Landesfischereitag am 3. Juli in Denkendorf
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Landesfischereitag am 3. Juli in Denkendorf
NABU gratuliert Bodensee-Fischern zu guter Felchen-Saison Einfluss des Kormorans auf Felchenbestände offensichtlich unerheblich
Stuttgart - Der NABU freut sich mit den Fischern, dass die Erträge der Bodensee-Felchen am Untersee stabil bleiben. "In den vergangenen drei Jahren sind die Erträge beim Brotfisch Felchen am Untersee laut offizieller Fangstatistik sogar stark angewachsen und lagen 2009 deutlich über dem Mittelwert der vergangenen 50 Jahre", erklärt NABU-Landeschef Andre Baumann anlässlich des morgigen (3.7.) Landesfischereitages in Denkendorf. "Eindrucksvoll widerlegen diese Zahlen den Vorwurf, dass der Kormoran den See leer fische und den Fischern die Lebensgrundlage raube. Wäre der Einfluss des Kormorans auf die Fischbestände so verheerend wie immer wieder behauptet, müsste sich das am Untersee besonders deutlich zeigen. Das ist aber nicht der Fall." Der Untersee ist seit Jahren das Zentrum des Kormoranstreites. Der Kormoran findet hier, im flacheren Teil des Bodensees, gute Jagdbedingungen.
Auch ein Blick in die weitere Vergangenheit zeigt: Aus den Fangstatistiken des Untersees lässt sich nicht ableiten, dass der Kormoran die Felchenerträge dort in großem Maße verringere. "Die Felchenerträge haben sich in den vergangenen 50 Jahren in einer Wellenbewegung entwickelt. Nach guten Jahren kamen schlechte - über den gesamten Zeitrum blieb der Ertrag jedoch stabil. Das hat sich auch nicht geändert, seitdem Mitte der 90er-Jahre der Kormoran wieder am Bodensee brütet", erklärt Baumann.
Auch am Obersee steigen die Felchen-Erträge seit 2007 an. Allerdings sind die Ertragszahlen am Obersee bereits heute von einem Effekt überlagert, der sich in Zukunft noch verstärken wird: Langfristig gehen sowohl im Untersee als auch im Obersee die Fischbestände zurück - völlig unabhängig vom Kormoran. "Das Umweltministerium hat den Grund dafür ganz klar und richtig benannt: Der Bodensee wird immer sauberer. Weniger Nährstoffe im Wasser bedeuten aber weniger Nahrung für die Fische und somit kleinere Fischbestände", erklärt Baumann. Das Umweltministerium drückt das in seiner Antwort auf eine Landtagsanfrage so aus: "Die Produktivität des Bodensees hat erheblich nachgelassen."
Der NABU stellt sich nach wie vor gegen die immer wieder vorgebrachte Forderung der Fischer und Angler, der Kormoran müsse in großem Stil getötet werden. Diese Forderung sei unbegründet, was nicht zuletzt ein Blick in die offiziellen Fangstatistiken zeige. Der NABU fordert den Landesfischereiverband auf, seine Hetze gegen den Kormoran zu beenden und ihn als gleichberechtigten Fischerei-Kollegen zu dulden. Der Kormoran wurde 2010 vom NABU zum Vogel des Jahres gekürt, um auf den problematischen Umgang mit diesem heimischen Wildvogel aufmerksam zu machen.
Für Rückfragen:
- Dr. Andre Baumann, NABU-Landesvorsitzender, mobil: 01520 / 984 70 11
Hannes Huber
Pressesprecher
NABU Baden-Württemberg
Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart
Tel: 0711/966 72-16, Fax: 0711/966 72-33
Mail: Hannes.Huber@NABU-BW.de
Der NABU hat den Kormoran zum "Vogel des Jahres" 2010 gewählt. Weitere Informationen zum Jahresvogel zu finden unter www.NABU.de
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Datum: 02.07.2010 - 19:17 Uhr
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