AGF Forum 2025: Content is King. Reach is Queen. / AGF rückt Cross-Campaign Measurement in den Foku

AGF Forum 2025: Content is King. Reach is Queen. / AGF rückt Cross-Campaign Measurement in den Fokus - Nettoreichweite als zentrales KPI für Vergleichbarkeit beim Sprung über die Gattungsgrenzen

ID: 2197633

(ots) - Rund 300 Vertreter:innen aus Medien, Werbung und Forschung folgten am Donnerstag der Einladung der AGF Videoforschung zum jährlichen AGF Forum in der Union Halle Frankfurt. Unter dem diesjährigen Motto "Content is King. Reach is Queen" bot die Veranstaltung ein hochkarätig besetztes Programm und vielfältige Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Medien- und Werbewelt.

Neben Präsentationen zu laufenden AGF-Projekten und Kooperationen standen Themen wie hybride Reichweitenmessmodelle, insbesondere die Crossmedia Messung für Kampagnen und die Standardsetzung im Hinblick auf eine übergreifende Vergleichbarkeit im Fokus. Mit diesen Maßnahmen verfolgt die AGF das Ziel, in einer zunehmend digitalen und komplexen Medienwelt Orientierung zu bieten, Standards weiterzuentwickeln und die Anschlussfähigkeit des Marktes zu sichern.

"Das diesjährige Forum betont erneut, wie zentral die Frage nach Reichweite und Vergleichbarkeit für den Markt ist. Die unterschiedlichen Perspektiven, von Regulierung über Zielgruppenforschung, bis hin zur Integration internationaler Plattformen, unterstreicht die Verantwortung, mit der wir alle auf die Herausforderungen einer digitalen und fragmentierten Medienwelt reagieren müssen", sagt Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung GmbH.

In ihrer Eröffnungs-Keynote stellte Kerstin Niederauer-Kopf die Nettoreichweite als entscheidendes KPI in einer fragmentierten Medienlandschaft heraus und machte deutlich, warum sie als Gradmesser für die Relevanz von Inhalten und eine übergreifend vergleichende Bewertung von Kampagnen in Zielgruppen unverzichtbar ist. "Nur wenn wir wissen, wie viele Personen einer Zielgruppe wir tatsächlich erreichen, können Investitionen gezielt gesteuert werden und Inhalte ihre volle Wirkung entfalten", so Niederauer-Kopf. Auf dieser Basis verwies sie auf die hybriden Messansätze der AGF, die smarte Panel- und anonyme Big Datasets verbindet, und stellte heraus, dass diese Ansätze auch im internationalen Vergleich der Mastermove seien, um die Cross-Kampagnenmessung in die Umsetzung zu bringen. Hierauf gingen auch im späteren Verlauf des Tages noch Martin Landgraf und Dr. Stefan Czoschke ein: Sie zeigten auf, welche konkreten Schritte von der AGF derzeit unternommen werden, um einen solchen Ansatz für die crossmediale ex-post Kampagnenevaluation Realität werden zu lassen.



Nach der Eröffnung sprach Dr. Tobias Schmid (Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen) in seiner Keynote "Wo bleibt das Level Playing Field?" über die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Medienregulierung. Er betonte, dass sich Mediengattungen nicht mehr getrennt nebeneinanderstellen lassen, sondern ineinandergreifen - weshalb bestehende regulatorische Systeme überprüft und weiterentwickelt werden müssen. Besonders hob er hervor, dass Vielfalt zwar erstrebenswert sei, jedoch vor allem dort eine Bereicherung darstelle, wo Angebote mit journalistischer Grundstruktur die Meinungsbildung stärken. Während in klassischen Medien - insbesondere im Rundfunk - klare Regeln gelten, dominiert im Digitalen häufig der Gedanke individueller Meinungsfreiheit - was es schwieriger macht, eine Balance zu gesellschaftlichen Werten und demokratischer Verantwortung zu halten. Jugendschutz und Schutz der Menschenwürde seien bereits geregelt, aber es brauche auch bei Werbebestimmungen sowie Maßnahmen zur positiven und negativen Vielfaltssicherung ein neues Level. "Gleiches gleich behandeln, aber nicht alles ist gleich. Vielfalt entsteht nicht automatisch, nur weil mehr Inhalte verfügbar sind - entscheidend ist, dass sie die demokratische Debatte bereichern. Mit der Machtverschiebung von Informationserhalt hin zu Plattformen ist es Zeit, die Regulierungssysteme zu leveln und Vielfalt aktiv zu sichern", so Schmid.

Das nachfolgende Gespräch zwischen Prof. Dr. Thomas Höppner (Partner / Rechtsanwalt, Geradin Partners), Juliane Paperlein (freie Journalistin und Moderatorin) und Kerstin Niederauer-Kopf zum Thema "DMA & European Media Freedom Act - Warum es eine transparente Messung braucht", rückte die Frage ins Zentrum, warum ein umfassender Datenzugang und eine vergleichbare und transparente Messung für den Markt und den Erhalt der Medien unverzichtbar sind und welche Risiken ein unausgewogenes Level-Playing-Field mit sich bringen. Höppner hob hervor, dass bestehende Systeme, wie Joint Industry Commitees (JICs) gestärkt werden müssen, und verwies auf deren Relevanz als Instanz für Vertrauen und Neutralität.

Einen Blick auf die aktuellen Trends im deutschen Fernsehen warf Thomas Lückerath (Chefredakteur und Gründer, DWDL). Neben Zuschauermagneten wie Live-Sportübertragungen schafften es dabei auch hybride Shows und Serien-Comebacks unter die Top-Trends. Susanne Aigner (Head of Advertising, Netflix) und Katharina Koch (Head of Ads Measurment, Netflix) sprachen über die Anfang des Jahres gestartete Kooperation zwischen Netflix und der AGF. Netflix hob hervor, dass man sich klar an den Bedingungen des deutschen Werbemarktes orientiere und die AGF dafür der einzige Partner für sie sei. Die Zusammenarbeit sei ein einzigartiges Projekt, das weltweit Maßstäbe setze und darauf ziele, die Streamingnutzung auch mit innovativen Technologien wie einer Server-to-Server messbar und damit vergleichbar zu machen. Auch die Resonanz im Markt sei positiv: Agenturen und Werbungtreibende hätten die Kooperation sehr positiv bewertet.

Der Vortrag von Kristian Meinken (CEO, Pilot Group) "ID oder 'I die'? Die fundamentale Bedeutung von ID-Lösungen für den Medienmarkt" unterstrich, dass nur ein gemeinsames Vorgehen aller Marktteilnehmer zielführend sei. Er machte deutlich, dass neutrale deterministische ID-Lösungen systemunabhängig und zugleich vollständig datenschutzkonform gestaltet sind und vom Markt genutzt werden sollten, damit eine tragfähige unabhängige Basis für den Markt entstehen kann. "Jetzt ist die Zeit, im Markt auf eine ID-basierte Infrastruktur umzustellen, um so die digitale Souveränität abzusichern", betonte Meinken.

Den Abschluss des Kongresses bildete die Diskussion "Ein neues Modell: Warum TV und Video anders geplant werden müssen". Auf dem Podium sprachen Haruka Gruber (SVP Media & Head of Central Europe, DAZN Group), Stefanie Jäckel (Chief Strategy Officer, Ad Alliance), Daniel Jäger (Vorstand OWM & Head of Group Media Telekom), Kerstin Niederauer-Kopf (Vorsitzende der Geschäftsführung, AGF Videoforschung) sowie Karin Ross (Chief Media Officer DACH, Publicis Groupe). Im Mittelpunkt standen die Anforderungen an Transparenz und Vergleichbarkeit der Angebote im Markt und die Frage, welche KPIs künftig besonders relevant seien. Deutlich wurde, dass der Markt jetzt einheitliche Standards und persistente Identifier wie Utiq und NetID benötigt, um Kampagnen valide zu bewerten. "Als Werbetreibende benötigen wir vergleichbare, deduplizierte Reichweiten über alle Marktakteure hinweg - und das absolut objektiv", betonte Jäger. Er begrüßte den Angang der AGF, das Beste aus zwei Welten zu kombinieren, d.h. Insights aus internationalen Ansätzen mit dem Fundament der AGF und innovativen ID-Lösungen.

Beim anschließenden Get-together gab es die Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen Gästen und Referent:innen. Das AGF Forum 2025 zeigte einmal mehr die Bedeutung von Reichweite und Vergleichbarkeit als zentrale Leitgrößen für den Markt - und unterstrich den gemeinsamen Willen der Branche, die bestehenden Standards konsequent weiterzuentwickeln.

Über die AGF Videoforschung GmbH (www.agf.de)

Die AGF Videoforschung GmbH ist ein Unternehmen für neutrale Bewegtbildforschung. Die AGF erfasst kontinuierlich und quantitativ die Nutzung von Bewegtbildinhalten in Deutschland und wertet die erhobenen Daten aus. Sie entwickelt ihr Instrumentarium mit einem mehrstelligen jährlichen Millionenbetrag kontinuierlich weiter, um dem Markt täglich verlässliche Daten über die Nutzung von Bewegtbildinhalten zu liefern. Dabei steht die AGF im engen Austausch mit allen Marktpartnern, darunter Lizenzsender, Werbungtreibende und Mediaagenturen.

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