Barrierefreiheit ist keine Option mehr, sondern eine Verpflichtung
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(PresseBox) - Ab dem 28. Juni 2025 müssen bestimmte digitale Dienstleistungen im privaten Sektor der EU die Anforderungen an Barrierefreiheit erfüllen. Der Europäische Zugänglichkeitsverordnung (EAA) gilt nicht für alle Websites, sondern für ausgewählte Bereiche wie E-Commerce, Banken und den Transportsektor. Diese Dienste müssen den Anforderungen der harmonisierten Norm EN 301 549 entsprechen, die sich in weiten Teilen auf die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) stützt.
Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen unterliegen bereits einer separaten EU-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2016/2102) und müssen WCAG 2.1 Level AA einhalten. Das stellt viele Organisationen und Webentwickler vor erhebliche Herausforderungen.
Etwa 20 % der Nutzer haben Schwierigkeiten bei der Nutzung des Webs. Doch auch Menschen ohne Einschränkungen profitieren von barrierefreien Websites. Denken Sie beispielsweise an Untertitel in Videos, ideal, wenn Sie sich in einem Ruheabteil befinden. Und vergessen Sie nicht, dass auch Suchmaschinen wie Google von einer gut zugänglichen Website profitieren.
Was sind Web Content Accessibility Guidelines?
Nicht alle Websites sind verpflichtet, den WCAG zu folgen. Wo jedoch eine gesetzliche Verpflichtung besteht – etwa durch den EAA oder für den öffentlichen Sektor – wird in der Regel auf die europäische Norm EN 301 549 verwiesen, die aktuell auf WCAG 2.1 Level AA basiert.
Hinweis: Auch wenn keine rechtliche Pflicht besteht, ist digitale Barrierefreiheit ein sinnvolles Ziel – sie schließt niemanden aus und verbessert die Nutzererfahrung insgesamt.
Diese Richtlinien helfen uns sicherzustellen, dass Inhalte für alle zugänglich sind, basierend auf vier Prinzipien:
Wahrnehmbar:
Informationen müssen auf verschiedene Weise zugänglich sein, zum Beispiel durch Alt-Texte für sehbehinderte Menschen.
Bedienbar:
Die Website muss ohne Maus nutzbar sein, beispielsweise nur mit der Tastatur.
Verständlich:
Klare Sprache und konsistente Benutzeroberflächen sind essenziell, insbesondere für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen.
Robust:
Die Website muss auf allen Geräten und Plattformen einwandfrei funktionieren, auch mit unterstützenden Technologien.
Ein neuer Ansatz für Web-Agenturen
Diese Vorschriften erfordern eine grundlegende Änderung in der Arbeitsweise von Web- und Designagenturen. Zugänglichkeit darf keine Nebensache sein, sondern muss ein integraler Bestandteil jedes digitalen Projekts sein – auf technischer, kommunikativer und gestalterischer Ebene. Auftraggeber dürfen erwarten, dass ihre Website oder Anwendung standardmäßig die festgelegten Zugänglichkeitsanforderungen erfüllt.
Standardisierung und Design-Systeme
Um strukturell barrierefreie Websites zu entwickeln, ist Standardisierung essenziell. Webentwickler und Designer können innerhalb eines Design-Systems zusammenarbeiten, das feste Richtlinien und wiederverwendbare Komponenten verwendet. So wird Zugänglichkeit von Anfang an in den Entwicklungsprozess integriert. Dies verhindert nicht nur spätere Probleme, sondern sorgt auch für effizientere und nachhaltigere digitale Produkte.
Über OffeneGemeinden
Im Jahr 2015 ging veenendaal.nl als erste "OpenGemeenten" (OffeneGemeinden)-Website online. Die Website ist bis heute vollständig aktuell. Inzwischen betreuen wir 33 Gemeinden und liefern 180 Websites. Seit 2023 ist unser erfolgreiches Konzept nun auch unter dem Namen "OffeneGemeinden" in Deutschland verfügbar.
Seit dem Start 2015 von OpenGemeenten ist noch keine einzige Gemeinde zu einem anderen Anbieter gewechselt – etwas, worauf wir unglaublich stolz sind! (Und nein, wir machen kein Vendor Lock-in;).
Unser Ansatz für Barrierefreiheit im Internet
Zugänglichkeit ist also kein Luxus, sondern eine Verpflichtung. Websites müssen für alle zugänglich sein, unabhängig von Einschränkungen. Bei uns geht es über das einfache Abhaken einer Checkliste hinaus. Wir entwickeln Websites, die breit einsetzbar sind und sich auf Benutzerfreundlichkeit für alle konzentrieren. Das bedeutet, dass wir kontinuierlich erforschen und lernen, wie wir Inhalte besser bereitstellen und für verschiedene Zielgruppen zugänglicher machen können.
Mithilfe eines Monorepos deployen wir jede Dienstagnacht Verbesserungen auf unserer Plattform, die sofort auf mehr als 180 TYPO3-Websites verfügbar sind. Das bedeutet, dass jede Gemeinde von einer aktuellen, gut gewarteten Website profitiert, ohne selbst kontinuierlich in neue Entwicklungen investieren zu müssen.
Vorteile der Standardisierung
Unsere Komponentenbibliothek bietet alle Bausteine, die für eine barrierefreie Website notwendig sind. Von Buttons bis hin zu Navigationssystemen und Formularen – alles ist mit Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Zugänglichkeit im Hinterkopf entworfen. Dank der Standardisierung können wir schnell auf neue Entwicklungen und Kundenanforderungen reagieren. So bleiben die Websites stets aktuell, ohne dass alle paar Jahre ein komplett neues System aufgebaut werden muss.
Darüber hinaus bietet unser Ansatz weitere Vorteile:
Die Trennung von Technik und Styling ermöglicht einen flexiblen Entwicklungsprozess, bei dem Design und Inhalt parallel bearbeitet werden können.
Innovationen, die von einer Gemeinde implementiert werden, stehen sofort allen Gemeinden zur Verfügung, die unser Konzept nutzen.
Durch regelmäßige Pre-Audits können wir Zugänglichkeitsprobleme frühzeitig identifizieren und lösen – und zwar für alle Websites auf unserer Plattform.
Bei eventuellen Zugänglichkeits- oder technischen Problemen können wir schnell reagieren und Verbesserungen umfassend ausrollen.
Standardisierung ist keine Einschränkung - sie ist eine Stärke.
Standardisierung ermöglicht es, schnell, stabil und in großem Maßstab zu entwickeln – ohne die Begrenzungen und Abhängigkeiten von maßgeschneiderten Lösungen. Standardisierung ist nicht langweilig; die Bausteine sind gleich, aber was man damit baut, ist einzigartig.
Zukunftssichere Websites
Unser Engagement für Zugänglichkeit und Open Source bedeutet, dass wir kontinuierlich in die Zukunft von Regierungswebsites investieren. Durch die Zusammenarbeit mit Gemeinden und den Einsatz innovativer Technologien entwickeln wir Websites, die für alle zugänglich sind – jetzt und in Zukunft.
Zugänglichkeit ist also nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern auch eine Chance, inklusive, benutzerfreundliche und zukunftssichere digitale Erlebnisse zu schaffen. Webentwickler und Auftraggeber, die bereits jetzt in barrierefreie Lösungen investieren, werden in Zukunft die Nase vorn haben.
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Datum: 20.05.2025 - 11:14 Uhr
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