Trumps Zerstörungswerk / Kommentar von Raimund Neuß zur Handels- und Außenpolitik des US-Präside

Trumps Zerstörungswerk / Kommentar von Raimund Neuß zur Handels- und Außenpolitik des US-Präsidenten

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(ots) - Wie kann man eine Weltmacht von innen heraus zerstören? Donald Trump zeigt das: indem man ihre Glaubwürdigkeit ruiniert. Die jüngste Wende im Zollstreit mit der EU ist das vorerst letzte Glied einer Kette von Drohungen, Ankündigungen, Verschiebungen und Relativierungen, die vor allem Verwirrung stiften.

Trump hält das von ihm inszenierte Durcheinander vermutlich für ein Musterbeispiel seiner "Art of the Deal". Tatsächlich lautet die Botschaft aber: Auf die größte Wirtschaftsmacht der Welt ist kein Verlass mehr. Ebenso wenig wie auf die rechtsstaatliche Verfassung der USA und ihre Qualität als Gastgeberin für internationale Spitzenforscher. Und ebenso wenig wie auf die USA als größte Militärmacht der Welt und auf ihre außenpolitische Seriosität.

Unter Trump rutschen die USA von einer internationalen Blamage in die nächste. Zur Pentagon-Sprecherin ernennt Trump eine Urheberin antisemitischer und rassistischer Verschwörungstheorien. Den südafrikanischen Präsidenten versucht er im Weißen Haus ebenso spektakulär zu demütigen wie zuvor dessen ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj - und macht sich lächerlich, denn die vermeintlichen Genozid-Beweisfotos stammen aus dem Kongo. Überhaupt die Ukraine: Seit Monaten lässt Trump sich vom russischen Kriegsherren Wladimir Putin vorführen, während die russische Luftwaffe fortgesetzt ukrainische Städte angreift.

Für die EU und ihre Partner entsteht so eine brandgefährliche Lage. Das Problem ist ja nicht nur, dass die USA auf vielen Gebieten an Bedeutung verlieren werden: als Lieferant sensibler Güter, als Exportmarkt, als Schöpfer der Welt-Reservewährung Dollar, als Alliierter. Sondern das Taumeln des Riesen USA kann aggressive Staaten wie Russland und China zur Inkaufnahme erhöhter militärischer Risiken verleiten, und es kann die Kapitalmärkte und damit die Wirtschaftssysteme westlicher Staaten ins Chaos stürzen - womit neue Gefahren drohen. Denn militärische Sicherheit hängt unter anderem von ausreichender Wirtschaftskraft ab.



Die Europäer müssen also weit mehr tun, als nur den Wegfall von Leistungen aus einer bisher verlässlich erscheinenden Partnerschaft per Ersatzbeschaffung zu kompensieren. Sie müssen sich vielmehr zugleich vor dem Sog schützen, den die von Trump riskierte Implosion der bisherigen Ordnungsmacht USA auslösen könnte. Diese Gefahr für unsere Sicherheit bleibt bestehen, selbst wenn die USA im Zollstreit mit der EU einlenken sollten.

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Datum: 26.05.2025 - 18:52 Uhr
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