BfT-Frühjahrsveranstaltung
ID: 2171717

(ots) - "Stark am Standort": Branche fordert innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen für die Tiergesundheit in Deutschland und Europa
Unter dem Titel "Stark am Standort - Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit für die Tiergesundheit" diskutierten am 8. Mai 2025 in Berlin Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden über die Zukunft des veterinärpharmazeutischen Sektors in Deutschland und Europa. Die Veranstaltung des Bundesverbands für Tiergesundheit e. V. (BfT) stellte die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Tiergesundheit in den Mittelpunkt.
In Impulsen beleuchteten Norbert Theihs (Verband der Chemischen Industrie, VCI) die wirtschaftspolitischen Perspektiven nach der Bundestagswahl und Rick Clayton (AnimalhealthEurope) die Herausforderungen der aktuellen Tiergesundheitsgesetzgebung. Dabei wurde deutlich, dass der Sektor ein bedeutender Bestandteil der europäischen Gesundheitswirtschaft ist - gleichzeitig jedoch zunehmend durch bürokratische Hürden, regulatorische Komplexität und fehlende Standortanreize belastet wird. Das europäische Chemikalien- und Arzneimittelrecht, der Bürokratieabbau, aber auch international konkurrenzfähige Energiekosten und eine reduzierte Steuerlast für die Unternehmen sind die entscheidenden Stellschrauben für eine leistungsfähige Branche.
In der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten Bundestagsabgeordnete Dr. Franziska Kersten (SPD), Berthold Welling (VCI), Roxane Feller (AnimalhealthEurope) sowie Dr. Rainer Röpke (MSD) zentrale Fragen rund um Innovation, Produktionsbedingungen und Versorgungssicherheit. Besonders im Fokus standen die Auswirkungen europäischer und nationaler Vorgaben auf die Wettbewerbsfähigkeit der Branche sowie konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Standorts Deutschland.
Die europäische Tierarzneimittelverordnung, die ursprünglich die Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln verbessern und Innovation fördern sollte, zeigt in einer Zwischenbilanz nach rund fünf Jahren noch Verbesserungspotential. Die damit verbundenen regulativen Anforderungen und umfangreichen Dokumentationspflichten stellen eine Herausforderung für Tiergesundheitsunternehmen und Tierärzte dar. Insbesondere die Implementierungsphase führte zu einer erheblichen Mehrbelastung der Unternehmen. Weitgehend ungenutzt ist noch die Digitalisierung, um die Effektivität der Prozesse zu verbessern.
Technologieoffenheit und Planungssicherheit notwendig
Die Diskussion zeigte, dass die Innovationskraft der Tiergesundheitsbranche maßgeblich von einem technologieoffenen Umfeld und planungssicheren regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt. Die Branche kann in Europa auf schnelle und verlässliche Verfahren zur Marktzulassung von Tierarzneimitteln bauen. Auch die Chancen neuer Technologien werden zunehmend anerkannt. Unternehmen sehen sich aber mit komplexen Genehmigungsverfahren am Standort oder bei Studien, mit einer Unmenge an gesetzlichen Regelungen und hohen, oft nicht zielführenden bürokratischen Hürden konfrontiert. Bezeichnend sind die in den vergangenen Jahren von durchschnittlich 10% auf rund 7-8% des Unternehmensumsatzes abgesunkenen Investitionen in die Forschung, bei sehr hohen
Aufwendungen zum Markterhalt der Produkte sowie die Verschiebung des Fokus der Forschungsschwerpunkte hinsichtlich der Markteintrittshürden und dem Erfolgspotential am Markt.
Um Forschung und Entwicklung sowie Produktion in Europa zu halten, ist es dringend erforderlich, politische und wirtschaftliche Impulse zur Stärkung des Standorts zu setzen. Der Tiergesundheitssektor muss europäisch wie national von einer klaren Innovations- und Investitionsagenda profitieren können.
Bürokratie abbauen - Wettbewerbsfähigkeit stärken
Europäischen Vorgaben sollte national gefolgt werden und zusätzliche Regelungen vermieden werden. Mehr Vertrauen in die Unternehmenstätigkeiten ist der Wunsch an die Politik. Im europäischen Vergleich mindern zudem mangelnde Flexibilität, etwa bei der Arbeitszeitgesetzgebung und fehlende Harmonisierung von Genehmigungsverfahren durch Landesbehörden, die Attraktivität des Standorts. Ein ambitionierter und an der Realität orientierter Bürokratiecheck in Kombination mit der Entschlackung regulativer Vorgaben ist notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern.
Deutlich formuliert wurden hohe Erwartungen an den am Wettbewerbskompass orientierten Kurs der EU, aber auch an die neue Bundesregierung für eine faktenbasierte Gesetzgebung und klare Signale für einen Wachstumspfad. Positiv aufgenommen wurde der Impuls, in einer nationalen Tiergesundheitsstrategie auch eine zielführende Deregulierung mitzubetrachten. Ein zentraler Punkt ist, die Tiergesundheit als eigenständigen und gleichwertiger Pfeiler einer ganzheitlichen One-Health-Strategie dauerhaft zu stärken. Als fester Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesundheits-, Innovations- und Standortpolitik kann der Nutzen der Tiergesundheit für die Gesellschaft für das Zusammenleben von Mensch und Tier, sichere Lebensmittel und nachhaltige Landwirtschaft sowie eine verbesserte öffentliche Gesundheit ausgeschöpft werden.
"Um auch künftig eine sichere Versorgung der Tiere und die notwendigen Innovationen sicherzustellen, ist es wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland und Europa mutig zu stärken und deutlich zu verbessern", betonte Julia von Gablenz, Vorsitzende des BfT in ihrem Résumé zur Veranstaltung.
Pressekontakt:
Abdruck Text und Foto (nur in Verbindung mit dieser Meldung)
honorarfrei bei Quellenangabe.
Weitere Informationen:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Dr. Sabine Schüller, Koblenzer Str. 121-123, 53177 Bonn,
Tel. 0228 / 31 82 96, E-Mail bft@bft-online.de, www.bft-online.de
Original-Content von: Bundesverband für Tiergesundheit e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.05.2025 - 13:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2171717
Anzahl Zeichen: 6181
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Fernsehen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 229 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BfT-Frühjahrsveranstaltung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Möpse, Französische Bulldoggen oder Perserkatzen erfreuen sich großer Beliebtheit - ihr rundes Gesicht und die kurze Schnauze gelten als besonders "niedlich". Doch hinter diesen äußeren Merkmalen verbirgt sich ein ernsthaftes Gesundheitsproblem: die stark ausgeprägte sogenannte Kurzk
Sicher unterwegs: Gut vorbereitet mit dem Hund in den Urlaub ...
Für viele Tierhalterinnen und Tierhalter ist der Hund ein fester Bestandteil der Familie - und damit auch ein treuer Begleiter im Urlaub. Ob innerhalb Deutschlands oder auf Reisen ins Ausland: Die gemeinsame Reise will gut vorbereitet sein. Mit der richtigen Planung lässt sich jedoch dafür sorgen
Erfahrung trifft Zukunft: Tiergesundheit im Wandel - 40 Jahre BfT ...
"Erfahrung trifft Zukunft: Tiergesundheit im Wandel" - unter diesem Titel kam die Tiergesundheitsbranche zur diesjährigen Frühjahrsveranstaltung des Bundesverbands für Tiergesundheit e.V. (BfT) in Bonn zusammen. Vor über 100 Gästen diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Praxis, Minist
Weitere Mitteilungen von Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Hey, weg da!" und: "Brauchsten Arzt?" Wie Schiedsrichterin Michel ein Spiel durch klare Kommunikation auf dem Platz beherrscht ...
3. Liga am Samstag schon ab 12.45 Uhr komplett live plus XXXL-Konferenz mit 10 Partien "Hey, weg da" - auf dem Platz ist Schiedsrichterin Fabienne Michel nicht gerade zimperlich in der Ansprache. Wenn ein Spieler verletzt auf dem Boden liegt, sagt sie halt: "Brauchsten Arzt?" Fa
Eishockey WM live bei MagentaSport: Mittwoch, 16 Uhr USA - Norwegen / "Sehr gut gemeistert" - Kreis lobt deutschen WM-Start, Stützle noch etwas unzufrieden: "Ich hätte ein paar Tore s ...
Dritter Sieg im 3. Spiel - Deutschland ist mit 9 Punkten und 15:4 Tore sogar Spitzenreiter in der Gruppe B nach einem 5:2 gegen knüppelharte Norweger. Lukas Reichel musste nach einem Check verletzt raus und ins Krankenhaus zur Untersuchung. Diese Verletzung und die häufigen Unterbrechungen wegen &
"Die beste Klasse Deutschlands": Start der Wochenshows ab 16. Mai auf allen KiKA-Plattformen / Welche Schulklassen meistern den Quiz-Contest am besten und ziehen ins Superfinale der 21. Staf ...
Die Frühjahrsstaffel von "Die beste Klasse Deutschlands" (KiKA/hr/ARD) geht in die entscheidende Phase: Von ursprünglich 16 Schulklassen, die sich in den Vorrunden der Schulbattles beweisen konnten, haben sich acht Klassen für die nächste Runde qualifiziert. Sie stehen bereit, um sich
"ARD Story" am 4. Juni: "Erdogans Kampf gegen die Kurden" ...
Doku des SWR zeigt Zerstörungen durch protürkische Milizen in Nordsyrien und begleitet deutsche Helfer:innen im Krisengebiet / am 4. Juni, 23:50 Uhr im Ersten und ab 18 Uhr am selben Tag vorab in der Mediathek Der türkische Präsident Erdogan bezeichnet Kurden weiter als Terroristen und UnterstÃ




