Wirksamer Jugendmedienschutz im Netz / Differenzierte Lösungen statt pauschaler Verbotsdebatten

Wirksamer Jugendmedienschutz im Netz / Differenzierte Lösungen statt pauschaler Verbotsdebatten

ID: 2211506

(ots) - Es ist ein gutes Zeichen, dass aktuell breite gesellschaftliche Debatten rund um den Schutz von Kindern und Jugendlichen online geführt werden. Die FSM begrüßt, dass dieser wichtige Themenkomplex so viel öffentliche Aufmerksamkeit erhält und sich verschiedenste Akteure daran beteiligen. Denn Jugendmedienschutz muss als gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Die Vielfalt der Perspektiven zeigt, wie relevant und vielschichtig die Herausforderungen sind.

Martin Drechsler, FSM-Geschäftsführer:

"Die Diskussionen rund um den Jugendmedienschutz verdeutlichen, dass wir es mit einer anspruchsvollen Aufgabe zu tun haben. Dafür kann es keine einfachen Lösungen geben. Wir müssen Schutz, Befähigung und Teilhabe immer zusammen denken. Als FSM verbinden wir juristische und medienpädagogische Expertise, um Orientierung zu geben und tragfähige Lösungen zu finden."

Junge Menschen effektiv vor Online-Risiken zu schützen, ist eine wichtige Verantwortung der Anbieter. Als staatlich anerkannte Selbstkontrolleinrichtung berät und beaufsichtigt die FSM ihre Mitgliedsunternehmen in allen Fragen des Jugendmedienschutzes.

Flexible Schutzmaßnahmen für verschiedene Altersgruppen

Pauschale Regelungen, wie Verbote von digitalen Geräten oder bestimmter Online-Angebote für einzelne Altersgruppen, würden die Teilhabe junger Menschen an einer digitalisierten Lebenswelt erheblich einschränken. Sie gefährden zugleich die Wahrung von Kinderrechten, etwa auf Information und Unterhaltung, und hemmen die Entwicklung von Medienkompetenz.

Technische Lösungen können helfen, Online-Inhalte zu filtern und altersgerechte Zugänge sicherzustellen. Die FSM setzt sich dafür ein, dass flexible Ansätze des technischen Jugendmedienschutzes gestärkt werden. Bei all dem müssen sowohl die Kinderrechte als auch das elterliche Erziehungsprivileg aktiv berücksichtigt werden.

Bestehende Schutzmaßnahmen müssen zudem bekannter gemacht werden. Denn schon jetzt stehen Eltern, Erziehenden und Familien vielfältige Tools zur Verfügung, um altersgerechte Schutzmaßnahmen umzusetzen:




- Jugendschutzprogramme für Streaming, Games und zum Schutz vor ungeeigneten Online-Inhalten
- Altersgerechte Einstellungen auf Diensten und Plattformen (z.B. Teenprofile)
- Bildschirmzeiten und Nutzungsdauer regulieren, Pausen-Funktionen, Digital Wellbeing
- Schutz- und Begleitfunktionen für Eltern
- Optionen zur Einflussnahme auf algorithmische Empfehlungen oder Interaktionsmöglichkeiten mit anderen
- Möglichkeiten zum Melden und Blockieren

Anbieterperspektiven einbeziehen und kritisch begleiten

Das System der Regulierten Selbstregulierung hat sich im Jugendmedienschutz in Deutschland über die letzten Jahrzehnte bewährt. Es schafft Verbindlichkeit, entlastet staatliche Stellen und bietet zugleich die notwendige Flexibilität, um Innovationen zu fördern und praxisnahe Lösungen zu entwickeln.

Als staatlich anerkannte Selbstkontrolleinrichtung steht die FSM für diese Aufgaben ein und bringt ihre langjährige Erfahrung branchenweit ein. Entscheidend ist dabei, bestehende Strukturen und Lösungen kontinuierlich kritisch zu begleiten und weiter auszubauen.

Nur wenn technische Schutzmechanismen regelmäßig überprüft, angepasst und weiterentwickelt werden, können sie dauerhaft wirksam bleiben. Die FSM setzt sich dafür ein, die Perspektiven der Anbieter einzubeziehen und den Dialog über wirksame Schutzmaßnahmen fortzuführen, um den Kinder- und Jugendmedienschutz nachhaltig zu stärken.

Medienbildung stärken - in Familie, Schule und Gesellschaft

Es gibt keinen wirksamen Jugendmedienschutz ohne Medienkompetenz. Kinder und Jugendliche müssen befähigt werden, Risiken zu erkennen und souverän mit digitalen Medien umzugehen. Dafür benötigen insbesondere Eltern sowie Lehr- und pädagogische Fachkräfte Informationen, Ressourcen und praktische Tipps, um Kinder und Jugendliche im Umgang mit Online-Medien zu begleiten. Die FSM stellt Eltern und pädagogischen Fachkräften mit ihren etablierten Medienbildungsprojekten Elternguide.online (https://www.elternguide.online/), Medien in die Schule (https://www.medien-in-die-schule.de/) und weitklick vielfältige Unterstützungsangebote zur Verfügung.

Die Expertise der FSM auf einen Blick


- Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Online-Inhalte (https://www.fsm.de/fsm/beschwerdestelle/)
- Prüfung und Zertifizierung von technischen Jugendschutzlösungen (https://www.fsm.de/online-jugendschutz/jugendmedienschutz-in-der-praxis/)
- Medienpädagogische Unterstützung von Eltern und pädagogischen Fachkräften (https://www.fsm.de/medienbildung/)
- Fachveranstaltungen zu aktuellen Themen, Trends und Entwicklungen rund um digitale Medien, Online-Jugendschutz und Medienbildung (https://www.fsm.de/events/)

Über die FSM

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) ist eine von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) anerkannte Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Telemedien. Sie beaufsichtigt und berät eine Vielzahl von Unternehmen aus der Telekommunikations- und Online-Branche. Der Verein setzt sich seit 1997 dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mit einem sicheren und besseren Internet aufwachsen können - insbesondere über die Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Online-Medien. Dazu betreibt die FSM eine Beschwerdestelle, an die sich alle wenden können, um Online-Inhalte zu melden. Die FSM-Beschwerdestelle wird unter dem Dach von Saferinternet.de von der Europäischen Union kofinanziert. Darüber hinaus gehören die umfangreiche Aufklärungsarbeit und die Medienkompetenzförderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu den weiteren Aufgaben der FSM.

Pressekontakt:

FSM e. V., Leontine Päßler, Beuthstr. 6, 10117 Berlin;
Tel.: 030 24 04 84 - 43, paessler@fsm.de, www.fsm.de


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Datum: 12.11.2025 - 13:00 Uhr
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