Mit Gegenwind ins Ziel

Mit Gegenwind ins Ziel

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(PresseBox) - Leistungssportler und Gründer haben viel gemeinsam. Ihr Leben ist getaktet von Arbeits- und Trainingsplänen, Niederlagen gehören dazu und Ausdauer zahlt sich aus. Eine Frau, die langen Atem bewiesen und sämtliche Hürden überwunden hat, ist Valerie Bures-Bönström. Sie ist Mitgründerin der Franchise Mrs. Sporty und inzwischen Partnerin und Geschäftsführerin bei dem Venture-Capital-Unternehmen XAnge in Deutschland. Es war nur logisch, dass Strategic-Management-Professor Chengguang Li sie zur CEO Leadership Series am TUM Campus Heilbronn lud.

Der Hörsaal war auch in dieser Ausgabe bis auf den letzten Platz gefüllt und die Vorfreude bei Professor Li groß: „Es ist mir eine Ehre, Valerie bei uns zu begrüßen. Sie ist unglaublich.“ Und das ist nicht übertrieben: Mit 24 gründete sie ein Franchise, war auf dem Cover des Forbes-Magazins und gehörte 2021 zu den Top 50 der einflussreichsten Frauen der deutschen Tech-Szene. Wie die Studierenden an diesem Nachmittag noch erleben durften, ist sie auch authentisch und nahbar. Zunächst führte das Gespräch mit Li Bures-Bönström zurück an den Start ihrer Erfolgsgeschichte.

Mathe und Physik als Lichtblick

Sie ist in Berlin aufgewachsen und wurde früh mit dem ersten Schicksalsschlag konfrontiert: „Meine Mutter ist früh von uns gegangen. Das hat mich als Mensch geprägt.“ Ihre Strategie, damit umzugehen, war das Träumen. Eines ihrer frühen Vorbilder war Pippi Langstrumpf, und wie das kleine rothaarige Mädchen entwickelte sie ungeahnte Stärke und den Mut, anders zu sein. Und das trotz – oder vielleicht sogar wegen – schwacher Leistungen in der Schule: „Ich war eine schreckliche Schülerin, nur in Mathe und Physik konnte ich glänzen“, blickt sie zurück. Mit einem unterdurchschnittlichen Abitur war die nächste Etappe praktisch alternativlos: „An meiner Wunsch-Uni in Nürnberg hatte ich keine Chance auf einen Studienplatz, aber in Berlin wollte zu der Zeit kein Mensch Computer Science studieren, also hießen sie mich willkommen.“ Das Diplom absolvierte sie in einem zweijährigen Sprint – normalerweise dauert es vier bis fünf Jahre. „Diese Erfahrung war extrem wichtig für mich – ich begann, an mich zu glauben“, sagt sie.



Um Geld zu verdienen, programmierte und verkaufte sie Webseiten, bevor sie ein Praktikum bei JP Morgan in Frankfurt begann. „Wir entwickelten Systeme zur Datenanalyse. Das war damals der neueste innovative Trend“, sagt sie und lacht: „Heute macht das die KI in Sekunden.“ Ein Warnsignal zur richtigen Zeit erlebte sie bei einem Vorstellungsgespräch bei einer großen deutschen Bank: „Sie wollten mich unbedingt einstellen, darum haben die einzigen drei Frauen, die damals dort arbeiteten, das Gespräch mit mir geführt.“ Dies erzielte jedoch nicht die gewünschte Wirkung: „Sie konnten mich nicht inspirieren in einem so grossen Unternehmen zu arbeiten – ich konnte mir nicht vorstellen dort zu enden.“ Also entschloss sie sich, ihren Doktortitel in Angriff zu nehmen, denn: „Professor Li ist eigentlich mein Vorbild, denn ich wollte Professorin werden.“ Doch auch diesmal meinte es das Schicksal anders.

Keine Atempause

„Ich bin ungeplant schwanger geworden“, erzählt Valerie Bures-Bönström. Also ging es zurück nach Berlin. Doch es blieb wenig Zeit zum Durchatmen, denn sie gründete mit ihrem damaligen Mann, Niclas Bönström, Mrs. Sporty. Die Idee: eine Fitnesskette für Frauen, die von der ehemaligen Weltklasse-Tennisspielerin Steffi Graf unterstützt wurde. „Unser Investor Mark Mastrov kannte Andre Agassi, der seiner Frau riet, einzusteigen.“ Anfangs war die Mitgründerin wenig begeistert von der Idee, doch im Laufe der Zusammenarbeit wurde der Tennisstar zur Inspiration: „Steffi Graf ist eine mentale Maschine.“ Im Jahr 2007 wollte sie einen neuen Weg einschlagen und die Rolle als COO bei Mrs. Sporty verlassen, doch es kam anders: „Ich erhielt die Chance CEO zu werden.” Ihr analytisches Denken half ihr in der neuen Rolle. Für Bures-Bonström sind klare Prozesse, Best Practices und Wirksamkeitsprüfungen essenziell. So gehörte sie zu den Ersten, die Salesforce, eine cloudgestützte Software für das Kundenbeziehungsmanagement, einführten. Denn: „Ohne feste Prozesse macht man dieselben Fehler immer wieder.“ Der Erfolg gab ihr Recht: Unter ihrer Führung wuchs die Mitgliederzahl auf 300.000 in 550 Clubs in zehn Ländern.

Doch bekanntermaßen bringt Höhenluft nicht nur Vorteile: „Rechnet mit Gegenwind, wenn ihr etwas neu und anders macht“, warnt Bures-Bonström. Es sei wie im Sport: Manche Rekorde bestehen über einen sehr langen Zeitraum, bis sie jemand bricht. Doch wenn die Schallmauer einmal durchbrochen ist, gelingt es auf einmal vielen. Eine Eigenschaft, die dabei hilft, ist: „Du musst schon ein bisschen verrückt sein. Die Angepassten ziehen auch nur Angepasste an“, sagt Bures-Bonström. Und jede Etappe endet mit dem Startpunkt einer neuen. „Es ist ein Marathon, kein Sprint.“ Zunächst blieb sie dem Fitnessbereich treu und gründete mit VAHA ein Unternehmen, das interaktive Trainingsspiegel entwickelte – ein boomender Markt während der Pandemie. Dann wagte die erfolgreiche Gründerin die nächste Herausforderung.

Investitionen in eine Revolution

Über eine Headhunterin wechselte sie als Business Angel auf die andere Seite. „Meine Angel-Tickets waren nicht wirklich erfolgreich“, sagt sie und lacht. Dann folgte ein spannendes Angebot: die Arbeit des Venture-Capital-Unternehmens XAnge kennenzulernen und ihre Neugier siegte: „Ich liebe es, Fakten gegen alle Widrigkeiten zu überprüfen.“ Schnell fand sie heraus, dass ihre Rolle als Partnerin ihr völlig andere Möglichkeiten bietet als die eines Business Angels. Es braucht Ideen, die sich in zehn Jahren verkaufen lassen. Ausserdem ist der Einfluss des Investors viel höher, denn auch die Investitionen sind hoch: von 500.000 bis 10 Millionen Euro. Eine höhere Zahl an Startups zu sehen, erleichtert schlussendlich auch die Auswahl. Besonders achtet sie auf den Charakter der Gründerteams: „Ich versuche, das Potenzial der Menschen zu sehen und wie sie sich entwickeln können“, erklärt sie und führt weiter aus: „Und es muss etwas völlig Neues sein, eine Revolution.“

In der abschließenden Fragerunde gab sie den höchst interessierten Studierenden Tipps, um eine Revolution auszulösen: „Gerade in der Anfangsphase seid ihr das Produkt, also behaltet die Kontrolle und werdet nicht zum Opfer eurer Emotionen.“ Es sei notwendig, an mehreren Dingen gleichzeitig arbeiten zu können, von anderen zu lernen und Gründen als Teamsport zu verstehen. „Niemand schafft es alleine, darum prüft, wer euch wirklich voranbringt und wer nicht.“ Sie selbst hat das Mindset eines Profisportlers, was ihre Ernährung, ihren Schlaf und ihr Reisen betrifft. „Wenn euch die Arbeit Energie raubt, dann ist es die falsche. Wenn sie euch Energie gibt, dann seid ihr auf dem richtigen Weg.“ Der Schlüssel zum Erfolg sind Durchhaltevermögen und Effizienz: „Ihr braucht einen langen Atem. Wenn ihr fallt, dann steht am nächsten Tag wieder auf. Die Welt macht keine Pause für euch, sondern dreht sich weiter.“

Ein gutes Leben

Professor Li entlockte Bures noch einige private Details: Sie hat beispielsweise keine Ahnung von Musik und hält das Fernsehen für Zeitverschwendung. Abschalten kann sie an ihrem bevorzugten Reiseziel Kapstadt. Sie hatte auch einen Buchtipp für alle zukünftigen Gründerinnen und Gründer im Gepäck: „Big Magic” von Elizabeth Gilbert. Schlechte Laune bekommt sie, wenn sie keine Zeit für ihre tägliche Dosis Sport hat. Über ihr Vermächtnis macht sie sich keine Gedanken: „Das Einzige, was ich mir wünsche, wenn ich mal sterbe, ist, dass ich ein verdammt gutes Leben hatte.“

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Datum: 13.06.2025 - 16:14 Uhr
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