Deutsche Krebshilfe fordert wissenschaftliche Evaluation von weiteren Krebsfrüherkennungsuntersuchu

Deutsche Krebshilfe fordert wissenschaftliche Evaluation von weiteren Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

ID: 2184794

(ots) - Aktuelle BfS-Studie zum Mammographie-Screening zeigt: Teilnehmerinnen sterben seltener an Brustkrebs

Frauen, die am Mammographie-Screening-Programm der gesetzlichen Krankenkassen teilnehmen, haben eine um bis zu 30 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu versterben als Nichtteilnehmerinnen. Das zeigt eine aktuelle Studie, die im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) über insgesamt zwölf Jahre durchgeführt wurde. Die Deutsche Krebshilfe weist in diesem Rahmen auf die Bedeutung von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen hin und fordert, auch weitere gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramme wissenschaftlich begleiten und evaluieren zu lassen.

"Das gesetzliche Programm zur Brustkrebsfrüherkennung trägt erfolgreich dazu bei, dass weniger Frauen an dieser häufigen Krebsart sterben müssen. Eine großartige Entwicklung, die auch mit den immer besseren therapeutische Möglichkeiten Hand in Hand geht", sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. "Die nun veröffentlichte Studie zeigt eindrucksvoll, welche wichtige Rolle Früherkennungsprogramme in der Gesundheitsversorgung spielen. Wir können allen, die an der Studie beteiligt waren, nur gratulieren. Gleichzeitig wird dadurch deutlich, dass auch andere gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zu Prostata-, Darm-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden müssen, um deutliche Belege über deren Nutzen zu erhalten. Auch die Evaluation des Mammographie-Screening-Programmes sollte unbedingt fortgeführt werden."

In Anbetracht der Ergebnisse dieser Studie ermutigt die Deutsche Krebshilfe daher Frauen ab 50 Jahren am Mammographie-Screening teilzunehmen. Nettekoven: "Die aktuelle Studie zeigt eindeutig den hohen Nutzen der Untersuchung - die derzeit aber nur etwa die Hälfte der Frauen in Anspruch nehmen. Frauen im Alter ab 50 Jahren sollten sich über das Mammographie-Screening-Programm bei ihrem Gynäkologen oder beim kostenlosen Informations- und Beratungsdienst INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe informieren und beraten lassen."



Mit jährlich 74.500 Neuerkrankungen ist Brustkrebs in Deutschland die häufigste Krebsart bei Frauen. Früh erkannt, sind die meisten Brustkrebserkrankungen gut behandelbar. Gesetzlich versicherte Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie und werden von ihrer Krankenkasse zu der Untersuchung eingeladen. Weitere Informationen zur Brustkrebsfrüherkennung finden Sie auf der Website der Deutschen Krebshilfe unter: https://ots.de/3iBGKJ.

Hintergrundinformationen zur Studie

In vier aufeinander folgenden Forschungsvorhaben konnte belegt werden, dass Teilnehmerinnen am deutschen Mammographie-Screening-Programm eine um 20 bis 30 Prozent geringeren Brustkrebssterblichkeit haben als Nichtteilnehmerinnen. Für die Studie wurden Daten aus den Jahren 2009 bis 2018 zu Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ausgewertet. Es handelt sich hinsichtlich der Zahl der eingeschlossenen Frauen sowie vom methodischen Umfang her um eine der größten Studien zu diesem Thema.

Das Ressortforschungsvorhaben "Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm (Ressortforschungsvorhaben 3621S42410)" wurde von 2012 bis 2024 unter der Federführung der Universität Münster durchgeführt. Weitere beteiligte Projektpartner waren das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH, das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen und das Landeskrebsregister Nordrhein-Westfalen. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz durchgeführt und vom Bundesumweltministerium, dem Bundesgesundheitsministerium sowie der Kooperationsgemeinschaft Mammographie mit insgesamt rund 10 Mio. Euro gefördert.

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Deutsche Krebshilfe
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