ZDF-Programmhinweis / Freitag, 29. August 2025, 23.30 Uhr / aspekte
ID: 2192736

(ots) - ZDF-Programmhinweis
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Freitag, 29. August 2025, 23.30 Uhr
aspekte
Moderation: Katty Salié
Im Bierzelt, beim Sektempfang, auf der Gartenparty, in Clubs und Kneipen – überall fließt der Alkohol in Strömen. Wer nicht trinkt, wird schief angesehen, wer zu viel trinkt, erst recht.
Einen gesunden Umgang mit Alkohol, gibt es den überhaupt? Wo ist die Grenze zwischen Genuss und Sucht? "aspekte" fragt: Ist Alkohol einfach Teil unserer Kultur? Sind und bleiben wir eine Gesellschaft von Trinkern? Oder ändert sich das womöglich gerade?
"Sober-Partys" liegen im Trend. Vor allem in Großstädten gibt es immer mehr regelmäßige Party-Veranstaltungen ohne alkoholische Getränke. "aspekte" fragt, was Macher und Besucher antreibt.
Auch in der Musikbranche scheint es einen Sinneswandel zu geben.
Während dort noch bis vor kurzem bei jedem Album-Release die Champagnerkorken knallten, Saufen für viele Musiker zum Lifestyle gehört(e), wendet sich inzwischen mancher auch öffentlich vom Alkohol ab – wie etwa Bandleader Marco Wanda oder der Sänger Max Gruber, alias "Drangsal". Katty Salié spricht mit "Drangsal" über die neue Abstinenz und das Verhältnis zum Alkohol in der Szene.
An der Mosel trifft sie den Schriftsteller Ilija Trojanow. Er hat mit "Ein Glas voller Zeit" gerade eine Liebeserklärung an den Wein veröffentlicht und ist davon überzeugt: Wein ist Kultur und Genuss.
Über die Omnipräsenz von Alkohol in unserer Gesellschaft und die daraus resultierenden Folgen spricht "aspekte" mit dem Psychiater Jakob Hein. Er hat das Buch zweier Ethnologen aus dem Jahr 1969 übersetzt: "Betrunkenes Betragen" zeigt, wie sich Menschen weltweit unter dem Einfluss von Alkohol verhalten.
Wie schwierig es für Kinder ist, in einer vom Alkohol bestimmten Familie aufzuwachsen, wie schlecht ihre Chancen im Leben sind, weiß die Autorin Lena Schätte. Sie hat als Krankenschwester in der Suchthilfe gearbeitet. Ihr für den Deutschen Buchpreis nominierter autofiktionaler Roman "Das Schwarz an den Händen meines Vaters" ist aus der Perspektive der Tochter erzählt und hat kein Happy End.
Der Kinofilm "22 Bahnen" hingegen will Mut machen. Hier gelingt es der Hauptfigur, sich aus dem Alkoholgefängnis der Mutter zu befreien und ein selbst bestimmtes Leben zu beginnen.
Freitag, 5. September 2025, 23.30 Uhr
aspekte
Moderation: Jo Schück
Ob AfD, Trump oder Brexit: Mit der Sehnsucht nach der "guten alten Zeit" werden Wahlen gewonnen. Wie beeinflusst dieser Mythos unsere Kultur? Bestimmt Nostalgie unser Zukunftsdenken?
In einer Welt im Krisenmodus erleben konservative Werte und traditionelle Geschlechterrollen ein Comeback. Je schneller der technische Fortschritt unsere Gesellschaft verändert, um so größer scheint das Verlangen nach dem vermeintlich einfachen Leben.
Warum boomt das Versprechen einer besseren Vergangenheit?
Mehr Nostalgie war nie: Von "Das Kanu des Manitu" bis Oasis: Erfolg hat, was unsere Erinnerungen an ein scheinbar intaktes Gestern stimuliert. Die Vergangenheit, sagt Bestsellerautor und Neurowissenschaftler Henning Beck, scheint beherrschbar, die Zukunft ist dagegen ungewiss. Und deshalb zwängen sich Politiker der großen Parteien ins Trachtenjankerl oder setzt sich der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke auf eine Simson aus DDR-Produktion: Statt Antworten auf die Krisen der Gegenwart zu geben, nutzen politische Akteure die Sehnsucht nach der Vergangenheit – mit weitreichenden Folgen für Gesellschaft und Demokratie.
Jo Schück trifft Autorin Hannah Lühmann, deren Roman "Heimat" die Sehnsucht nach klaren Geschlechterrollen und einem traditionellen Familienbild beleuchtet. Protagonistin Jana lernt auf dem Land die Tradwife Karolin kennen – Hausfrau, fünffache Mutter und neurechte Influencerin. Ihr Leben ist mehr als bloße Idylle – es ist ein politisches Statement und zugleich die zeitgemäße Verführung zurück in ultratraditionelle Abhängigkeiten.
Sind wir der Nostalgie ausgeliefert?
Rein faktisch scheint die Sache klar: Nie war das Leben der Menschheit besser als heute. Aber eben auch herausfordernder, schneller und unsicherer. War früher vielleicht doch vieles besser? Jo Schück macht den Selbstversuch und verbringt einen Tag im Frühmittelalter: Im badischen Meßkich entsteht eine mittelalterliche Klosterstadt – ganz ohne moderne Technik. Die Rückbesinnung aufs Ursprüngliche fasziniert nicht nur auf dem Campus Galli: Ist ein Leben im Einklang mit der Natur der Ausweg aus den Überforderungen der Gegenwart?
Aussteigen aus der Gesellschaft – zwischen Romantik und Realität.
Marc Freukes hat schon vor über zehn Jahren den großen Schritt gewagt. Er kehrte der bürgerlichen Welt den Rücken und ist in den Wald gezogen. Seitdem unterrichtet der ehemalige Golfprofi aussteigewillige Großstädter in Survival-Skills. Bei näherer Betrachtung aber scheint auch das einfache Leben seine Tücken zu haben. Davon erzählt "Ausgsting", der neue Kino-Film der Wittmann-Brüder. Wolfgang "Gangerl" Clemens schippert seit über 40 Jahren über die sieben Weltmeere. Ein bayerisches Original, das auf die harte Tour lernen musste, dass die Freiheit ihren Preis hat.
In der Berliner Westernstadt "Old Texas Town" spricht Jo Schück mit Historiker Tobias Becker über die Frage: Warum sehnen wir uns nach einer Vergangenheit, die es so nie gab – und wie gefährlich ist diese kollektive Illusion?
Zumindest für den Western-Stadt-Verein ist die Gefahr greifbar. Im 75. Vereinsjubiläum haben die Spandauer Cowboys die Kündigung erhalten. Die Kulissenstadt soll ausgerechnet einem Innovationscampus weichen. Gewinnt am Ende etwa doch die Zukunft?
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Datum: 22.08.2025 - 11:58 Uhr
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