ADAC drängt auf Verabschiedung der Führerscheinreform im ersten Halbjahr 2026 / Verkehrspräsident

ADAC drängt auf Verabschiedung der Führerscheinreform im ersten Halbjahr 2026 / Verkehrspräsident Hillebrand fordert Tempo -"Kosten und Wartezeiten sind den jungen Leuten nicht länger zuzumuten"

ID: 2221387

(ots) - Der ADAC fordert deutlich mehr Tempo bei der von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder angekündigten Führerscheinreform. "Eine Verabschiedung im ersten Halbjahr 2026 sollte machbar sein", sagte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Wir brauchen eine möglichst rasche Einigung auf die von Herrn Schnieder gemachten Vorschläge, denn sowohl Kosten als auch Wartezeiten sind den jungen Leuten nicht länger zuzumuten."

Der Verkehrsminister hat zwar schon Eckpunkte für Änderungen vorgelegt, die den Führerscheinerwerb einfacher, schneller und billiger machen sollen. Doch selbst bei reibungslosem Ablauf werde das geplante Gesetz frühestens Anfang 2027 in Kraft treten, sagte der CDU-Politiker kürzlich.

Der ADAC setzt auf eine Beschleunigung - und warnt gleichzeitig vor einer Verwässerung der Pläne: "Ich hoffe, Herr Schnieder steht den Gesetzgebungsprozess so durch, dass nicht alles im Rahmen der Lobbyarbeit durch Fahrlehrer und andere wieder abgeknabbert wird", sagte Verkehrspräsident Hillebrand der "NOZ". Aus ADAC-Sicht seien die Vorschläge "definitiv vertretbar".

So würden laut Hillebrand auch 750 statt derzeit mehr als 1.200 Fragen "locker reichen, die Verkehrssicherheit hochzuhalten und alle wirklich relevanten Fragen beizubehalten", die Bedenken des TÜVs "halte ich für übertrieben", so der ADAC-Mann. Auch die Digitalisierung des Theorieunterrichts als Option unterstütze der Verkehrsclub, es sei ja keine Online-Pflicht vorgesehen. "Fahrschulen könnten viel Geld sparen, wenn sie nicht mehr so große Schulungsräume vorhalten müssen. Und die Fahrschüler können sich einteilen, wann genau sie für die Theorieprüfung lernen wollen, und wären nicht länger auf die wenigen Abendtermine angewiesen", sagte Hillebrand. Für bestimmte Situationen - etwa Unfälle - werde Präsenzunterricht angebracht bleiben, aber das zu organisieren, sollte den Fahrschulen überlassen bleiben.



Auch eine Praxisprüfung von nur noch 25 Minuten sei "aus ADAC-Sicht ausreichend", so Hillebrand weiter. "Meine persönliche Überzeugung: Ob der Prüfling fit ist und bestehen kann, lässt sich schon in den ersten zwei Minuten einschätzen", fügte er hinzu. Schon die Verkürzung um mehr als die Hälfte würde es erlauben, mehr Praxisprüfungen anzubieten, was gegenwärtig einer der Hauptgründe für Verzögerungen und damit auch für hohe Kosten sei. Die Wartezeiten auf die Prüfung seien ein weiterer und müssten verkürzt werden. "Auch der Einsatz von Simulatoren könnte übrigens für eine schnellere und günstige Fahr-Ertüchtigung sorgen", sagte der ADAC-Verkehrspräsident der "NOZ".

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