GUTcert EEG-Exzellenznetzwerk 2025

GUTcert EEG-Exzellenznetzwerk 2025

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Politik, Recht&Förderung, neue Herausforderungen der RED III, digitale Lösungen für THG-Berechnungen und mehr: Das EEG-Exzellenznetzwerk der GUTcert bot wichtigen Input zur Zukunft der Biogasbranche.



(PresseBox) - Am 3. April 2025 versammelten sich Vertreter der deutschen Biogasbranche, um die neuesten Entwicklungen zu diskutieren und sich auszutauschen.

Politischer Rahmen: Rückenwind mit Einschränkungen

Das Forum wurde vom Fachverband Biogas e.V. mit Blick auf das neue Biomassepaket und die politische Gesamtlage eröffnet. Das gesteigerte Ausschreibungsvolumen für 2025/26 und die verbesserten Flexibilisierungsoptionen sind nach Jörg Schäfer, Leiter der politischen Kommunikation, als klare Signale für die Unterstützung der Biogasverstromung zu werten. Kritisch merkte Schäfer an, dass problematische Punkte wie der Maisdeckel weiterhin bestehen und wichtige Themen – etwa Güllekleinanlagen – nicht berücksichtigt wurden.

Nachweisführung & Renewable-Energy-Directive III (RED III): Die nächste Herausforderung

Einen umfassenden Überblick zu Biomethanthemen gab Christin Schmidt von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Sie stellte einen Rück- und Ausblick zur Nachweisführung vor – mit Fokus auf Anpassungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der RED III und den Auswirkungen der Landwärmeinsolvenz. Als besonders herausfordernd stuft sie die ab 2031 geltende RED-III-Vorgabe von 80 % Treibhausgaseinsparung ein, insbesondere für Bestandsanlagen. Die rechtlich erforderliche Kopplung von Gas und Nachweis in der Handelsabwicklung und Probleme durch parallele Nachweisführung (EEG vs. BEHG) erschweren die Praxis zusätzlich. Der schleppende Netzausbau und hohe Biomethanpreise sind weitere Bremsklötze auf dem Weg zu mehr Klimaschutz.

Recht & Förderung: Detailfragen mit großer Wirkung

Elena Richter von der Clearingstelle EEG|KWKG erläuterte aktuelle Verfahren, die sich besonders häufig mit der Rolle von Batteriespeichern an Biogasanlagen beschäftigen. Erste Einschätzungen verneinen deren Eignung zur Flexibilisierung im EEG-Kontext. Auch wurde klargestellt, dass beim zwischenzeitlichen Einsatz fossilen Erdgases die EEG-Förderung erlischt – ein späterer Einstieg ist zwar möglich, bestimmte Boni (z. B. NaWaRo) bleiben aber dauerhaft verloren. Ein Wechsel zwischen EEG- und KWKG-Förderung ist laut Gesetz ausgeschlossen.



Initiative Grüngasquote: Investitionen sichern, Markt stärken

Norman Wendt von der Initiative Grüngasquote (GGQ) stellte das Konzept einer verbindlichen nationalen Quote vor und meint, sie könne sektorenübergreifend für Sicherheit sorgen – vom Biomethan in der Landwirtschaft bis zum grünen Wasserstoff in der Industrie. Die Quote soll marktgetriebene Investitionen auslösen und als Brücke zwischen unterschiedlichen Fördermechanismen fungieren. Entscheidend sei hier eine klare politische Zielsetzung entlang des Klimaschutzgesetzes.

Energieeffizienz als Pflicht und Chance in der Landwirtschaft

Dipl.-Agr.-Ing. Kerstin Kranich von BCC-Energie GmbH zeigte auf, wie Nachhaltigkeit, steigende CO?-Preise, unsichere Energiekosten und neue gesetzliche Vorgaben die Landwirtschaft zunehmend unter Druck setzen, aber auch Chancen eröffnen. Vorgestellt wurden relevante Normen und Förderprogramme sowie Praxisbeispiele zu PV-Anlagen und Speichersystemen mit konkreten Einspar- und Amortisationsrechnungen. Ein zentrales Thema war das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG), das erstmals auch landwirtschaftliche Betriebe zu verbindlichen Effizienzmaßnahmen verpflichtet.

Rechtsprechung und Marktverwerfungen

Prof. Dr. Martin Maslaton präsentierte aktuelle Urteile rund um EEG-Förderungen und deren Auslegung: Das Bundesverfassungsgericht bestätigt die Zulässigkeit der Überschusserlösabschöpfung und der BGH präzisiert Bonus-Regelungen, etwa beim EEG-Technologiebonus für ORC-Anlagen. Auch die Insolvenz der Landwärme GmbH war Thema: Die Frage, ob Nachhaltigkeitsnachweise noch gültig sind, ist derzeit ungeklärt.

Zertifizierung & Fachkräfte: Hürden beim Einstieg

Tania Schwarzer von der GUTcert thematisierte aktuelle Herausforderungen rund um Zertifizierungen nach RED II/III. Der Aufbau des zentralen Umweltbundesamtregisters verläuft schleppend, da unter anderem zuständige Behörden zögerlich agieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Auditierende, die sich erst nach bestandener Schulung und Prüfung bei Systemen wie ISCC oder REDcert registrieren dürfen. Die hohe Einstiegshürde bremst viele potenzielle Prüferinnen und Prüfer aus – und damit auch den Zertifizierungsprozess insgesamt.

Digitale Lösungen und Marktintegration

Im weiteren Verlauf beleuchteten Leon Wagener (ARCANUM Energy), Thorsten Rohling (agriportance) und Matthias Beutlhauser (TerraVis) verschiedene Aspekte rund um THG-Berechnungen, Handelsstrategien und smarte Massenbilanzen.

Fazit

Die Biogasbranche bewegt sich nach wie vor im Spannungsfeld zwischen regulatorischem Rahmen, wirtschaftlicher Realität und technologischem Fortschritt. Viele Herausforderungen bleiben – ebenso wie die Chancen, die Transformation aktiv mitzugestalten. Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für den wertvollen Austausch.

Die Zertifizierung von Integrierten Managementsystemen mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Arbeitssicherheit sowie Energiemanagement ist das Hauptgeschäft der GUTcert. Weitere Kernkompetenzen der GUTcert sind die Verifizierung von Treibhausgasemissionen nach anerkannten Standards sowie die Zertifizierung der Nachhaltigkeitsanforderungen für Biomasse.

Als Mitglied der AFNOR Gruppe bietet die GUTcert ihre Zertifizierungsdienstleistungen im internationalen Netzwerk an, welches weltweit 28 Niederlassungen umfasst und mit 1.500 Auditoren und 20.000 Experten Kunden in über 90 Ländern betreut.

Die GUTcert Akademie bündelt das Fachwissen von Auditoren und anderen Experten, um Teilnehmern direkt anwendbare Kompetenzen mit nachhaltigem Mehrwert zu vermitteln.

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Datum: 14.05.2025 - 09:00 Uhr
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