Jobs vor KI noch sicher? Studie zeigt: Ab 30 Prozent Automatisierung wirkt KI auf Produktivität und Jobs
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(ots) - Die European Growth Study 2026* der globalen Strategieberatung Simon-Kucher zeigt: Künstliche Intelligenz (KI) bleibt bei den meisten Unternehmen noch unter der Wirkungsschwelle - doch das könnte sich bald ändern. Ab einer Automatisierung von rund 30 Prozent erwarten Firmen erstmals spürbare Effekte. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels stehen deutsche Unternehmen an einem Wendepunkt zwischen Effizienz und Skalierung: Nach einem schwierigen Jahr 2024 überwiegt für 2025 wieder Zuversicht. Für 2026 rechnen viele mit stärkerer Wettbewerbsfähigkeit und stabilem Wachstum im Einklang mit der Gesamtwirtschaft.
- 73 % der Unternehmen nutzen KI in weniger als 30 % ihrer Prozesse; spürbare Produktivitäts- und Beschäftigungseffekte werden erst bei 30-50 % Automatisierung erwartet
- Nur rund 50 % der Unternehmen erreichten 2024 ihre Ziele; für 2025 erwarten über 70 % eine Zielerreichung
- Top-Risiken: Rezession (54 %), Fachkräftemangel (54 %) und Energiekrise (53 %)
- 40 % der deutschen Unternehmen erwarten für 2026 eine bessere Wettbewerbsposition als 2023 (31 %)
Künstliche Intelligenz ist für viele Unternehmen ein zentrales Thema - doch ihre Wirkung bleibt bisher begrenzt. 73 Prozent der Unternehmen gaben an, dass KI derzeit weniger als 30 Prozent ihrer Prozesse unterstützt. Erst ab einer Durchdringung von 30 bis 50 Prozent erwarten sie spürbare Effekte auf Produktivität oder Beschäftigung. "In Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels ist das eine relevante Benchmark. Pilotprojekte mit KI reichen jedoch nicht aus", erklärt Grigori Bokeria, Managing Partner für Zentral- und Nordeuropa bei Simon-Kucher. "Der Erfolg von KI hängt weniger von der Entwicklung neuer Technologien ab, sondern vielmehr von der Integration bewährter Lösungen in zentrale kommerzielle Geschäftsprozesse. KI kann somit nicht nur als Effizienztreiber, sondern auch als Wachstumsenabler für Unternehmen gesehen werden."
Deutschland schaltet auf Sparkurs
Nach zwei Jahren wirtschaftlicher Volatilität bleibt Kostendruck das dominierende Thema. 44 Prozent der deutschen Firmen nennen Kostensenkung als wichtigsten Profithebel - deutlich vor einer Steigerung des Verkaufsvolumens (32 Prozent) und einer Erhöhung der Preise (21 Prozent). Zum Vergleich: 2023 führten noch die Steigerung des Verkaufsvolumens (46 Prozent) und Preissteigerungen (36 Prozent). "Deutsche Unternehmen reagieren auf wirtschaftlichen Druck mit einem klaren Effizienzfokus", so Dr. Franz Ramsauer, Partner bei Simon-Kucher. "Statt Wachstum um jeden Preis steht Kostenbeherrschung im Vordergrund - als Voraussetzung, um 2026 wieder stärker wachsen zu können."
Technologie entscheidet über Erfolg und Misserfolg
Erfolgreiche Unternehmen setzen neue Technologien wie 5G, KI und Big Data deutlich intensiver ein - mit Nutzungsraten von 68, 66 und 62 Prozent. Bei weniger erfolgreichen Firmen sind es oft nur 25 bis 35 Prozent. Der Unterschied zeigt klar: Technologieeinsatz ist zum entscheidenden Erfolgsfaktor geworden. "Technologie ist der neue Wettbewerbsgraben", betont Bokeria. "Wer 2025 noch zögert, fällt 2026 strukturell zurück - beim Wachstum und bei der Wettbewerbsfähigkeit."
Top-Risiken für Wachstum
Makroökonomische Herausforderungen belasten deutsche Unternehmen stark - und haben im Vergleich zu 2023 deutlich zugenommen. Zu den größten Risiken zählen Rezession (2025: 54 Prozent; 2023: 34 Prozent), der Fachkräftemangel (2025: 54 Prozent; 2023: 40 Prozent) und die anhaltende Energiekrise (2025: 53 Prozent; 2023: 37 Prozent). Zusätzlich sorgen Inflation und politische Instabilitäten für Unsicherheit. "Diese Faktoren bremsen profitables Wachstum und erhöhen den Druck, Portfolios zu straffen, Marktangang zu überdenken und Technologie breiter einzusetzen", erläutert Bokeria.
Wettbewerbsdruck durch Asien wächst
Der internationale Wettbewerbsdruck nimmt weiter zu: Der wachsende Einfluss asiatischer Anbieter erhöht den Druck auf europäische Unternehmen und verschärft die ohnehin schwierigen Marktbedingungen - auch in Heimmärkten. Aggressive Preispolitiken, höhere Innovationsgeschwindigkeit und veränderte Kundenanforderungen zwingen Firmen, schneller und fokussierter zu handeln. "Der Wettbewerb aus Asien - insbesondere aus China - zeigt, wie rasant sich Märkte verändern können. Europa muss Tempo aufnehmen - mit technologischem Mut und konsequenter Kundenorientierung statt Bürokratie und Bequemlichkeit", so Bokeria. "Eine Phase des Zögerns kann sich Europa nicht leisten - Kleckern statt Klotzen ist keine Option. Wir brauchen Entschlossenheit bei Innovation und Effizienz bei den Prozessen - damit aus der Wachstumsambition keine Wachstumsillusion wird." Trotz des steigenden Drucks blicken deutsche Unternehmen vergleichsweise optimistisch nach vorn. 40 Prozent erwarten, bis 2026 besser aufgestellt zu sein als 2023 (31 Prozent).
*Über die Studie: Die European Growth Study 2026 (N = 1.236) basiert auf einer repräsentativen Befragung von Unternehmensentscheidern in 13 europäischen Ländern, darunter 254 in Deutschland. Die Erhebung wurde im September 2025 vom Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Simon-Kucher durchgeführt.
Über Simon-Kucher
Simon-Kucher ist eine globale Unternehmensberatung mit mehr als 2.000 Mitarbeitenden in über 30 Ländern. Unser Fokus: "Unlocking Better Growth". Wir helfen unseren Kunden, "besser" zu wachsen, indem wir jeden Aspekt ihrer Unternehmensstrategie optimieren, von Produkten und Preisen bis hin zu Innovation, Digitalisierung, Marketing und Vertrieb. Mit 40 Jahren Erfahrung in Monetarisierung und Pricing gelten wir als weltweit führend in den Bereichen Preisberatung und Unternehmenswachstum.
Für Rückfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Roxana Müller (Communications & Marketing Manager)
Tel: +49 160 92180752
Email: roxana.mueller@simon-kucher.com
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Datum: 11.11.2025 - 08:15 Uhr
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