Politikexperte Professor Stefan Fröhlich: Vollständige Zerstörung der iranischen Atomanlagen eher

Politikexperte Professor Stefan Fröhlich: Vollständige Zerstörung der iranischen Atomanlagen eher unwahrscheinlich

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(ots) - 22. Juni 2025 - Experten zweifeln, ob die US-amerikanischen Luftschläge gegen iranische Urananreicherungsanlagen das Atomprogramm der islamischen Republik komplett zerstört haben könnten, wie dies US-Präsident Donald Trump behauptet hatte. "Es braucht ganze Salven von diesen bunkerbrechenden Bomben, um bis nach unten durchzudringen. Die Bomben, die die USA haben, reichen bis in 60 Meter Tiefe. Die Anlagen liegen aber zum Teil bis in 90 Meter Tiefe", erklärte der Experte für Internationale Politik und Wissenschaftler an der Universität Erlangen-Nürnberg, Professor Stefan Fröhlich, im Fernsehsender phoenix und berief sich auf Militärexperten. Es sei derzeit noch unklar, wie groß die Schäden an den iranischen Anlagen tatsächlich seien. "Ich gehe davon aus, dass es nicht zu einer vollständigen Zerstörung der Anlagen gekommen ist", so Fröhlich weiter.

Für ihn sei dieser Schlag der USA ein abschreckendes und klares Signal an das iranische Regime. "Das kann weitergehen, und wenn der Iran nicht einlenkt, dann wird es weitere Eskalationsstufen geben - bis hin zur völligen Vernichtung. Davon kann man ausgehen. Das ist das strategische Interesse von Amerika und Israel", war der Politikwissenschaftler sicher. Der US-Angriff habe insgesamt mehrere Ziele verfolgt. Dem Iran habe die US-Regierung durch den "Präventivschlag" deutlich gezeigt, dass man nicht mehr tatenlos zuschauen werde. Doch auch weiteren Staaten habe man die US-Entschlossenheit vor Augen führen wollen. "Das sollte ein massives Signal sein - nicht nur in die Region, sondern auch darüber hinaus an alle Herausforderer der amerikanischen Hegemonie bis hin zu China: Wir sind gewappnet, legt euch nicht mit uns an", glaubte Professor Fröhlich.

Der US-Militärschlag habe auch bewiesen, dass Europa bei diesen Fragen lediglich auf den Zuschauerplätzen sitze. "Europas Rolle in diesem Konflikt ist marginal und die eines Außenstehenden", war der Politikwissenschaftler überzeugt. Trotz einer eher defensiveren internationalen Rolle gäben die USA weltpolitisch den Ton an. "Amerika spielt, obwohl es eigentlich im Rückzug begriffen ist, im Nahen und Mittleren Osten die zentrale Rolle", war Professor Fröhlich überzeugt. Dass US-Präsident Donald Trump den Angriff derart rasch befohlen habe, obwohl er sich noch vor wenigen Tagen Zeit zum Nachdenken nehmen wollte, sei auch mit der Lage in den USA begründet gewesen. "Das wichtigste war für ihn die innenpolitische Situation." Schließlich gebe es im Lager seiner Unterstützer auch kritische Stimmen. Die USA hätten mit ihrem Eingreifen im Iran gezeigt, dass sie trotz der Doktrin von Donald Trump, sich aus Kriegen herauszuhalten, in der Lage seien, zu reagieren, sollten ihre Interessen oder ihre Sicherheit bedroht sein.



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