Studie - Gut in der Krise, schwach im Alltag: Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf in der Führungskommunikation
ID: 2186241

(ots) - Die neue "Employee Communication Impact Study" von Staffbase und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov untersucht die interne Kommunikation in deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich. Sie zeigt: Viele Unternehmen sind in der Krisenkommunikation gut aufgestellt, doch im kommunikativen Alltag bestehen weiterhin Schwächen - insbesondere in der Führungskommunikation und bei der Einbindung von Non-Desk-Mitarbeitenden.
Was Mitarbeitende wirklich denken - die wichtigsten Zahlen im Überblick:
- Rund die Hälfte der Mitarbeitenden (51 %) findet: In der Krise kommuniziert ihr Unternehmen gut.
- Doch im Alltag hapert es: Nur 16 Prozent sehen ihre Führungskraft als starke Kommunikator*in - in den USA und Österreich ist dieser Wert mit je 30 Prozent fast doppelt so hoch.
- Dort, wo Mitarbeitende über einen Jobwechsel nachdenken, spielt schlechte interne Kommunikation eine große Rolle: 70 Prozent nennen sie als Grund.
- Besonders deutlich zeigt sich das Problem bei Non-Desk-Kolleg*innen: Nur 34 Prozent sind mit der Kommunikation zufrieden.
"In der Krise haben viele Unternehmen gezeigt, was gute Kommunikation leisten kann. Darauf können wir stolz sein. Jetzt geht es darum, diese Stärke in den Alltag zu bringen. Mitarbeitende erwarten heute mehr als Durchhalteparolen im Ernstfall - sie brauchen Orientierung, Austausch und Nähe, jeden Tag", sagt Dr. Juliane Kiesenbauer, General Manager DACH bei Staffbase. "Unsere Studie zeigt: Kommunikation ist nicht nur ein Krisen-Tool, sondern ein strategisches Führungsinstrument. Und damit es seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es die nötigen Ressourcen für effiziente Wertschöpfung. Wer interne Kommunikation konsequent als strategisches Thema versteht, stärkt die Entscheidungsqualität und reduziert Fluktuation. Dazu müssen Tools, Prozesse und Führungskompetenzen stärker auf die gesamte Belegschaft ausgerichtet werden - unabhängig von Rolle, Standort oder Zugang zum Schreibtisch."
Im Ernstfall meist gut vorbereitet: Deutschlands Krisenkommunikation überzeugt
Gerade in dynamischen Zeiten entscheidet gute interne Kommunikation darüber, ob Mitarbeitende informiert, eingebunden und handlungsfähig bleiben. Die Mehrheit der Beschäftigten bewertet die interne Kommunikation ihres Unternehmens in Krisen positiv: 51 Prozent halten die Krisenkommunikation für "ausgezeichnet" oder "gut", nur 17 Prozent bewerten sie als "schlecht" oder "sehr schlecht". Besonders hoch ist die Zufriedenheit in den Branchen Finanzen und Versicherungen sowie Information und Kommunikation - hier liegen die positiven Werte bei über 70 Prozent.
Führungskommunikation als strategischer Schwachpunkt
Im kommunikativen Alltag deutscher Unternehmen zeigt sich deutlicher Nachholbedarf: Nur 16 Prozent der Beschäftigten halten ihre Führungskraft für eine exzellente Kommunikator*in. In den USA und Österreich liegt dieser Wert jeweils bei 30 Prozent. Dabei birgt gerade die Kommunikation durch Führungskräfte enormes Potenzial: 85 Prozent der Mitarbeitenden, die ihre Führung als "sehr klar" erleben, sind mit ihrer Arbeit "sehr" oder "eher zufrieden". Das liegt deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 65 Prozent - und ist mehr als dreimal so hoch wie bei denjenigen, die die Kommunikation als "sehr unklar" empfinden (24 %).
Mangelhafte interne Kommunikation ist ein Faktor für Fluktuation
Wie Unternehmen intern kommunizieren, hat direkten Einfluss auf die Zufriedenheit, Bindung und Wechselbereitschaft ihrer Mitarbeitenden: 70 Prozent der deutschen Beschäftigten, die über einen Jobwechsel nachdenken, nennen schlechte interne Kommunikation als einen Faktor - ein deutliches Warnsignal in einem ohnehin angespannten Arbeitsmarkt. Schlechte Kommunikation wird dabei deutlich häufiger als Kündigungsgrund genannt als Aspekte wie "unzureichender Urlaub", "mangelnde persönliche Sicherheit" oder "die gesellschaftspolitische Haltung des Unternehmens". Nur zwei Gründe wiegen schwerer als mangelhafte Mitarbeiterkommunikation: Gehalt (75 %) und die Beziehung zur Führungskraft (72 %).
Kein Schreibtisch - schlechtere Kommunikation
Die Zufriedenheit mit der internen Kommunikation in deutschen Unternehmen bleibt ausbaufähig: Nur 42 Prozent der Beschäftigten sind "sehr" oder "eher zufrieden". Besonders deutlich zeigt sich der Nachholbedarf bei Non-Desk-Mitarbeitenden. Hier sind lediglich 34 Prozent zufrieden. Auch beim Thema Feedback gibt es Unterschiede: 41 Prozent der Büroangestellten sagen, ihre Rückmeldungen würden selten oder nie berücksichtigt - bei Non-Desk-Mitarbeitenden sind es 49 Prozent.
Fazit: Interne Kommunikation muss strategische Priorität für Führungskräfte werden
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich: Während viele Unternehmen in der Krisenkommunikation gut aufgestellt sind, bestehen in der alltäglichen Mitarbeiterkommunikation weiterhin Schwächen - besonders in der Kommunikation durch Führungskräfte und bei der Einbindung von Non-Desk-Mitarbeitenden. Wer interne Kommunikation strategisch stärkt, verbessert Entscheidungsqualität, reduziert Fluktuation und erhöht die operative Effizienz. Dafür müssen Kommunikationstools, -prozesse und Führungskompetenzen stärker auf die gesamte Belegschaft ausgerichtet werden - unabhängig von Rolle, Standort oder Zugang zum Schreibtisch.
Über die Studie
Für die Employee Communication Impact Study 2025 haben Staffbase und YouGov insgesamt 3.574 Arbeitnehmer*innen in Australien, Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten befragt. Im Fokus dieses Berichts stehen die Ergebnisse aus der DACH-Region (Deutschland: 1.067 Teilnehmende, Österreich: 216, Schweiz: 200).
Hier kann die Studie heruntergeladen werden: https://staffbase.com/blog-de/employee-communication-impact-study-2025 (https://staffbase.com/blog-de/employee-communication-impact-study-2025)
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Datum: 21.07.2025 - 11:46 Uhr
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