Asklepios Klinik Nord behandelt erste Patientin mit innovativer Antikörpertherapie gegen Alzheimer-

Asklepios Klinik Nord behandelt erste Patientin mit innovativer Antikörpertherapie gegen Alzheimer-Demenz

ID: 2209966

(ots) -
- Ab sofort können Patient:innen mit neuem Antikörperwirkstoff behandelt werden
- Ambulantes Angebot an der Asklepios Klinik Nord zählt zu den ersten in Deutschland
- Die Therapie zielt auf Menschen im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit mit nachgewiesenen Amyloid-Plaques und kann den kognitiven Abbau verlangsamen
- Engmaschige Kontrollen und ein interdisziplinäres Betreuungskonzept gewährleisten Sicherheit

Die Hamburger Asklepios Klinik Nord ist eine der ersten Kliniken in Deutschland, die die neuen Antikörper-Wirkstoffe Lecanemab und in Kürze auch Donanemab für die Alzheimer-Therapie einsetzen können. Die erste Patientin hat Anfang der Woche ihre erste Infusion erhalten. Prof. Dr. med. Günter Seidel, Chefarzt der Neurologie in der Asklepios Klinik Nord - Heidberg: "Erstmals können wir nicht nur Symptome lindern, sondern den Verlauf der Erkrankung beeinflussen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das, dass sie ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität länger bewahren können." Die vierzehntägliche Behandlung kann sowohl in der Neurologie am Standort Heidberg als auch in der Gerontopsychiatrie am Standort Ochsenzoll stattfinden. Beide Abteilungen kooperieren eng miteinander. Die Gerontopsychiatrie hat etablierte Ambulanzstrukturen für Demenzpatienten (Memory Clinic), so dass dort eine Behandlung auch von gesetzlich versicherten Patient:innen möglich ist. Am Standort Heidberg gibt es das Ambulanzzentrum, in dem die Infusionsbehandlung erfolgen kann. Bereits beantragt und in Planung ist ein Therapieangebot mit den neuen Wirkstoffen auch in weiteren neurologischen Abteilungen und dazugehörenden MVZ von Asklepios in Hamburg.

"Die Therapie eignet sich insbesondere für Menschen im frühen Alzheimer-Stadium, die Gedächtnisprobleme aufweisen, aber noch weitgehend selbstständig im Alltag sind und deren Amyloid-Belastung im Gehirn nachweisbar ist", erläutert Prof. Seidel. Patienten in fortgeschritteneren Stadien, mit Mikroblutungen im Hirn oder bestimmten genetischen Risikokonstellationen können dagegen nicht von dieser Behandlung profitieren. Prof. Dr. med. Axel Wollmer, Chefarzt der Gerontopsychiatrie der Asklepios Nord - Ochsenzoll, betont: "Wir wählen die Patientinnen und Patienten nach strengen medizinischen Kriterien aus und begleiten sie auch psychiatrisch engmaschig während der gesamten Therapie, um Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten." Prof. Seidel, Prof. Wollmer und Prof. Dr. med. Joachim Röther (Chefarzt der Neurologie in der Asklepios Klinik Altona) haben gerade erst im Hamburger Ärzteblatt (https://aerztekammer-hamburg.org/funktionen/aebonline/haeb_10_2025/index.html#12) ausführlich zu der neuen Antikörpertherapie bei der Alzheimer-Krankheit publiziert.



Lecanemab wurde als erster Antikörper im April 2025 in der Europäischen Union zugelassen und kam im September 2025 in Deutschland auf den Markt. Allein in Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzdiagnose. Im Jahr 2023 wurden rund 400.000 neue Demenzerkrankungen registriert. In Hamburg leben aktuell etwa 35.000 Menschen mit Demenz.

Wie die Therapie wirkt

Mit der Antikörpertherapie werden gezielt Amyloid-ß-Plaques im Gehirn gebunden und deren Abbau unterstützt. Klinische Studien zeigen, dass Patient:innen dadurch eine messbare Verlangsamung des kognitiven Abbaus erfahren können. Das Medikament wird per Infusion in den Körper eingebracht. Diese erfolgen im Fall von Lecanemab in 14-tägigem Abstand als Dauerbehandlung. Regelmäßige Kontrollen mittels MRT ermöglichen es, mögliche Nebenwirkungen wie Hirnödeme oder Mikroblutungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Bedeutung für Betroffene und Region

Mit der interdisziplinären Behandlung übernimmt die Asklepios Klinik Nord eine Vorreiterrolle im Großraum Hamburg bei der Einführung dieser innovativen, krankheitsmodifizierenden Therapie. Prof. Dr. Seidel unterstreicht: "Alzheimer war bislang weitgehend eine Erkrankung, bei der wir nur Symptome behandeln konnten. Mit der neuen Therapie lässt sich der Krankheitsverlauf erstmals gezielt beeinflussen, was für Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen eine neue Perspektive darstellt." Prof. Dr. Wollmer ergänzt: "Es handelt sich nicht um eine Wunderlösung, aber für Patientinnen und Patienten im frühen Stadium kann jede gewonnene Zeit von Lebensqualität und Selbstständigkeit enorm wertvoll sein."

Ausblick

In den USA, wo diese Therapie bereits seit 2023 eingesetzt wird, zeigen erste Erfahrungen, dass die Therapie bei Patient:innen im frühen Alzheimer-Stadium den Krankheitsverlauf messbar verlangsamen kann. Die Anwendung in Deutschland bietet nun die Möglichkeit, diese Ansätze auch hierzulande frühzeitig verfügbar zu machen.

Gut für Hamburg

Mit der neuen Alzheimer-Therapie stärken die Abteilung für Neurologie und die Klinik für Gerontopsychiatrie der Asklepios Klinik Nord die Kompetenz der Asklepios Kliniken Hamburg. Die Asklepios Klinik Nord gehört zu den sieben Kliniken, davon vier Krankenhäuser der Maximalversorgung, die Asklepios in Hamburg betreibt. Patient:innen profitieren bei Krankheitsbildern der Neurologie von der interdisziplinären Behandlung innerhalb der Asklepios Kliniken und der standortübergreifenden Zusammenarbeit der Kliniken in Altona, Barmbek, Harburg, Nord, St. Georg und Wandsbek. Bereits seit 20 Jahren (https://gutfuerhamburg.asklepios.com/chronik/live/asklepios_chronik_20_jahre_akhh_2024/index.html) ist Asklepios ein verlässlicher Partner im Hamburger Gesundheitswesen und versorgt rund die Hälfte aller Krankenhauspatient:innen in der Hansestadt. Die intensive Zusammenarbeit von Spezialist:innen aus 22 medizinischen Disziplinen in standortübergreifenden Fachgruppen und interdisziplinären Netzwerken sichert eine besonders hohe Behandlungsqualität. Gemeinsam sorgen die unterschiedlich spezialisierten Expert:innen im Team für eine flächendeckende Spitzenmedizin für alle.

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