Arten sterben - und mit ihnen unsere Zukunft. Zoos handeln. Die Politik muss jetzt entschlossen agieren.
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(ots) - Weltweit verschwinden Tier- und Pflanzenarten in alarmierender Geschwindigkeit - mit katastrophalen Folgen für uns alle. Biodiversität sichert unsere Ernährung, unser Wasser, unser Klima und unsere Gesundheit. Sie hat einen hohen Wert - auch wegen ihrer komplexen Schönheit.
Daher ruft der VdZ zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt alle Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, den Schutz der Artenvielfalt zur gemeinsamen Priorität zu machen. Es geht um nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten.
"Moderne Zoos leisten täglich konkrete Artenschutzarbeit - von der Erhaltungszucht bedrohter Tierarten bis zu internationalen Schutzprojekten vor Ort. Was wir jetzt dringend brauchen, ist eine Politik, die dieses Engagement anerkennt und systematisch unterstützt. Die Zeit des Zögerns ist vorbei", fordert Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ).
Die neue Bundesregierung muss konkreter werden
Der VdZ begrüßt ausdrücklich, dass Zoos im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung Erwähnung finden. Der Absichtserklärung müssen nun Taten folgen, die der dramatischen Lage gerecht werden. Daher fordert der VdZ konkrete, umgehende Maßnahmen:
1. Zoos als Säulen der Nationalen Biodiversitätsstrategie verankern - mit klaren Zuständigkeiten und finanziellen Mitteln
2. Erhaltungszuchtprogramme bedrohter Arten als systemrelevanten Beitrag zum Artenschutz anerkennen und fördern
3. Naturbildung in Zoos als zentrales Element der Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausbauen
4. Forschung zur Artenerhaltung und der Wissensvermittlung gezielt unterstützen
5. Biodiversitäts-Check für Gesetzesvorhaben einführen - ähnlich dem Klimavorbehalt
Tag der Artenvielfalt - Zoos laden zum Mitmachen ein
"Die Kosten des Nichthandelns von Politik und Gesellschaft übersteigen bei weitem die Investitionen, die jetzt nötig sind. Wir können es uns nicht leisten, weitere kostbare Zeit zu verlieren", appelliert Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer, an die Politik. "Der Tag der Artenvielfalt ist eine hervorragende Gelegenheit, Menschen direkt zu erreichen und für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu begeistern, sodass der Artenschutz in Zukunft effektiver umgesetzt werden kann."
Anlässlich des Internationalen Tags der biologischen Vielfalt am 22. Mai bieten zahlreiche VdZ-Zoos Sonderveranstaltungen an. Mit speziellen Führungen, interaktiven Workshops, Mitmachaktionen und Informationsständen sensibilisieren sie Besucher jeden Alters für die Bedeutung der Artenvielfalt.
Im Artenschutz aktiv
Allein 2022 mobilisierten die VdZ-Mitglieder über 11 Millionen Euro für den Artenschutz in 55 Ländern - Gelder, die unmittelbar in Schutzgebiete, Anti-Wilderei-Einheiten und Rehabilitationszentren flossen.
Im selben Jahr konnten 553 bedrohte Wirbeltiere aus 18 Arten erfolgreich ausgewildert werden - Tiere, die die geringen Bestände in der Wildnis stützen, um deren Erhalt zu sichern.
Die internationalen Zuchtprogramme bilden dabei teils die letzte Hoffnung für vom Aussterben bedrohte Arten wie die Mendesantilope, Socorrotaube oder den Waldrapp, deren Populationen in der Natur dramatisch geschrumpft sind.
Die Expertise der Zoologischen Gärten bei der Tierhaltung, ist dabei die entscheidende Grundlage für diesen Erfolg. In wissenschaftlich gestalteten, naturnahen Gehegen können die Tiere artspezifisches Verhalten ausleben. Spezialisierte Tierärztinnen und Tierärzte, engagierte Pflegerinnen und Pfleger sorgen nicht nur für optimale Ernährung und medizinische Versorgung, sondern auch für das psychische Wohlbefinden der Tiere.
Biodiversität erleben - gemeinsam handeln
In unserer zunehmend urbanisierten Welt bieten zoologische Gärten für viele Menschen einen der wenigen direkten Zugänge zur Tier- und Pflanzenwelt. Mit über 42 Millionen Besuchern jährlich in den 70 VdZ-Zoos in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien sind sie besucherstarke Bildungs- und Naturschutzeinrichtungen. Die breite gesellschaftliche Unterstützung unterstreicht ihre Bedeutung - 82 Prozent der Deutschen befürworten Zoos. (Das belegt eine FORSA Studie von 2020).
Der Besuch eines zoologischen Gartens vermittelt nicht nur Wissen, sondern schafft emotionale Verbindungen zu Tieren und ihren Lebensräumen. Dies fördert nachweislich das persönliche Wohlbefinden durch Bewegen, Wahrnehmen, Lernen und Engagieren - und motiviert zum aktiven Einsatz für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.
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Astrid Falter
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Datum: 21.05.2025 - 11:32 Uhr
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