Verpasste Chance: Berichterstattung über den "Guten Rat für Rückverteilung" wenig tiefg

Verpasste Chance: Berichterstattung über den "Guten Rat für Rückverteilung" wenig tiefgründig

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(ots) - Vermögensungleichheit, Demokratiedefizite und progressive Alternativen: OBS-Arbeitspapier analysiert die Kommunikationsstrategie des "Guten Rats für Rückverteilung" und untersucht, wie medial berichtet wurde.

Der "Gute Rat für Rückverteilung" bot Medien im Jahr 2024 eine besondere Chance über die ungleiche Verteilung von Vermögen und Macht zu berichten. 50 zufällig ausgewählte Personen konnten nach sechswöchiger Diskussion entscheiden, welche Organisationen das Millionenerbe von Marlene Engelhorn erhalten - ein bis dato nie dagewesener Vorgang.

Ein heute von der Otto Brenner Stiftung veröffentlichtes Arbeitspapier zeigt, dass der Gute Rat mit seiner Öffentlichkeitsarbeit sachlich fundiert über das komplexe Thema Vermögensungleichheit informierte. Besonders hervorgehoben wurden die Relevanz breiter Teilhabe und Mitbestimmung für die Legitimierung von Um- und Rückverteilungsprozessen sowie die strukturellen Bedingungen für individuellen Reichtum.

Dazu Studienautorin Carlotta Verita: "Der Gute Rat hat ein gesellschaftlich hoch relevantes Thema auf innovative Weise kommuniziert. Medial wurden die Botschaften jedoch oft auf Oberflächlichkeiten reduziert."

Die Studie zeigt auch, dass die Positionen des Guten Rats nur teilweise aufgegriffen wurden: Systemische Fragen zu Ungleichheit und Demokratiedefiziten, kapitalismuskritische Perspektiven sowie die Lösungsorientierung des Rats blieben oft ausgeblendet. Die mediale Berichterstattung stellte hingegen immer wieder die Person Marlene Engelhorn in den Vordergrund.

Studienautor Moritz Gartiser: "In Österreich, Deutschland und der Schweiz sind die Vermögen besonders ungleich verteilt. Medien müssen hierüber komplexer und differenzierter, jenseits einzelner Personen berichten."

Studienautor Hendrik Theine: "Der Gute Rat zeigt ganz praktisch, dass die Demokratisierung von Umverteilungsprozessen ein wegweisender Ansatz für mehr soziale Gerechtigkeit und für eine Auseinandersetzung mit undemokratischen Vermögens- und Machtungleichheiten ist. Darüber darf gerne mehr berichtet werden."



Für die Studie haben die Autor*innen 162 Artikel aus 26 deutschsprachigen Medien sowie die Website, Pressemitteilungen und Social-Media-Postings des Guten Rats ausgewertet.

Informationen zum Arbeitspapier: www.otto-brenner-stiftung.de/ueber-reichtum-berichten

Pressekontakt:

Otto Brenner Stiftung
Geschäftsführer
Can Gülcü
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