Trumps Zoll-Chaos verunsichert Unternehmen - welche Maßnahmen jetzt Handlungssicherheit bringen
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Doch was bedeutet das nun für Unternehmen in Deutschland? Erleichterung und ein kurzes Aufatmen auf der einen Seite, aber gleichzeitig anhaltende Unsicherheit für die Zukunft. Denn niemand kann vorhersagen, wie sich die Situation in den nächsten Wochen weiterentwickeln wird. Deshalb ist diese Phase der ideale Zeitpunkt, um Vorkehrungen zu treffen. Der folgende Beitrag beleuchtet, welche Maßnahmen Unternehmen dabei helfen, sich auf zukünftige Politikentscheidungen aus den USA vorzubereiten.
Auseinandersetzung mit den rechtlichen Bestimmungen
Als an Trumps selbsternannten Liberation Day die neuen US-Zollregelungen vorgestellt wurden, reagierten viele Unternehmen mit Bestürzung. Auch das momentane Aussetzen der veränderten Bestimmungen kann die geschürten Unsicherheiten nicht beseitigen. Vorsicht ist allerdings nun vor unüberlegten und vorschnellen Aktionen geboten. So kann ein Umgehen der Zölle zwar auf den ersten Blick verlockend erscheinen, birgt aber das Risiko von schwerwiegenden Konsequenzen wie etwa Bußgelder oder sogar strafrechtliche Folgen. Hierbei sollte nicht unterschätzt werden, wie geschult Zollbehörden im Aufdecken verdächtiger Aktivitäten sind.
Eine bessere Strategie ist das ausführliche Studieren der neuen Regelungen. Dabei sollten zunächst insbesondere die Ausnahmeregelungen im Fokus der Betrachtung liegen. Neben den allgemeingültigen reziproken Zöllen gelten für bestimmte Waren nämlich spezielle Bestimmungen. Dazu gehören beispielsweise Fahrzeuge und Fahrzeugteile, die in der EU hergestellt wurden. Ihr allgemeiner Zollsatz liegt bei 25 Prozent, dafür sind sie von reziproken Zöllen befreit. Weitere Sonderbestimmungen gelten für manche elektronische Bauteile, Rohstoffe oder Pharmazie-Produkte. Erst nachdem sich ein Unternehmen ein genaues Bild davon verschafft hat, inwiefern es von den neuen Regelungen betroffen ist, können gezielt Strategien entwickelt werden.
Nutzung von legalen Gestaltungsmöglichkeiten
Neben den Ausnahmebestimmungen gibt es auch legale Optionen, um die hohen US-Zölle zu umgehen. Dazu gehört zum einen die Möglichkeit, Preisaufschläge an Kunden weiterzugeben. Zum anderen kann es Sinn machen, bestehende Produktionslinien anzupassen, um einen anderen Ursprung zu erreichen. Für die Ermittlung der anfallenden Zölle ist ausschließlich das Ursprungsland relevant – und das ist im Handelsrecht dasjenige, in dem die letzte wesentliche Verarbeitung des Endprodukts erfolgte. Gelingt es einem Unternehmen nun beispielsweise, den letzten Bearbeitungsschritt in einem Land durchzuführen, das unter das USMCA – das ist das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko – fällt, ist es von den neuen US-Zöllen langfristig nicht betroffen. Auch wenn solche Anpassungen mit einer gewissen Planung einhergehen, können Unternehmen so langfristig und rechtssicher ihre Kosten optimieren.
Eine alternative Möglichkeit ist die Inanspruchnahme von Sonderverfahren, die zollrechtliche Auswirkungen haben. Dazu gehört unter anderem die aktive Veredelung. Bei diesem Verfahren werden Materialien importiert, weiterverarbeitet und anschließend wieder exportiert. Die passive Veredelung hingegen läuft umgekehrt ab und Waren werden zur Bearbeitung ins Ausland überführt. Beide Verfahren sind zollbegünstigt und können so interessante Optionen für Unternehmen darstellen.
Analyse der internationalen Handelsströme
Um für zukünftige Veränderungen in der US-Zollpolitik gewappnet zu sein, sollten Unternehmen ihre Handelsbeziehungen genau analysieren. Dabei sollte sowohl der Import als auch der Export ins Visier genommen werden und auch Ursprungsländer von genutzten Produkten sollten ermittelt werden. Das anschließende Festhalten der gesammelten Informationen in einer dynamischen Risikomatrix, die im Idealfall durch ein Tool zur Datenanalyse unterstützt wird, gewährleistet, dass auch kurzfristig erlassene Zollbestimmungen sofort bezüglich ihrer Konsequenzen für das Unternehmen untersucht werden können.
Handlungsfähig und unabhängig bleiben außerdem jene Betriebe, die jetzt nach Möglichkeiten suchen, um weitere Märkte zu erschließen. Je vielfältiger die Handelsbeziehungen dabei sind, desto flexibler können Unternehmen auf Veränderungen reagieren. Statt sich also von den Bestimmungen anderer abhängig zu machen – wie es derzeit vielen Betrieben mit der US-Zollpolitik von Donald Trump ergeht –, gilt es, proaktiv Strategien zu entwickeln, um im Zweifelsfall rasch auf Veränderungen reagieren zu können. Wer hingegen wartet, bis er mit hohen Zöllen konfrontiert wird, riskiert Umsatzeinbußen und zusätzliche hohe Kosten.
Über Janine Lampprecht:
Janine Lampprecht ist die Gründerin der Grenzlotsen GmbH. Sie unterstützt Unternehmen bei der Optimierung ihres Zollwesens. Mit ihren maßgeschneiderten Programmen in den Bereichen Coaching, Beratung und Outsourcing bietet das Team der Grenzlotsen GmbH flexible Lösungen für jedes Unternehmen. Weitere Informationen unter: https://www.grenzlotsen.de/
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Datum: 20.05.2025 - 08:55 Uhr
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