Zunehmende Waldbrandgefahr: Maßnahmen für den Wald dringend notwendig
ID: 2182370

(ots) - Am 1. Juli ereignete sich im brandenburgischen Kreis Elbe-Elster ein weiterer Waldbrand. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) sieht bei diesem Thema in Deutschland zukünftig mehr Handlungsbedarf. Vor allem die Aufklärungs- und Bildungsarbeit sollte im Hinblick auf die überwiegend menschenverursachten Brände weiter vorangetrieben werden.
Die seit 1977 erhobene Waldbrandstatistik macht deutlich, dass vor allem in besonders trockenen und heißen Jahren eine erhöhtes Waldbrandrisiko besteht. Im Spitzenjahr 2022 wurden etwa 2.397 verschiedene Waldbrände und eine insgesamt zerstörte Fläche von 3.058 Hektar dokumentiert.
"Die zum Teil schweren Waldbrände der Jahre 2018, 2019 und 2022 zeigen, dass Handlungsbedarf besteht", sagt SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. "Wir müssen unsere Wälder durch einen beschleunigten Waldumbau und eine zielgerichtete Wiederbewaldung besser an den Klimawandel anpassen. Auf diese Weise fördern wir nicht nur den Klimaschutz und die Biodiversität, sondern auch die Resilienz gegenüber Bränden. Dafür braucht es in Zukunft mehr Forschung, mehr finanzielle Unterstützung und vor allem mehr politische Überzeugung."
Ursachen von Waldbränden
Nur die wenigsten Waldbrände können nachweislich auf natürliche Ursachen zurückgeführt werden. Die Daten des Jahres 2022 zeigen, wie wichtig Aufklärung ist:
- 23 Prozent der Brände wurden durch Fahrlässigkeit verursacht.
- 19 Prozent gehen auf eine nachgewiesene Brandstiftung zurück.
- Nur knapp 2 Prozent der Waldbrände haben natürliche Ursachen.
Welche Folgen hat ein Brand für den Wald?
Auch wenn es Regionen gibt, in denen natürliche Waldbrände für das Ökosystem eine wichtige Rolle spielen - zum Beispiel in den USA, in Südeuropa und Australien - wirken sich Waldbrände im gemäßigten Klima Deutschlands meistens negativ aus.
Christoph Rullmann, Bundesgeschäftsführer der SDW, sieht in den Bränden nicht nur eine Gefahr für den Wald, sondern auch für den Menschen: "Bei Waldbränden werden Lebensräume längerfristig zerstört, zahlreiche Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere fallen den Flammen zum Opfer. Aber auch Eigentum wird gefährdet oder sogar zerstört. Durch die nötigen Löscharbeiten entstehen zum Teil hohe Kosten und natürlich auch Risiken für die Einsatzkräfte. Noch dazu gelangen Schadstoffe in die Umwelt und große Mengen an gespeichertem Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre, wodurch wiederum der Klimawandel verstärkt wird."
Weitere Fragen und Antworten rund um das Thema Waldbrand finden Sie in unserem FAQ (https://www.sdw.de/ueber-den-wald/gefahren-fuer-den-wald/waldbrand/).
Forderungen der SDW zur Waldbrandbekämpfung
- Die bundesweite Sensibilisierung zum Thema Waldbrand als wirksame Prävention gegen die hauptsächlich menschenverursachten Brände.
- Weiterer und schnellerer Umbau der Wälder in artenreiche Mischwälder unter Berücksichtigung der Waldbrandprävention, da vor allem reine Nadelwälder anfällig für Brände sind.
- Einen Ausbau der Waldforschung in Deutschland. Die Klimaanpassung unserer Wälder benötigt fundierte Daten und wissenschaftliche Analysen für die Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten.
- Die langfristige Stärkung des Wasserhaushaltes in den Wäldern, um trockenen Böden entgegenzuwirken. Oberflächenwasser darf nicht mehr aus dem Wald geleitet werden, sondern sollte im Waldboden versickern.
- Die Anlage von Löschteichen beziehungsweise Wasserreservoirs in Risikogebieten.
- Eine Förderung der Kapazitäten und der Zusammenarbeit zwischen Forst und Feuerwehr, auch auf internationaler Ebene in Kooperation mit erfahrenen Ländern.
- Eine flächendeckende Waldbrandüberwachung auf dem gesamten Bundesgebiet und die Entwicklung von optischen sowie KI-gestützten Frühwarnsystemen.
- Die Implementierung von TÜV-Regularien und - darauf aufbauend - die intensive Prüfung des Brandschutzes von Windkraftanlagen im Wald.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels spielt auch das Thema Waldbrand in der Verbandsarbeit eine immer wichtigere Rolle.
Pressekontakt:
Tim Niereisel
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945984-4
Mail: tim.niereisel@sdw.de
Original-Content von: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.07.2025 - 13:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2182370
Anzahl Zeichen: 4931
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 489 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Zunehmende Waldbrandgefahr: Maßnahmen für den Wald dringend notwendig"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit der anhaltenden Hitze im ganzen Land steigt die Waldbrandgefahr massiv. Während meist nur einige Teile Deutschlands betroffen sind, breitet sich das Gefährdungsgebiet laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aktuell im ganzen Land aus. Bundesweit besteht im Großteil des
Früher Start in die Waldbrandsaison: Warum wir den Wald zukünftig besser schützen müssen ...
Anfang Mai kam es auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg zu einem Waldbrand. Betroffen war eine Fläche von mehr als 110 Hektar - ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) sieht daher zukünftig mehr Handlungsbedarf. Vor allem die
Waldzustandsbericht 2025 / Waldzustand stabilisiert sich auf schlechtem Niveau ...
Laut dem frisch vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) veröffentlichten Waldzustandsbericht für das Jahr 2025 stabilisiert sich der Zustand unserer Wälder auf einem weiterhin schlechten Niveau. Deshalb fordert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW), da
Weitere Mitteilungen von Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
EU-Klimaziel 2040 gegen konservativen Backlash absichern ...
Anlässlich der Debatte um das EU-Klimaziel macht sich der BNW dafür stark, bis 2040 die Emissionen um mindestens 90% im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Eindeutige Zielvorgaben ermöglichen es Industrie und Verbraucher:innen ihre langfristigen Investitionen zukunftssicher auszurichten - und von de
Seltene Schreiadlerküken geschlüpft - nationales Artenhilfsprogramm "Gemeinsam für den Schreiadler" schützt den Nachwuchs und seine Eltern ...
Stück für Stück zupft die Schreiadlermutter ihre Beute in kleine Häppchen und übergibt sie behutsam dem Schnabel ihres Kükens. Die beiden Tiere sitzen in einem Nest aus Reisig und Laub. In der Krone eines Nadelbaums im lettischen Staatswald wiegt es sich sanft hin und her. Eine schöne Szene,
Bäume und die Hitze des Klimawandels ...
Die heftigen Hitzewellen des Jahres haben auch kritische Auswirkungen auf die Bäume. Dabei sind sie die einzige Garantie für lebenswerte Stadträume im Klimawandel. "Hitze bedeutet nicht nur für uns Menschen, sondern auch für viele Baumarten massiver Stress. Zumal, wenn die heißen Tempera
Wirtschaftsfaktor Umweltschutz: 11,4 % mehr Umsatz im Jahr 2023 ...
- 119,7 Milliarden Euro Umsatz mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz - Zahl der "Green Jobs" wächst um 7,7 % auf 405 300 Beschäftigte - Industrie investiert 17,8 Milliarden Euro für den Umweltschutz Im Jahr 2023 haben die Betriebe des Produzierenden Gewerbes und des Dienstl




