Gazastreifen: Stürme und anhaltende Einfuhrbeschränkungen erschweren lebenswichtige Hilfe für Kinder
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(ots) -
- Verschlammte Straßen, überschwemmte Camps, fehlende Winterkleidung: Kinder können Hilfsangebote nicht mehr wahrnehmen
- Einfuhr von Zeltstangen, Holz und Werkzeugen immer noch nicht möglich
- Save the Children organisiert Versorgung mit vor Ort beschaffter Winterausstattung
Ein für heute erwarteter Sturm mit Starkregen verschlimmert die ohnehin schwierige Lage der Menschen im Gazastreifen. Save the Children befürchtet, dass das Unwetter erneut Kinder und ihre Familien von dringend benötigten Schutz- sowie psychosozialen Unterstützungsangeboten abschneidet - während Hilfsgüter nach wie vor nicht in ausreichender Menge ankommen.
Vier der acht Schutz- und Spielräume der Kinderrechtsorganisation mussten bereits während früherer Stürme im November schließen. Die Camps, in denen sie sich befinden, waren durch Regenfälle und Abwässer, die die zerstörten Sanitäranlagen nicht mehr aufnehmen konnten, überflutet worden. Auch die offenen Schutz- und Spielräume wurden während der Stürme seltener besucht: Der Regen hatte den Boden aufgeweicht, und Kinder waren ohne feste Schuhe und Winterkleidung gezwungen, in ihren Zelten zu bleiben. Die Älteren mussten bei der Beseitigung von Sturmschäden helfen.
"Für die Kinder und ihre Familien ist es jetzt lebenswichtig, dass die israelischen Behörden endlich sämtliche Beschränkungen für Hilfslieferungen aufheben. Güter wie Zelte, Zeltstangen, warme Kleidung, Decken, Bettzeug und Wintervorräte müssen in ausreichender Zahl in den Gazastreifen gelassen werden. Auch das beschädigte Abwassersystem muss dringend repariert werden", fordert Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland. "Der israelische Staat ist als Besatzungsmacht verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die humanitären Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllt werden. Die Belagerung muss enden und alle Grenzübergänge müssen in beide Richtungen geöffnet werden, damit Kinder Zugang zu lebenswichtiger humanitärer Hilfe erhalten."
Zwar wurden seit der Ankündigung der ersten Phase des Friedensplans vor zwei Monaten einige Zelte und Planen in den Gazastreifen gebracht. Aufgrund von Beschränkungen für Güter, die von den israelischen Behörden als "doppelt verwendbar" (dual use) eingestuft werden, konnten jedoch immer noch kein Holz, keine Zeltstangen und keine Werkzeuge geliefert werden.
Die von den israelischen Behörden vergangene Woche angekündigten Pläne zur Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah für Palästinenser*innen, die den Gazastreifen verlassen wollen, sehen keine Einfuhr von Hilfsgütern vor. Save the Children darf seit März keine eigenen Hilfsgüter mehr in den Gazastreifen bringen. Trotzdem planen die Teams der Kinderrechtsorganisation, in den kommenden Wochen vor Ort beschaffte Güter zu verteilen - darunter Matratzen, Bettwäsche, Kissen, Decken, Matten und Planen sowie mehr als 2.000 Sets mit Winterkleidung für Kinder.
Anfang Dezember gelang es Save the Children gemeinsam mit Partnern, deren Hilfsgüter zugelassen wurden, 5.750 Hygiene-Sets für Frauen und 1.000 Still-Sets zu verteilen. Die Organisation stellt außerdem umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro in Form von Bargeldhilfen bereit, damit Familien auf dem Markt das Nötigste für den Winter kaufen können.
"Es ist herzzerreißend, mit Eltern und Kindern hier zu sprechen", berichtet Shurouq, Medienmanagerin bei Save the Children im Gazastreifen und selbst Mutter einer dreijährigen Tochter; ihren Mann verlor sie in den ersten Kriegswochen. "Unsere Schutz- und Spielräume und auch die temporären Lernzentren boten Kindern zumindest eine Atempause von den Schrecken der vergangenen zwei Jahre. Jetzt haben sie nicht einmal mehr das. Das Winterwetter und die Kriegsschäden machen viele der verbliebenen ,Straßen' in Gaza unpassierbar. Ein Kind erzählte mir, dass es die ganze Nacht wachliegt und friert, weil Bettwäsche und Decken nach der Überschwemmung seines Zeltes völlig durchnässt sind."
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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Datum: 10.12.2025 - 14:59 Uhr
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