Notfallversorgung, Bevölkerungsschutz, Forschung: vfdb-Wünsche an die neue Bundesregierung
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(ots) - Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) als das deutsche Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit erwartet von der neuen Bundesregierung deutliche Impulse für den Bevölkerungsschutz. "Die vergangenen Monate und Jahre haben gezeigt, dass es angesichts zunehmender Herausforderungen weiterhin erhebliche Defizite in der Gefahrenabwehr und -vorsorge gibt", sagt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. Ein Beispiel sei die dringend notwendige Reform der Notfallversorgung. Aber auch bei den Themen Forschung und Bevölkerungsschutz gebe es erheblichen Nachholbedarf.
In der Notfallversorgung gab es nach den Worten des vfdb-Präsidenten zwar schon einen breiten bundespolitischen Konsens für Reformen. Doch der Dissens zwischen Kostenträgern und Trägern des Rettungsdienstes mache deutlich, dass immenser Klarstellungs- bzw. Reformbedarf bestehe. "Angesichts der wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen ist es unerlässlich, die Finanzierung des Rettungsdienstes nachhaltig zu sichern. Die steigenden Anforderungen an Personal und Ausrüstung erfordern eine stabile finanzielle Grundlage, um die hohe Qualität der Dienstleistungen aufrechtzuerhalten", betont Aschenbrenner. "Ohne eine gesicherte Finanzierung drohen Engpässe, die die Effizienz und Reaktionsfähigkeit des Rettungsdienstes beeinträchtigen könnten."
Die neue Bundesregierung habe in ihrem Koalitionsvertrag aufgenommen, die Reform der Notfallversorgung weiter voranzutreiben. "Dies ist richtig und wichtig, um das System der Notfallversorgung den sich wandelnden Anforderungen anzupassen", so Aschenbrenner. Im Vordergrund müsse die Qualität der Notfallversorgung der Patientinnen und Patienten stehen. Dabei müsse die Gestaltungshoheit der Länder gewahrt bleiben.
Forschung für mehr Sicherheit
Die vfdb wünscht sich zudem von der neuen Bundesregierung einen verstärkten Fokus auf die zivile Sicherheitsforschung. Forschung für die zivile Sicherheit sei eine zentrale Stellschraube, um den Staat und die Gesellschaft für die Herausforderungen von morgen zu wappnen. Hierfür sei es von zentraler Bedeutung, die zivile Sicherheitsforschung ausreichend zu finanzieren. "Eine praxisnahe und innovative Forschung hilft, die Sicherheit in Deutschland zu erhöhen", hebt der Präsident der vfdb hervor.
Nachhaltig verbessert werden müsse der Transfer aus der Forschung in die Praxis, fordert Dirk Aschenbrenner, der hauptamtlich selbst Leiter einer Feuerwehr (Dortmund) ist. "Wir brauchen Förderformate und praxisnahe Lösungen, um Forschungsergebnisse am Ende auch auf die Straße zu bekommen. Das passiert bisher noch zu wenig", kritisiert er. Hierfür bedürfe es einer Abstimmung zwischen dem Bundesforschungsministerium und den Bundesländern, in denen in der Regel die Forschungsergebnisse in die Praxis kommen müssten. Ein Impuls der neuen Bundesregierung sei aus Sicht der vfdb daher von großer Bedeutung.
Funktionsfähiger Bevölkerungsschutz von zentraler Bedeutung
Die Bevölkerung ist nach Auffassung des vfdb-Präsidenten nicht hinreichend über die technischen und militärischen Risiken informiert und für den Aufbau der eigenen Resilienz sensibilisiert. "Die Risikokommunikation der Bundesregierung gegenüber der Bevölkerung muss intensiver und ehrlicher werden", so Aschenbrenner. So müsse die Bevölkerung darauf eingestellt sein, auch außergewöhnliche und unangenehme Situationen möglichst lange aus eigener Kraft und mit eigenen Ressourcen zu durchstehen, ohne auf organisierte staatliche Hilfe angewiesen zu sein.
Das Krisenmanagement sei in Deutschland noch viel zu selten Chefsache. In der operativen Gefahrenabwehr dürfen nach den Worten von Aschenbrenner nur erfahrene und ausgebildete Führungskräfte Verantwortung übernehmen. Das gelte aber in vielen Fällen nicht für die zivile Komponente der Gefahrenabwehr in Krisenstäben. "So erlaubt sich Deutschland ein Krisenmanagement durch Laien", bedauert er.
"Zivilschutz liegt zwar in der Verantwortung des Bundes - die operativen Einheiten, Einrichtungen und Einsatzkräfte werden aber fast ausnahmslos durch die kommunale Ebene gestellt. Sie trägt auch heute schon den Katastrophenschutz der Länder", sagt vfdb-Präsident Aschenbrenner. Die vfdb als Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit biete ihre Mithilfe bei der Konzeptionierung und Ausgestaltung eines wirkungsvollen Bevölkerungsschutzes an.
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Datum: 12.05.2025 - 10:44 Uhr
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