10. Herbert-Lewin-Preis / Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der NS-Zeit
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(ots) - Heute wird der Herbert-Lewin-Preis zur Aufarbeitung der Geschichte der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus (NS) zum zehnten Mal verliehen. Die Auszeichnung würdigt zwei wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit medizinischen Schicksalen in der NS-Zeit auseinandersetzen. Der Preis wird gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) vergeben.
Den ersten Preis erhält Dr. med. Dr. phil. Lea Münch für ihre Arbeit "Innenansichten der Psychiatrie im Elsass zur Zeit des Nationalsozialismus. Lebensgeschichten zwischen Strasbourg und Hadamar". Die Studie beleuchtet individuelle Schicksale psychiatrischer Patientinnen und Patienten.
Mit dem zweiten Preis wird Dr. med. Dana Derichs ausgezeichnet. Ihre Arbeit "Die Medizinstudentinnen der Universität Erlangen in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus" analysiert Lebenswege und Karrieren von Frauen in der Medizin.
Die Auswahl der Preisträgerinnen erfolgte durch eine unabhängige Jury. Die Jurymitglieder wurden von den Trägerorganisationen benannt, zudem gehören ein Vertreter des Zentralrates der Juden in Deutschland sowie ein Vertreter jüdischer Ärztinnen und Ärzte dazu.
Der Herbert-Lewin-Preis soll die historische Aufarbeitung der Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus fördern, aber auch die Erinnerung an engagierte (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden, aufrechterhalten. Mit dem Preis wird nicht nur wissenschaftliche Exzellenz gewürdigt, sondern auch ein Beitrag zur Erinnerungskultur sowie zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte geleistet.
Informationen zum Forschungspreis sowie zu früheren Preisträgerinnen und Preisträgern und deren Arbeiten: Herbert-Lewin-Preis (https://www.bzaek.de/ueber-uns/gesellschaftliche-verantwortung/herbert-lewin-forschungspreis.html)
Hintergrund: Herbert Lewin
Herbert Lewin wurde am 1. April 1899 in Schwarzenau geboren. Nach einem Medizinstudium arbeitete er in der jüdischen Poliklinik in Berlin, ab dem Jahr 1937 bis zu seiner Deportation durch die Nationalsozialisten als Chefarzt im jüdischen Krankenhaus in Köln. Nach seiner Befreiung nahm Herbert Lewin seine Arzttätigkeit wieder auf. In den Jahren 1963 bis 1969 bekleidete er das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Lewin starb am 21. November 1982 in Wiesbaden (Quelle: Zentralrat der Juden in Deutschland (https://www.zentralratderjuden.de/aktuelle-meldung/juedische-aerztinnen-und-aerzte-in-der-ns-zeit/)).
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Datum: 25.11.2025 - 16:00 Uhr
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