Sicherer Baumschnitt mit Teleskop-Kettensägen

Sicherer Baumschnitt mit Teleskop-Kettensägen

ID: 2206722

(ots) - Der Herbst ist die Zeit für den Baumschnitt. Wenn die Bäume ihr Laub verlieren, greifen viele Hobbygärtner:innen zur Ast- oder Motorsäge, oft auf wenig standsicheren Leitern. Dabei kann es bei der Gartenarbeit zu Stürzen und schweren Verletzungen kommen. Sichere Alternativen sind daher gefragt, so etwa der Einsatz von Teleskop-Kettensägen, in der Fachsprache Hochentaster genannt. Mit ihnen lassen sich Äste bequem vom Boden aus bis zu einer Höhe von etwa fünf Metern erreichen und beschneiden. Allerdings gibt es auch bei diesen Geräten einiges zu beachten. "Wer auf eine sachgemäße Nutzung achtet und schon beim Kauf des Geräts auf geprüfte Sicherheit setzt, kann die Gefahr von Unfällen verringern und die Arbeit im Garten deutlich sicherer gestalten", sagt André Siegl, Referent für Maschinensicherheit beim TÜV-Verband. Der TÜV-Verband erklärt, wie der Baumschnitt mit Hochentastern sicher gelingt.

Mit moderner Technik in die Baumkrone

Ein Hochentaster ist im Grunde eine kleine Kettensäge, die an einem langen, verstellbaren Teleskopstiel befestigt ist. Dadurch können Äste und Zweige mit handelsüblichen Geräten und Teleskoplängen von zwei bis drei Metern in Kombination mit der Körpergröße eine Schnitthöhe von etwa fünf Metern ganz ohne Leiter oder Gerüst erreichen. Das Gerät wird vom Boden aus bedient, die Schneidkette am oberen Ende des Stiels arbeitet wie bei einer herkömmlichen Motorsäge. Eine automatische Kettenschmierung sorgt außerdem dafür, dass die Säge gleichmäßig läuft und weniger verschleißt. "Die Technik hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt", sagt Siegl. "Leichtere Materialien sowie gut ausbalancierte, stabile und belastbare Teleskopstiele sorgen dafür, dass Hochentaster nicht nur effizient, sondern ergonomischer und sicherer zu handhaben sind." Die Geräte kommen mittlerweile nicht nur im privaten Garten, sondern auch bei der Pflege öffentlicher Grünflächen zum Einsatz.



Benzin, Elektro oder Akku: Welche Variante sich lohnt

Im Handel sind Hochentaster mit unterschiedlichen Antriebsarten erhältlich. Modelle mit Benzinmotor gelten als besonders leistungsstark und können auch dicke Äste problemlos durchtrennen. Allerdings sind sie laut, schwer und stoßen Abgase aus. Zudem erfordert der Betrieb ein Benzin-Öl-Gemisch, das vor der Nutzung gemischt werden muss. Elektrische Hochentaster mit Netzanschluss sind leichter, wartungsärmer und leiser, schränken durch das Stromkabel aber die Bewegungsfreiheit ein. Sie bergen die Gefahr, dass das Kabel versehentlich beschädigt wird. "Akku-Hochentaster sind heute für die meisten Gärten die beste Lösung", so Siegl. "Sie sind kabellos und flexibel. Die aktuelle Akkutechnik liefert genug Leistung für die gängigen Schnittarbeiten im Garten und ermöglicht ein sicheres Arbeiten ohne Stolperfallen oder Abgase."

Sicheres Arbeiten mit Hochentastern

Die Sicherheit bei der Nutzung beginnt auch mit der richtigen Ausrüstung: Schutzhelm, Schutzbrille, Handschuhe, Gehörschutz und eine Schnittschutzhose sollten obligatorisch sein. "Eine gute Vorbereitung der Arbeiten ist wichtig für die Sicherheit", sagt Siegl. "Vor jedem Schnitt sollten Nutzer prüfen, ob der Ast unter Spannung steht oder sich Fremdkörper wie Nägel oder Wickeldrähte im Schnittbereich befinden." Ein unter Spannung stehender Ast könne einen gefährlichen Rückschlag auslösen, Fremdkörper die Kette beschädigen oder die Säge abrupt zum Stillstand bringen. Abgetrennte Äste können weiteres Astwerk unvorhergesehen mitreißen und unkontrolliert herunterfallen. Probeschnitte in niedriger Arbeitshöhe empfehlen sich, um das Gerät auf ordnungsgemäße Funktion zu testen und ein Gefühl für das sichere Handling zu bekommen. Bei schlechten Witterungsverhältnissen, insbesondere bei starkem Wind oder Nässe sollte generell auf die Arbeit verzichtet werden. Siegl: "Die Griffe müssen trocken, sauber und nicht abgenutzt sein, damit das Gerät nicht aus der Hand rutscht."

Die Nutzung von Hochentastern auf einer Leiter ist zwar nicht verboten, jedoch raten Hersteller und Arbeitsschutzexperten dringend davon ab. "Hochentaster sind dafür ausgelegt, dass die Anwendung vom Boden aus erfolgt", sagt Siegl. "Das Gewicht und die Beschaffenheit der Geräte mit dem Teleskopstiel erfordern, insbesondere bei Arbeiten über dem Kopf, einen absolut sicheren Stand." Außerdem sei ausreichende Beweglichkeit am Boden erforderlich, um sich jederzeit vor herabfallenden Ästen in Sicherheit bringen zu können. Nutzer:innen sollten daher die Arbeitsfläche im Blick haben, diese gegebenenfalls weiträumig absperren und mögliche Stolperfallen entfernen.

Nach jedem Einsatz sollten Kette und Schwert gereinigt, geschmiert und regelmäßig auf Verschleiß geprüft werden. So bleibt der Hochentaster funktionsfähig und sicher. Akku-Modelle lagern idealerweise trocken und frostfrei. Bei benzinbetriebenen Geräten gilt: stets frischen Treibstoff verwenden, alte Gemische ordentlich entsorgen und nur im Freien betanken.

Darauf kommt es beim Kauf an

Nicht jedes Gerät ist für jede Anwendung gleich gut geeignet. Wer einen Hochentaster kaufen möchte, sollte nicht nur auf den Preis achten. Auch Leistung, Handhabung und Sicherheitsfunktionen sind wichtig für ein gutes Arbeitsergebnis.


1. Geprüfte Sicherheit: Das GS-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit") und Prüfzeichen der TÜV-Organisationen auf Hochentastern bestätigen, dass die Geräte den geltenden Sicherheitsanforderungen für Maschinen entsprechen und sicher betrieben werden können. Dies schließt die Prüfung für verbindungssichere und stabile Teleskopstiele mit ein. Die einschlägigen Normen sind DIN EN 11680-1 und -2.
2. Leistung: Bei Elektrogeräten sollte die Motorleistung zwischen 700 und 750 Watt betragen. Für Akku-Modelle gilt eine empfohlene Spannung von 18 bis 36 Volt, um auch stärkere Äste zuverlässig schneiden zu können.
3. Arbeitshöhe: Ein ausziehbarer Teleskopstiel ermöglicht flexibles Arbeiten in unterschiedlichen Höhen. Gute Modelle lassen sich auf zwei bis vier Meter verlängern.
4. Schwertlänge: Für den normalen Gartengebrauch reichen 20 bis 30 Zentimeter. Damit lassen sich Äste mittlerer Stärke sicher und präzise kürzen.
5. Verstellbarer Schneidkopf: Ein neigbarer Schneidkopf erleichtert das Schneiden schwer erreichbarer Äste und sorgt für saubere Ergebnisse.
6. Sicherheitsfunktionen: Hochentaster mit Rückschlagschutz, Kettenbremse und Zweihandbedienung bieten zusätzlichen Schutz bei der Arbeit. Die ausziehbaren Längenstücke der Teleskopstiele müssen selbsthemmend und sicher arretierbar sein.
7. Lärmschutz: Käufer:innen sollten auch den Lärmschutz im Blick behalten. Elektrische Geräte sind in der Regel leiser als benzinbetriebene Modelle.



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Maurice Shahd
Pressesprecher
TÜV-Verband e. V.
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