Versprechen halten: Terre des Hommes warnt vor gravierenden Menschenrechtsrisiken für afghanische Familien mit deutscher Aufnahmezusage
ID: 2218268

(ots) - Rund 1.800 Afghaninnen und Afghanen, die eine deutsche Aufnahmezusage aus verschiedenen Aufnahmeprogrammen besitzen, warten weiterhin verzweifelt auf ihre Evakuierung nach Deutschland. Mehr als 70 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. "Wir fordern die Bundesregierung auf, die Aufnahmezusagen einzuhalten und die Betroffenen endlich in Sicherheit zu bringen", sagt Joshua Hofert, Vorstandssprecher der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes. "Diese Menschen haben für und mit uns gearbeitet - und sie haben sich auf unser Versprechen verlassen. Um unserer Forderung Nachdruck zu geben, haben wir einen Offenen Brief (http://www.tdh.de/fileadmin/user_upload/Verein/01_Informieren/Themen/Flucht/2025_Offener_Brief_-_Aufnahmen_Afghanistan_-_Menschenrechte_wahren_-_Versprechen_halten_.pdf)an die Bundesminister Wadephul und Dobrindt mitinitiiert, den mehr als 250 Organisationen unterschrieben haben."
Unter den Betroffenen in Pakistan ist auch ein ehemaliger Mitarbeiter einer Partnerorganisation von Terre des Hommes. Aufgrund seines besonderen Engagements für Frauen- und Kinderrechte sind er und seine Familie in Afghanistan hochgefährdet. Mit der Machtübernahme durch die Taliban erhielt er Todesdrohungen. Nach einer Hausdurchsuchung musste er mit seiner Familie untertauchen und mehrfach den Aufenthaltsort wechseln. In langen Verfahren wies die Familie ihre besondere Schutzbedürftigkeit gegenüber den deutschen Behörden nach, erst dadurch erhielten sie endlich eine Aufnahmezusage der Bundesregierung und reisten nach Pakistan aus. Der Betroffene sagt: "Als gebildeter Mensch, der sich stets bemüht hat, anderen zu dienen und die Menschenrechte - insbesondere die Rechte von Frauen und Kindern - zu schützen, benötige ich nun selbst Schutz. Ich hoffe inständig, dass die Bundesregierung weiterhin Menschen wie uns unterstützt, die ihr Leben humanitärem Engagement gewidmet haben und nun Sicherheit suchen."
Rechtsanwältin Nina Hager, die zahlreiche Betroffene vertritt, bestätigt: "Aufgrund einer auslaufenden Vereinbarung mit Pakistan ist sehr wahrscheinlich, dass Betroffene ab 2026 nach Afghanistan abgeschoben werden, wo vielen Verfolgung, Folter und Tod drohen. Die Bundesregierung beruft sich währenddessen darauf, Prüfungen fortzusetzen, ob noch ein 'politisches Interesse' an der legalen Einreise besteht. Dieser Umgang mit Menschen, die sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte eingesetzt haben, ist rechtlich und moralisch unhaltbar."
__________________________________________________________________________
Unser Name "Terre des Hommes" steht für eine "Erde der Menschlichkeit". Klimawandel, Kinderarbeit, Krieg und Vertreibung - wir machen Kinder und Jugendliche stark und schützen sie mit unseren Projekten vor Gewalt und Ausbeutung. Wir leisten humanitäre Hilfe und verbessern die Lebensbedingungen von Kindern weltweit. Was uns dabei besonders wichtig ist: Wir arbeiten mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen und setzen gemeinsam mit Kindern ihre Rechte durch. Als Kinderrechtsorganisation sind wir unabhängig von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien. Wir fördern derzeit über 400 Projekte für Kinder und Jugendliche in 47 Ländern.
Pressekontakt:
Verantwortlich: Terre des Hommes
Kontakt:
Wolf-Christian Ramm, 0541 / 71 01-158 oder 0171-672 9748, c.ramm@tdh.de, www.tdh.de
Original-Content von: Terre des Hommes Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.12.2025 - 09:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2218268
Anzahl Zeichen: 3595
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 205 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Versprechen halten: Terre des Hommes warnt vor gravierenden Menschenrechtsrisiken für afghanische Familien mit deutscher Aufnahmezusage"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Terre des Hommes Deutschland e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Lutz Beisel, dem Gründer von Terre des Hommes Deutschland. Mit seinem Engagement und seiner Entschlossenheit hat er eine der bedeutendsten Kinderrechtsorganisationen Deutschlands ins Leben gerufen und über Jahrzehnte geprägt. Lutz Beisel wurde in den 1
Terre des Hommes fordert starkes Jugendmandat in neuer entwicklungspolitischer Nord-Süd-Kommission ...
Anlässlich der Vorstellung der neuen entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission (ENSK) im Rahmen der Hamburg Sustainability Conference fordert Terre des Hommes Deutschland ein verbindliches und sichtbares Jugendmandat im neuen Gremium. "Wenn die Bundesregierung Entwicklungspolitik neu denk
Terre des Hommes warnt vor Ausweitung von Haft und haftähnlicher Unterbringung für geflüchtete Kinder / Zum Inkrafttreten der GEAS-Reform ...
Mit dem Inkrafttreten der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) am 12. Juni warnt Terre des Hommes vor erheblichen Risiken für die Rechte geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland und der Europäischen Union. Die neuen Regelungen ermöglichen unter bestimmten Vorausse
Weitere Mitteilungen von Terre des Hommes Deutschland e.V.
Tag der Menschenrechte: In Nigeria geht es für viele um das Recht, zu überleben / Nirgendwo auf der Welt werden mehr Christen ermordet als in Nigeria ...
Am heutigen internationalen Tag der Menschenrechte drängt sich ein Blick nach Nigeria auf - dem Land, in dem das überkonfessionelle Hilfswerk Open Doors innerhalb eines Jahres 3.100 Morde an Christen dokumentiert hat (von 4.476 weltweit). US-Präsident Trump sprach anhand dieser Zahl von einem &qu
Handicap International: Geflüchtete Menschen mit Behinderungen nicht länger vom Spracherwerb ausschließen ...
Zum Tag der Menschenrechte erinnern Handicap International e. V. (HI) und 26 weitere Organisationen daran: Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht. Für geflüchtete und migrierte Menschen mit Behinderungen wird dieses Recht in Deutschland jedoch nach wie vor regelmäßig verletzt - insbesondere bei
Regeln für die Weltwirtschaft: Den Kern bewahren / Kommentar von Hannes Koch ...
Nun gerät der einheitliche Weltmarkt selbst unter die Räder autoritärer Mächte wie China, Russland und Donald Trumps USA. Um in dieser Strömung nicht zu ertrinken, rückt Europa ebenfalls kurzfristige ökonomische Interessen an die erste Stelle und schleift selbstgesetzte Normen. Das ist ein Fe
Deutsche Umwelthilfe zur abgeschwächten EU-Lieferkettenrichtlinie: "Europäische Union stellt Konzerninteressen über Schutz von Menschen, Umwelt und Klima" ...
Die Europäische Union hat die Lieferkettenrichtlinie im Trilogverfahren massiv abgeschwächt: Mit einem Anwendungsbereich erst ab 5.000 Beschäftigten und 1,5 Milliarden Euro Umsatz, der Streichung verbindlicher Klimatransitionspläne und der Aufhebung einer EU-weit harmonisierten Haftung werden ge




