Faktencheck zum Projektende der SafeNow App am Hamburger HBF

Faktencheck zum Projektende der SafeNow App am Hamburger HBF

ID: 2183436

(ots) -
- Hohe Nutzung: Die App wurde über 20 Monate hinweg alle 15 Minuten am Hamburger HBF geöffnet - insgesamt über 58.000 mal.
- Sicher fühlen: 68 % der App-User geben an, sich durch die SafeNow App am Bahnhof sicherer zu fühlen.
- Alarme: Über 600 Alarme von Reisenden, DB-Mitarbeitenden und Gewerbetreibenden in teils lebensbedrohlichen Situationen.
- SafeNow CEO Tilman Rumland: "Wir bieten an, die SafeNow Zone am Hamburger Hauptbahnhof so lange kostenfrei weiter zu betreiben, bis eine entsprechende Nachfolgelösung etabliert ist."

Wie die Deutsche Bahn Ende Juni mitteilte (https://www.deutschebahn.com/de/presse/presse-regional/pr-hamburg-de/aktuell/presseinformationen-regional/Pilotprojekt-zu-Hilferuf-App-am-Hamburger-Hauptbahnhof-abgeschlossen-13417440), hat sie das "Pilotprojekt zu Hilferuf-App am Hamburger Hauptbahnhof abgeschlossen" und damit die SafeNow Zone am Hamburger Hauptbahnhof am 30. Juni abgeschaltet. SafeNow bedauert diese Entscheidung: "SafeNow hat sich am Hamburger Hauptbahnhof über einen Zeitraum von mehr als 20 Monaten als niedrigschwellige Möglichkeit bewährt, um in unsicheren Situationen frühzeitig Hilfe zu holen. Laut dem uns von der DB vorliegenden Abschlussbericht stärkt die App nachweislich das subjektive Sicherheitsgefühl, erhöht die objektive Sicherheit und ließ sich erfolgreich in den Regelbetrieb integrieren", so Gründer und CEO Tilman Rumland. "Deshalb ist es mit Blick auf Passagen aus dem Abschlussbericht, auf den sich die Deutsche Bahn in ihrer öffentlichen Kommunikation bereits bezogen hat, wichtig, die Ergebnisse sachlich einzuordnen."

Hohe Nutzung der App

Entgegen der öffentlichen Aussage (https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/aus-fuer-hilferuf-app-am-hamburger-hauptbahnhof,hilferufapp-100.html), die App sei wenig genutzt worden, wurde SafeNow über den Zeitraum von mehr als 20 Monaten über 58.000 mal geöffnet - im Durchschnitt alle 15 Minuten, Tag und Nacht. Allein die Möglichkeit, jederzeit handeln zu können, hat das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Menschen spürbar gestärkt.



Insgesamt wurden mehr als 600 Alarme ausgelöst. In mehreren dokumentierten Situationen konnten u.a. Messerattacken, Suizidversuche und Überdosis-Vorfälle frühzeitig erkannt und verhindert werden.

Gerade bei einem präventiven Sicherheitssystem ist entscheidend, dass im Ernstfall verlässlich und schnell Hilfe verfügbar ist - nicht, wie häufig tatsächlich ein Alarm ausgelöst wird. Ähnlich wie der Nutzen eines Feuerlöschers nicht daran gemessen wird, wie oft es brennt.

Ein sicheres Gefühl

Des Weiteren zeigt der Abschlussbericht, dass die niedrige Hemmschwelle dazu führt, dass sich Reisende eher vorstellen können, aktiv Hilfe zu holen. 68 % der App-User geben an, sich durch die SafeNow App am Bahnhof sicherer zu fühlen. Sie schätzen außerdem, dass SafeNow kostenlos und auch privat nutzbar ist. Zudem wurden die Schnelligkeit der Reaktion und die präzise Lokalisierung von den Nutzenden ausdrücklich positiv bewertet.

Über ein Drittel der Alarme wurden von Reisenden ausgelöst

Entgegen der öffentlichen Aussage (https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/aus-fuer-hilferuf-app-am-hamburger-hauptbahnhof,hilferufapp-100.html), dass meist Bahn-Mitarbeitende Alarme ausgelöst hätten, zeigt der Abschlussbericht, dass über ein Drittel (34,3 %) der Alarme von Reisenden ausgelöst wurden, 49,4 % von Gewerbetreibenden und 16,3 % von DB-Mitarbeitenden.

Dieses Ergebnis ist nachvollziehbar, da Menschen, die täglich am Bahnhof arbeiten, häufiger sicherheitsrelevante Situationen erleben. Deshalb waren auch Gewerbetreibende und DB-Mitarbeitende im Abschlussbericht ausdrücklich als Zielgruppen der App definiert.

Hohe Bekanntheit der App

Entgegen der öffentlichen Äußerung (https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/aus-fuer-hilferuf-app-am-hamburger-hauptbahnhof,hilferufapp-102.html) über die mangelnde Bekanntheit der App, zeigt der Abschlussbericht, dass die Bekanntheitswerte im Vergleich zu anderen freiwilligen Sicherheits-Apps sogar überdurchschnittlich hoch sind: Jede vierte Person kannte die App, bei Vielbesuchenden sogar jede Dritte. Die Downloadbereitschaft bei Vielbesuchenden lag bei 38,4 %. Angesichts der geringen Bewerbung am Hamburger Hauptbahnhof sind diese Werte noch höher zu bewerten.

App konnte Standort senden und Alarme qualifizieren

Entgegen der öffentlichen Aussage (https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/aus-fuer-hilferuf-app-am-hamburger-hauptbahnhof,hilferufapp-100.html) der DB, der Nachteil der App wäre, dass sie nur den Standort funkt, aber keine Einzelheiten, wurde von SafeNow auf ausdrücklichen Wunsch der DB eine extra Funktion entwickelt. Damit konnten Alarme unkompliziert qualifiziert werden, etwa durch Hinweise wie "fühle mich unwohl" oder "medizinischer Notfall".

Die Inhalte dieser sogenannten "Chatpillen" wurden von der DB selbst definiert. Zusätzlich stand ein Freitextfeld für Situationen ohne Sprech- oder Telefonmöglichkeit zur Verfügung.

Auch eine Rückruffunktion war von Beginn an integriert, über die das Sicherheitspersonal bei Bedarf direkten Kontakt zu Hilfesuchenden aufnehmen konnte. Die DB hatte sich dafür entschieden, diese Funktion nur im Ausnahmefall zu nutzen, z.B. wenn niemand auffindbar war.

Tilman Rumland: "Uns ist wichtig, abschließend ein Verständnis dafür zu schaffen, welche Rolle SafeNow im Gesamtkontext aller Sicherheitsmaßnahmen spielt: SafeNow versteht sich nicht als Ersatz für den klassischen Notruf, sondern als Frühwarnsystem, das eine entscheidende Lücke schließt. Es gibt Situationen, in denen Menschen sich unsicher fühlen, aber noch keine "polizeiwürdige Lage" vorliegt oder die Hemmschwelle für einen Anruf zu groß ist - sei es wegen Sprachbarrieren, fehlender Zeit für Erklärungen oder aus Selbstschutz, um unbemerkt für sich oder auch andere Hilfe zu rufen."

Gemeinsames Ziel: kritische Situationen früh erkennen, Eskalationen vermeiden

Das Zusammenspiel aller Komponenten wie Kameras, Sicherheits-Apps, Einsatzkräften und Aufklärungsarbeit hat immer das Ziel, die Chancen zu erhöhen, kritische Situationen früh zu erkennen und Eskalationen zu vermeiden. Zugleich darf nicht die Erwartungshaltung geweckt werden, absolute Sicherheit garantieren zu können. SafeNow hat gezeigt, dass gerade die niedrige Hemmschwelle und die präzise Ortung dazu beitragen können, Vorfälle frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf Polizei oder Rettungskräfte schneller zum Einsatzort zu bringen.

Tilman Rumland: "Als Unternehmen geht es uns dabei vor allem um die Folgen einer ersatzlosen Abschaltung für alle, die täglich am Hamburger Hauptbahnhof unterwegs sind - Reisende, DB-Mitarbeitende, Gewerbetreibende und Sicherheitskräfte. Ob es am Ende unsere Lösung ist, eine eigene der Deutschen Bahn oder die eines Dritten, ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, dass Menschen weiterhin schnell, unauffällig und einfach Hilfe holen können, wenn sie gebraucht wird. Wir bieten deshalb weiterhin an, die SafeNow Zone am Hamburger Hauptbahnhof so lange kostenfrei zu betreiben, bis eine entsprechende Nachfolgelösung etabliert ist."

Über SafeNow

SafeNow wurde 2018 in München gegründet mit der Vision, allen Menschen weltweit freien Zugang zu schneller Hilfe zu ermöglichen. Heute ist SafeNow die schnellste, selbstbestimmte Sicherheitsinfrastruktur der Welt. In SafeNow Zonen verbindet die App Hilfesuchende innerhalb von Sekunden metergenau mit lokalem Sicherheitspersonal. Darüber hinaus bietet die Gruppenfunktion auch außerhalb der Zonen die Möglichkeit, Familie, Freunde oder Kollegen schnell und diskret zu alarmieren. Bereits heute bieten Pro7Sat1, das Oktoberfest München sowie zahlreiche Festivalveranstalter und Clubs weltweit SafeNow Zonen an, um Gäste und Mitarbeitende effektiv zu schützen. Das Besondere: SafeNow schaltet keine Werbung und verdient auch kein Geld mit persönlichen Daten. Stattdessen wird SafeNow durch Betreiber öffentlicher SafeNow Zonen finanziert. So bleibt SafeNow für alle Menschen kostenlos und werbefrei - für immer. Mehr Informationen zu SafeNow finden Sie hier: safenow.app

Pressekontakt:

Maximilian List
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Datum: 08.07.2025 - 09:00 Uhr
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