HIV-erkrankten Kindern droht immer schlechtere Versorgung / SOS-Kinderdörfer zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember
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(ots) - Die bestehenden Versorgungslücken bei der HIV-Prävention und -Behandlung von Kindern werden massiv zunehmen, wenn die diesjährigen Kürzungen von Entwicklungsgeldern unkompensiert bleiben. Bis 2029 könnten sich insgesamt sechs Millionen Menschen zusätzlich mit HIV infizieren, rund vier Millionen mehr Menschen könnten im Kontext mit Aids sterben. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hin. "Es bahnt sich eine Finanzierungskrise von historischem Ausmaß an, jahrzehntelange Fortschritte sind gefährdet wie nie. Dabei wäre es uns aufgrund unseres Wissens und unserer Mittel möglich, Aids langfristig zu besiegen, und somit Millionen Kindern und ihren Familien Leid zu ersparen. Wir müssen jetzt im internationalen Verbund die Weiterfinanzierung von HIV-Programmen sicherstellen", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.
Aids bleibt eine globale Gesundheitsbedrohung
Aus medizinischer Sicht hat sich Aids seit seinem Aufkommen in den 1980er Jahren vom todbringenden Infekt zur gut behandelbaren chronischen Krankheit entwickelt, etwa dank antiretroviraler Therapien. Ein Grund, warum HIV in Ländern mit stabilen Gesundheitssystemen wie Deutschland aus dem Zentrum des öffentlichen Bewusstseins gerückt ist. Das Virus stellt jedoch weiterhin eine große globale Bedrohung dar: 2024 gab es 1,3 Millionen Neuinfektionen, davon 120.000 bei Kindern. Es bestehen gravierende Präventionslücken - gerade in afrikanischen Ländern, wo 2024, laut WHO 26,3 Millionen Menschen mit HIV lebten. Bislang zählten die USA zu den finanzstärksten Gebern bei der Aids-Bekämpfung. Seit Frühjahr 2025 wirken sich die US-Finanzkürzungen nachteilig auf die Behandlung von HIV-Infizierten aus und es kommt zum Stopp von Präventionsmaßnahmen.
Bestehende gesundheitliche Ungerechtigkeiten werden sich verschärfen
- Schon jetzt sind Mädchen und Frauen überproportional betroffen: Laut UNAIDS lebt der Großteil in Subsahara-Afrika, mit rund fünf Millionen ist ihre Zahl in Südafrika am höchsten. Mädchen und Frauen tragen ein höheres Infektionsrisiko und haben, etwa aufgrund von Armut und Geschlechterungleichheit, oft weniger Zugang zu Gesundheitsdiensten, was auch die Gefahr der Mutter-Kind Übertragung erhöht. Gemäß ,Ärzte ohne Grenzen' erhielten etwa in der Demokratischen Republik Kongo 2022 nur 40 Prozent der HIV-positiven Schwangeren eine antiretrovirale Therapie, die eine Übertragung auf den Fötus im Mutterleib oder später über die Muttermilch verhindern kann. Drei Millionen Schwangere hatten keinen Zugang zu HIV-Tests.
- Schon jetzt kennen Kinder ihren HIV-Status oft nicht, infizierten Kindern fehlen lebensnotwendige Medikamente: Diese Faktoren sind hauptverantwortlich dafür, dass laut WHO 2024 rund 75.000 Kinder an den Folgen von Aids starben. Gemäß Schätzungen war 2024 bei 37 Prozent der weltweit mit HIV-infizierten Kinder ihr Status nicht bekannt, nur etwas mehr als die Hälfte der Erkrankten erhielt eine antiretrovirale Therapie. Da etwa 87 Prozent der HIV-positiven Kinder unter 15 Jahren in Subsahara-Afrika leben, entbehrten hier die meisten HIV-Tests und lebensnotwendige Medikamente.
So helfen die SOS-Kinderdörfer
Die SOS-Kinderdörfer leisten in Gemeinden Aufklärungsarbeit, um der oftmals noch vorherrschenden Tabuisierung der Krankheit und der Stigmatisierung von HIV-Erkrankten entgegenzuwirken. In den Gesundheitszentren der Hilfsorganisation werden infizierte Kinder und ihre Familien medizinisch behandelt. Familien, die aufgrund der Krankheit in Not geraten sind, erhalten Unterstützung, und Aids-Waisen finden in den SOS-Kinderdörfern ein neues Zuhause.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
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Datum: 27.11.2025 - 12:26 Uhr
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