Handel mit und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland meist nicht erkannt / Zum Euro

Handel mit und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland meist nicht erkannt / Zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober

ID: 2205197

(ots) - Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen, die von Menschenhandel und Ausbeutung betroffen sind, bleibt in Deutschland unentdeckt und erhält deshalb keine Unterstützung. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Menschenrechte in seiner heute veröffentlichten Studie "Durchs Raster gefallen? Kinder und Jugendliche als Betroffene von Menschenhandel in Deutschland".

"Im wohlhabenden Deutschland werden jeden Tag Kinder und Jugendliche im Rahmen von sexuellen Handlungen, kriminellen Aktivitäten wie Drogenhandel, Bettelei oder durch Arbeit ausgebeutet. Besonders gefährdet sind minderjährige Geflüchtete. Um diesen schweren Menschenrechtsverletzungen Einhalt zu gebieten, müssen Betroffene besser als solche erkannt und effektiv geschützt werden", erklärt Naile Tanis, Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

Innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe fehlt es dafür jedoch an spezialisierten Strukturen und ausreichend geschultem Personal. "Alle Bundesländer sollten spezialisierte Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche einrichten. Diese Stellen sollen Betroffene begleiten, Mitarbeitende in Jugendämtern und anderen Einrichtungen der Jugendhilfe mit ihrer Expertise unterstützen und darin schulen, Menschenhandel und Ausbeutung als Kindeswohlgefährdung zu erkennen und angemessen zu reagieren", empfiehlt Tanis.

Zudem sind verbindliche Absprachen zwischen allen Akteuren nötig, die mit betroffenen Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen - von Ermittlungsbehörden bis zu Jugendämtern. Das Institut fordert deshalb die Einrichtung zentraler Koordinierungsstellen für Menschenhandel auf Landesebene, die auch für Minderjährige zuständig sind und klare Verfahren zu Schutz, Identifizierung und Betreuung der Betroffenen entwickeln und umsetzen.

Deutschland ist durch die Europaratskonvention gegen Menschenhandel, die EU-Richtlinien gegen Menschenhandel von 2011 und 2024 sowie die UN-Kinderrechtskonvention rechtlich verpflichtet, betroffene Kinder und Jugendliche zu schützen und zu unterstützen.



WEITERE INFORMATIONEN

Anna Bußmann-Welsch / Frank Noteboom (2025): Durchs Raster gefallen? Kinder und Jugendliche als Betroffene von Menschenhandel in Deutschland. Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte

https://ots.de/cktA0M

Factsheet zur Studie "Durchs Raster gefallen. Kinder und Jugendliche als Betroffene von Menschenhandel in Deutschland "

https://ots.de/x857Pz

"Verborgene Realität - Handel mit und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" - Interview mit Naile Tanis, Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Instituts

https://ots.de/yBdCPk

Pressekontakt:

Ute Sonnenberg, 2. Pressesprecherin
Telefon: +49 30 259 359 453
E-Mail: sonnenberg@institut-fuer-menschenrechte.de

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Datum: 15.10.2025 - 11:55 Uhr
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