch eine schlechtere Mundhygiene als Frauen. Mehr Zahnbelag und Plaque sind die Folgen. Während Frauen eher unter leichten und mittelschweren Formen einer Parodontitis leiden, haben Männer häufiger eine schwere Form der Parodontitis, also einer Entzündung der zahntragenden Gewebe. Die Parodontitis entwickelt sich aus einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und ist zunächst schmerzfrei. Sie bleibt von den Betroffenen daher über lange Jahre meist unentdeckt. Im Rahmen der Vorsorge kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt eine Parodontitis jedoch bereits in frühen Formen erkennen und behandeln. Eine stark mit dem Lebensstil verknüpfte Erkrankung ist der Mundhöhlenkrebs. Männer sind von Mundhöhlenkrebs doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Der Konsum von Alkohol, Tabak, E-Zigaretten und Tabakerhitzern erhöht das Risiko für Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen. Auch gelten Jungen als risikobereiter wie Mädchen. Das kann der Grund dafür sein, dass sie häufiger Zahnunfälle haben.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
gender-zahnarzt
frauen-und-maenner-beim-zahnarzt
gender-dentistry
gendermedizin
frauen-vorsorge-zahnarzt
frauen-karies
maenner-schmerzen-zahnarzt
maenner-schwere-parodontitis
maenner-mundhoehlenkrebs
maenner-zahnunfall
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Initiative proDente e.V.
Ricarda Wille
PR-Referentin
Aachener Straße 1053-1055
50858 Köln
www.prodente.de
Tel. 022117099740
Fax. 022117099742
E-Mail: ricarda.wille(at)prodente.de
www.prodente.de
www.facebook.com/proDente.e.V.
www.youtube.com/prodenteTV
www.x.com/proDente
Initiative proDente e.V.
Dirk Kropp
Kropp
50858 Köln
dirk.kropp(at)prodente.de
022117099740
http://www.prodente.de
Datum: 11.04.2025 - 11:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2165574
Anzahl Zeichen: 4550
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Ricarda Wille
Stadt:
Köln
Telefon: 022117099740
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 287 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Gender beim Zahnarzt: Was unterscheidet Frauen und Männer?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Initiative proDente e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Ein Ellenbogen im Strafraum. Ein Sturz beim Mountainbiken. Ein Zusammenprall beim Basketball. Was viele unterschätzen: Rund ein Drittel aller Verletzungen im Mund- und Gesichtsbereich passiert beim Sport. Betroffen sind nicht nur Profis. Gerade Kinder und Freizeitsportler riskieren Zahnfrakturen un
Content mit Nebenwirkungen ...
Zahngesundheit wird viral. Erfolgreiche Dentfluencer schaffen Aufmerksamkeit und vermitteln Wissen. Das bietet Chancen für gute Aufklärung, birgt aber auch Gefahren: Mythen und Fake News rund um Zahnpflege halten sich hartnäckig. Dazu gehören vermeintlich „natürliche“ Alternativen wie Ölz
Pressemeldung - Nikotinkonsum steigt wieder an. Welche Rolle spielen Netflix und Nikotintrends? ...
Immer weniger Menschen rauchen. Seit 2000 hat sich der Zigarettenkonsum laut Jahrbuch Sucht 2025 fast halbiert. Eine erfreuliche Entwicklung – doch es gibt eine Kehrseite: Im Jahr 2024 stieg der Konsum wieder um 3,5 Prozent. Der Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2026 steht deshalb unter dem Motto ‚
Weitere Mitteilungen von Initiative proDente e.V.
apotheken-umschau.de: Jetzt mit aktuellen Gesundheitsnachrichten übersetzt in Einfache Sprache für alle ...
apotheken-umschau.de bietet jetzt noch besseren Zugang zu wichtigem Gesundheitswissen: mit aktuellen Gesundheitsnews leicht verständlich erklärt sowie einem neuen WhatsApp-Kanal in Einfacher Sprache Wer sich umfassend und dennoch ganz leicht verständlich über wichtige und aktuelle Gesundheitsna
Was macht uns glücklich? Garmin und die Universitäten Harvard und Oxford rufen zur globalen Health and Happiness Study auf! ...
Nach Abschluss der Pilotphase werden nun weltweit Garmin Nutzende dazu eingeladen, an der "Health and Happiness Study" teilzunehmen, um dazu beizutragen, wichtige Erkenntnisse zu Zufriedenheit, Gesundheit und Wohlbefinden zu sammeln. Die Anmeldung und alle weiteren Details dazu finden sich
Von Messegesprächen zur Klinikrealität: Entlass-Manager im Fokus der DMEA 2025 ...
Volle Hallen, starke Panels und viele zukunftsweisende Impulse - dennoch bleibt die zentrale Frage: Welche dieser Innovationen schaffen es tatsächlich in den Klinikalltag? Auf der DMEA 2025 zeigte sich großes Interesse am Entlass-Manager (https://www.pflegehilfe.org/entlass-manager), der genau die
Osterzeit: Wie lässt sich ohne Zucker backen? / Gerade Menschen mit Diabetes halten an den süßen Feiertagen nach zuckerfreien Alternativen Ausschau. Der "Diabetes Ratgeber" klärt auf ...
An Ostern hat Zuckriges Hochkonjunktur: Wer auf Kuchen und Gebäck nicht verzichten will, kann den Zucker beim Backen reduzieren oder auf Zuckerersatz und Süßstoffe ausweichen. Aber klappt das wirklich? Die Antwortet lautet: Ja - auch wenn es den perfekten Ersatzstoff nicht gibt. "Erythrit (E




