Was Eiscreme mit KI zu tun hat
ID: 2170355

(PresseBox) - Künstliche Intelligenz in die berufliche Bildung bringen – das ist das Ziel der Kooperationsprojekte „KI B³“ und „MEKI“. Prof. Stefan Wagner vom TUM Campus Heilbronn hat dabei Lernsoftware und einen Chatbot entwickelt und möchte nun Large Language Models nutzen, um die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern.
Deutschland, der ewige Nachzügler in Sachen Künstliche Intelligenz? Stefan Wagner, Professor für Software Engineering an der TUM School of Computation, Information and Technology am Campus Heilbronn, sieht die Lage weit weniger dramatisch: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Ich kenne ganz viele tolle Start-ups und etablierte Unternehmen, die im Bereich KI Aktivitäten starten. Auch in der Forschung spielen wir ganz oben mit.“
Um künftig in der KI-Liga weiter vorne dabei zu sein, werden qualifizierte Nachwuchskräfte benötigt. Und hier gibt es tatsächlich Nachholbedarf: In den meisten Ausbildungsberufen sieht Wagner das Thema KI noch gar nicht repräsentiert. Die Lehrpläne drastisch umzukrempeln, hält er aber für keine gute Idee. Lieber setzt er darauf, KI-Themen in Weiterbildungsmaßnahmen zu vermitteln.
Auszubildende aller Berufe sind willkommen
Hier setzt das inzwischen abgeschlossene Projekt „KI B³ – Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung bringen“ an, in dem Wagner die TUM als Projektleiter repräsentierte. Im Rahmen des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp 670.000 Euro geförderten Vorhabens haben die sechs Verbundpartner – neben der TUM die Industrie- und Handelskammern (IHK) Reutlingen, Karlsruhe und Region Stuttgart sowie die Universität Stuttgart und die Ludwig-Maximilians-Universität München – eine Zusatzqualifikation (ZQ) sowie die Weiterbildungen zum Geprüften Berufsspezialisten beziehungsweise zum Bachelor Professional „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (IHK)“ konzipiert. Zielgruppen der ZQ sind Auszubildende aller Berufe, während sich die beiden Fortbildungen eher an IT-Fachleute richten.
In der ZQ werden zunächst Grundlagen von KI, maschinellem Lernen und Datenerhebung vermittelt. Weiter geht es mit dem Thema Datenanalyse: „Da gibt es etwa das schöne Lernspiel der Eisverkäuferin oder des Eisverkäufers, die anhand der Wettervorhersage kalkulieren können, wie viel Eis sie vorbereiten müssen“, sagt Wagner. Am Ende der ZQ geht es dann um eine Bewertung der Chancen und Herausforderungen von KI sowie um ethische Fragen.
Von der Programmierung zur praktischen Anwendung
Stärker technisch orientiert ist die Weiterbildung zum Geprüften Berufsspezialisten, in der die Teilnehmenden Programmieren und Datenanalyse mit Python sowie das Trainieren von KI-Modellen erlernen. In der Weiterbildung zum Bachelor Professional steht die praktische Anwendung im Fokus: Die Teilnehmenden entwickeln mithilfe von Übungsblättern und Projektbeispielen ein komplettes KI-System – von der Datenerhebung über das Training bis hin zur Übertragung von Vorhersagen in andere Systeme.
Die TUM legte zusammen mit der Uni Stuttgart die Lehrinhalte fest und erstellte die KI-bezogenen Module. Zudem haben Wagner und sein Team federführend eine Lernsoftware entwickelt, mit der die Teilnehmenden ihre Kenntnisse selbstständig vertiefen können. Im Wesentlichen besteht diese aus Plugins für die Lernplattform Moodle. Darin wurde auch die interaktive Server-Anwendung JupyterHub integriert, einer Website, auf der Text mit Programmiercode vermischt werden kann. Die Plugins wurden inzwischen als Open Source veröffentlicht. Einige sind bereits als offizielle Moodle-Plugins im Moodle Plugins directory verfügbar. Auch haben die Forschenden von der TUM an einem Chatbot mitgearbeitet, der die Schülerinnen und Schüler motiviert und ihnen jeweils passende Lerninhalte vorschlägt.
Kooperation als Modell für die Zukunft
Direkt im Anschluss an KI B³ startete das Folgeprojekt „Mehr erreichen mit KI“ (MEKI) mit den fast identischen Projektpartnern. Ziel des auf drei Jahre ausgelegten Projekts ist es, die Inhalte noch individueller aufzubereiten, um Teilnehmende aller Leistungsniveaus möglichst optimal zu fördern. Dabei sollen Large Language Models (LLMs) an verschiedenen Stellen zum Einsatz kommen. „Wir von der TUM wollen uns vor allem anschauen, wie LLMs Schülerinnen und Schülern beim Verständnis von Software und Code unterstützen kann“, erklärt Wagner. „Man kann LLMs nutzen, um sich Code erklären oder generieren zu lassen. Diese Interaktion wollen wir noch näher erforschen und den in KI B³ schon enthaltenen Gedanken weiterverfolgen: Wir nutzen KI, um Menschen individuell zu erreichen.“
Werden KI B³ und MEKI die Berufsbildung dauerhaft verändern? Wagner sieht vor allem zwei Aspekte, die dafür sprechen: „Zum einen könnten wir durch solche Projekte den klassischen Frontalunterricht an den Berufsschulen auflockern und das selbstständige Lernen stärker in der Ausbildung verankern.“ Zum anderen ist die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Handelskammern für ihn eine Art Blaupause: „Solche Kooperationsprojekte bieten die Chance, die Expertise der Hochschulen in eine Form zu bringen, die sich in der beruflichen Bildung gut anwenden lässt. Dabei sind die IHKs der ideale Partner, weil sie einen engen Kontakt zu den Unternehmen und den Schülerinnen und Schülern haben. Diese Kombi könnte ein Modell für die Zukunft sein.“
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 08.05.2025 - 09:09 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2170355
Anzahl Zeichen: 6123
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Kerstin Besemer
Stadt:
Heilbronn
Telefon: +49 (7131) 26418-501
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 228 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Was Eiscreme mit KI zu tun hat"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Die TUM Campus Heilbronn gGmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Anmeldung zur Konferenz „Strategic Leadership in a Fragmented World“ am 14. und 15. Oktober 2026 am TUM Campus Heilbronn ist ab sofort möglich. Wie können Unternehmen in einer Welt erfolgreich agieren, die zunehmend von geopolitischen Spannungen, technologischen Umbrüchen und widersprüch
Vielseitig engagiert ...
Seit Herbst 2025 belegt Zhora Hambaryan den Bachelor of Sciene-Studiengang Management and Data Science am TUM Campus Heilbronn. Der 19-jährige Armenier wurde wohl auch aufgrund seines vielfältigen ehrenamtlichen Engagements als Deutschlandstipendiat 2025/26 ausgewählt. Über diese Anerkennung und
Das Recht zu lügen ...
Ehrliches Feedback ist manchmal hart; Notlügen gehören zum Alltag. Doch ab wann ist ein Bluff moralisch verwerflich und wann kann eine Täuschung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen? Stefanie Jung, Professorin für Unternehmensrecht am TUM Campus Heilbronn, hat in ihrem Beitrag „Does It Mat
Weitere Mitteilungen von Die TUM Campus Heilbronn gGmbH
„Bundesregierung sieht ihren Fehler endlich ein“ ...
Die Handwerkskammer Freiburg begrüßt das Aus für die sogenannte Entlastungsprämie. „Die Bundesregierung tut gut daran, den Vermittlungsausschuss nicht anzurufen und diese Idee, Entlastung der Beschäftigten auf dem Rücken anderer zu erreichen, zu begraben“, macht Christof Burger, Präsident
Die besten Hochschulen Deutschlands: Munich Business School im CHE Hochschulranking mit Spitzenergebnis ...
Das Hochschulranking vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ist der umfassendste Hochschulvergleich im deutschsprachigen Raum. Es erscheint seit mehr als zwei Jahrzehnenten exklusiv im ZEIT Studienführer sowie auf der Plattform HeyStudium. Im aktuellen Ranking wurden BWL-Bachelorprogramme anha
Finanzierungssprechtag bei der IHK ...
Die IHK Heilbronn-Franken und die Handwerkskammer Heilbronn-Franken veranstalten gemeinsam mit der L-Bank und der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg/Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg (MBG) am Dienstag, 26. Mai, einen Finanzierungssprechtag. Dieser richtet sich an Existen
„Anliegen des Mittelstands wurden ernst genommen“ ...
Der heute gewählte Ministerpräsident Cem Özdemir und seine Regierungskoalition setzen aus Sicht der Handwerkskammer Freiburg wirtschaftspolitisch viele richtige Schwerpunkte. „Der Koalitionsvertrag lässt an vielen Stellen hoffen, dass die Anliegen des Handwerks und des Mittelstands ernst genom
Mitgliedsunternehmen der BG ETEM zahlen weniger ...
Der Vorstand der BG ETEM hat in seiner Sitzung am 13. Mai den Beitragsfuß von 2,80 auf 2,77 gesenkt. Damit sinkt der durchschnittliche Beitrag der Betriebe von 77 auf 76 Cent je 100 Euro von dem Betrieb an die Beschäftigten gezahlter Lohnsumme. „Wir können den Beitrag zum fünften Mal in Folge
Warum innere Arbeit heute wichtiger ist denn je ...
Warum ist innere Arbeit heute wichtiger denn je? Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie entscheidend mentale Stärke und emotionale Stabilität geworden sind. Wer innerlich gefestigt ist, begegnet Krisen anders, trifft klarere Entscheidungen und entwickelt neue Perspektiven. Viele Mensc
Upselling ohne Mehraufwand: Florian Gerstner von LearningSuite.io erklärt, wie digitale Lernplattformen zusätzliche Umsätze ermöglichen ...
Eigentlich sollen sie mehr Umsatz bringen, in der Praxis sorgen Bestandskunden aber oftmals nur für übermäßigen Aufwand. Kein Wunder, denn wo sich Agenturen, Coaches und Dienstleister um gewinnbringendes Upselling bemühen, fehlt es schlicht an Struktur und Basis. Wie also lassen sich die Prozes
Neues Ayvens Angebot: Gehaltsumwandlung mit Rundum-Service ...
Ayvens, eine der führenden Marken für herstellerunabhängige und nachhaltige Mobilitätsdienstleistungen in Deutschland, erweitert sein Portfolio um ein neues Angebot. "Benefit Car - powered by eclara" vereint Leasing von Elektroautos über Gehaltsumwandlung mit Rundum-Service für Unter
Karriere-Update mit Herz: WILMA Shoppen lädt zum Jobmarkt "Jobs mit Sinn" ein ...
Sinn stiften statt Zeit absitzen: Am 21. Mai 2026 verwandelt sich das Einkaufszentrum WILMA Shoppen in eine Anlaufstelle für alle, die eine berufliche Aufgabe mit gesellschaftlichem Mehrwert suchen. In Kooperation mit dem JOB POINT Berlin präsentieren verschiedene Unternehmen aus dem sozialen und
Papierlos arbeiten, digital punkten: Die neueÄra der Büroberufe ...
Der deutsche Arbeitsmarkt für Büro- und Verwaltungskräfte zeigt sich robust: Unternehmen suchen kontinuierlich nach qualifizierten Fachkräften – von Office Managern über Büroassistenzen bis hin zu Kaufleuten für Büromanagement. Diese stabile Nachfrage eröffnet Menschen in beruflichen Übe




