Internationale Hilfskürzungen treffen ohnehin benachteiligte Mädchen besonders hart

Internationale Hilfskürzungen treffen ohnehin benachteiligte Mädchen besonders hart

ID: 2204362

(ots) -
- Länder mit großer Geschlechterungleichheit auch am stärksten von Kürzungen betroffen
- 167 Millionen jugendliche Mädchen in 13 Staaten haben es nun noch schwerer
- Für Bildungs-, Schutz- und Gesundheitsprogramme fehlen rund 18,9 Milliarden Euro

Die Kürzungen internationaler Hilfsgelder treffen ohnehin benachteiligte Mädchen besonders hart. Das zeigt eine zum Weltmädchentag veröffentlichte Analyse von Save the Children. Von den 20 Ländern, die in diesem Jahr am stärksten von den Kürzungen internationaler Hilfsgelder betroffen waren, haben 13 auch großen Nachholbedarf bei der Gleichstellung der Geschlechter. Für Mädchen bedeutet das: noch weniger Unterstützung in einer bereits zuvor von Benachteiligung und Rechtsverletzungen geprägten Lage.

Der Kinderrechtsorganisation zufolge betrifft dies rund 167 Millionen jugendliche Mädchen (zehn bis 19 Jahre). Ihre 13 Heimatländer werden im globalen SDG Gender Index 2024 (https://eur05.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fequalmeasures2030.org%2F2024-sdg-gender-index%2F&data=05%7C02%7Csilke.zorn%40savethechildren.de%7Ccf41e20c56634363c8b308de0585598e%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0%7C0%7C638954267509646518%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=Y9keoY196zGV0mZUXlCHmTJrk%2B3Hi3jN3ETIgP8ZLO4%3D&reserved=0) mit Blick auf die Gleichstellung der Geschlechter als "sehr schlecht" eingestuft - gleichzeitig tragen diese Länder die Hauptlast der aktuellen Hilfskürzungen. Am stärksten betroffen sind Mädchen in Jamaika, Eswatini und Namibia.

"Wenn Projekte eingestellt oder heruntergefahren werden müssen, zahlen ohnehin benachteiligte Mädchen den höchsten Preis", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland. "Sie können nicht mehr zur Schule gehen oder erhalten weniger medizinische Versorgung. Gleichzeitig steigt das Risiko für Gewalt und Ausbeutung. Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine wichtige Grundlage für Frieden, Wohlstand und soziale Stabilität überall auf der Welt. Aber die Chancen stehen schlecht, dass auch nur ein einziges Land dieses Ziel bis 2030 erreicht. Regierungen, Gesellschaften und Unternehmen weltweit müssen in Mädchen investieren, ihre Rechte schützen und sie dabei unterstützen, ihre Träume zu verwirklichen."



Die Finanzmittel brechen zu einer Zeit weg, in der die Lage von Mädchen in vielen Weltregionen ohnehin kritisch ist: Seit Jahresanfang waren mehr als 3,5 Millionen jugendliche Mädchen von Naturkatastrophen und deren Folgen betroffen, 122 Millionen leben in fragilen Staaten oder Konfliktgebieten. Trotzdem sind die weltweiten Auslandshilfen laut ODA Donor Tracker (https://donortracker.org/publications/budget-cuts-tracker/) um rund 14 Prozent gesunken. Es fehlen damit umgerechnet 18,9 Milliarden Euro für wichtige Bildungs-, Schutz- und Gesundheitsprogramme.

Maria* lebt in einem Geflüchteten-Camp in Tansania, einem der Länder, in denen massive Hilfskürzungen und Geschlechterungerechtigkeit zusammenkommen. Die 16-Jährige will Neurochirurgin werden, doch die jüngsten Kürzungen im Bildungsbereich machen es ihr schwer, diesen Traum zu verwirklichen. "Ich möchte studieren und Ärztin werden, aber ich habe das Gefühl, dass ich den Kampf verliere. Wenn wir Tests schreiben, können nur wenige von uns teilnehmen, weil wir keine Hefte mehr haben. Das ist unfair, aber was können wir tun?" Auch das Geld für Hygieneartikel, die Maria und ihre Freundinnen für den Schulbesuch brauchen, wurde gestrichen.

Save the Children engagiert sich weltweit für die Stärkung von Mädchen und die Gleichstellung der Geschlechter. Die Kinderrechtsorganisation setzt sich unter anderem für die Beteiligung von Mädchen an Entscheidungsprozessen ein und ermöglicht ihnen einen verbesserten, inklusiven und geschlechtergerechten Zugang zu Dienstleistungen.

Hinweise für die Redaktion:


- Der SDG Gender Index (https://equalmeasures2030.org/2024-sdg-gender-index/) gibt Auskunft über die Geschlechtergleichstellung in 139 Ländern zu 14 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Veröffentlich wird er von Equal Measures 2030, einem Zusammenschluss von Führungskräften aus feministischen Netzwerken, der Zivilgesellschaft und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
- Bei den Hilfskürzungen vergleicht die Analyse die im ODA Donor Tracker (https://eur05.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fdonortracker.org%2Fpublications%2Fbudget-cuts-tracker%2F&data=05%7C02%7Csilke.zorn%40savethechildren.de%7Ccf41e20c56634363c8b308de0585598e%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0%7C0%7C638954267509757335%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=80ITfFp0xu3dDZABkwkQBv5GyYvnHGJ6eJ5Eyqb0J2A%3D&reserved=0) veröffentlichte programmierbare Hilfe auf Länderebene (Country Programmable Aid - CPA). Ausgenommen sind Gelder für humanitäre Hilfe, Geflüchtete in Geberländern und sonstige Ausgaben, die nicht mit Empfängerländern in Verbindung stehen. Die CPA umfasste 2023 umgerechnet rund 131,3 Milliarden Euro (letzte offiziell gemeldete Zahlen) und sank 2025/26 auf rund 112,4 Milliarden Euro (Durchschnitt beider Jahre) - ein Rückgang von gut 14 Prozent.
- Die Zahl von 167 Millionen jugendlichen Mädchen (zehn bis 19 Jahre) basiert auf der nach Geschlecht aufgeschlüsselten Bevölkerung der Länder, die der SDG Gender Index als "sehr schlecht" einstuft und die zugleich überdurchschnittlich von CPA-Kürzungen betroffen sind.

Zusatzmaterial zum Download:

Fotos von Maria* aus Tansania: www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2S4RO84W

Fotos und Video-Interviews von Linda*, Daniela* and Maria* aus Kolumbien: https://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2STUY4GI

Unter © Save the Children ist das Material honorarfrei auch zur Weitergabe an Dritte nutzbar.

* Name zum Schutz geändert

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

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Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 -232
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Datum: 11.10.2025 - 06:00 Uhr
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