Horrornacht an Silvester: Deutsche Umwelthilfe fordert von Innenminister Dobrindt bundesweites Böllerverbot
ID: 2221590

(ots) -
- Erneut Tote, tausende Verletzte und gezielte Angriffe auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht - allein in einem Berliner Krankenhaus acht Kinder mit verlorenen Fingern und schwersten Handverletzungen
- Extreme Feinstaubbelastung mit gesundheitsschädlichen Höchstwerten in vielen Städten: München mit 1.458 µg/m³ Hotspot
- Offener Brief des Bündnisses #böllerciao an Innenminister Dobrindt mit mehr als 939.000 Unterschriften wird am 5. Januar übergeben - jetzt noch unterschreiben: www.duh.de/boellerciao
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zieht eine erneut verheerende Bilanz der Silvesternacht. Bundesweit kam es zu schweren Verletzungen und mindestens zwei Todesfällen, zu gezielten Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte sowie zu dramatischen Höchstwerten bei gesundheitsschädlichem Feinstaub. In München an der Messstation Landshuter Allee wurde zwischen 0 Uhr und 1 Uhr ein Feinstaub-Spitzenwert von 1.458 µg/m³ (PM10) gemessen - zum Jahreswechsel 2021/22, als während der Corona-Pandemie ein Verkaufsverbot für Böller galt, lag der Wert bei lediglich 62 µg/m³. Millionen Menschen und Tiere waren der extremen Luftverschmutzung, dem Lärm und der Panik schutzlos ausgeliefert.
Die DUH fordert gemeinsam mit 65 weiteren Organisationen in ihrem #böllerciao-Bündnis Bundesinnenminister Alexander Dobrindt auf, jetzt zu handeln und ein bundesweites Verkaufs- und Anwendungsverbot für private Pyrotechnik zu Silvester auf den Weg zu bringen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass lokale Verbotszonen, Appelle und das Abschieben der Verantwortung auf Kommunen nicht ausreichen. Der Offene Brief für ein Böllerverbot wurde bislang von mehr als 939.000 Menschen unterzeichnet. Die DUH ruft alle Menschen in Deutschland auf, den Offenen Brief noch bis zur Übergabe an das Innenministerium am 5. Januar unter www.duh.de/boellerciao zu unterschreiben.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Diese Silvesternacht war erneut eine Horrornacht für tausende Menschen, Einsatzkräfte und Tiere. Stellvertretend für die tausenden durch Böller in Panik geratenen Tiere steht der schlimme Vorfall in Hessen Anfang Dezember: Dabei starb eine Reiterin, nachdem ihr Pferd durch ein in der Nähe gezündetes Feuerwerk in Panik geriet und sie tödlich verletzte. Wir sehen jedes Jahr dieselben Bilder: schwer verletzte und getötete Menschen, brennende Wohnungen, attackierte Polizistinnen und Polizisten und Rettungskräfte sowie Städte, die im giftigen Feinstaub versinken. Das alles ist kein Naturereignis, sondern politisch gemacht - weil seit Jahren nicht gehandelt wird. Punktuelle Verbotszonen und Appelle sind gescheitert. Wer ernsthaft verhindern will, dass sich diese Horrornacht Jahr für Jahr wiederholt, muss den Verkauf und das Abbrennen privater Böller und Raketen bundesweit verbieten. Innenminister Dobrindt steht jetzt in der Verantwortung. Ein bundesweites Böllerverbot ist rechtlich einfach umsetzbar und von der Mehrheit der Menschen gewollt. Die Bundesregierung kann sich bei der Änderung der ersten Sprengstoffverordnung nicht länger hinter einer angeblich fehlenden Mehrheit der Länder verstecken: Laut einer aktuellen SPIEGEL-Umfrage fordern zehn von sechzehn Bundesländern mehr Handlungsspielräume und Änderungen an der Verordnung."
In der Drucksache 21/3213 erklärt die Bundesregierung ein bundesweites Böllerverbot weiterhin für "nicht verhältnismäßig", räumt jedoch gleichzeitig ein, dass ihr zu zentralen Fragen keinerlei belastbare Daten vorliegen, weder zu Verletzten noch zu den Kosten für Krankenhäuser, Feuerwehr oder Polizei. Als weiteres Argument führt die Bundesregierung an, es gebe keine Mehrheit der Länder für Änderungen der Sprengstoffverordnung. Diese Darstellung wird jedoch durch aktuelle Recherchen des SPIEGEL widerlegt: Laut einer Umfrage vom 30. Dezember 2025 sprechen sich zehn von sechzehn Bundesländern dafür aus, den Umgang mit Silvesterfeuerwerk künftig stärker selbst regeln zu können.
Link:
Zum Offenen Brief: www.duh.de/boellerciao
Hintergrund:
Dem #böllerciao-Bündnis gehören insgesamt 66 Organisationen an:
Deutsche Umwelthilfe, Gewerkschaft der Polizei, Bundesärztekammer, VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz, TASSO, Jane Goodall Institut Deutschland, Deutscher Tierschutzbund, PETA Deutschland, Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner, Deutsches Kinderhilfswerk e.V., Menschen für Tierrechte - Baden-Württemberg, Bundesverband Tierschutz e.V., NaturFreunde Deutschlands, Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln, Pro Wildlife e.V., Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V., Deutsche Tinnitus-Liga e.v., Bundesverband Bürohund e. V., Haustierregister FINDEFIX, Deutscher Naturschutzring (DNR) e. V., Retinologische Gesellschaft e. V., Welttierschutzgesellschaft e. V., Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft, Land der Tiere, Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V., Wildtierschutz Deutschland e. V., Deutsche Atemwegsliga, Deutsche Lungenstiftung, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. (VFD), Senior*innenvertretung Tempelhof-Schöneberg, Die Augenchirurginnen, Landesseniorenbeirat Berlin, Animals United e. V., Deutsche Tier-Lobby e. V., Fortuna hilft e. V., ZUKE Green Community GmbH, Stiftung Hof Butenland, Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e. V., fuss e. V., KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit, NAJU (Naturschutzjugend im NABU), Health for Future, holi.social, Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), Verband Neurodiversität, Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (BMT), Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Andreas Reuland (Augenarzt), Norbert Mülleneisen (Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde und Umweltmediziner), International Fund for Animal Welfare (IFAW), Bundesverbands für Umweltberatung (bfub) e.V., Zero Waste Germany e. V., Naida e.V., Tierschutz-Entwicklungshilfe e.V., Berliner Behindertenverband e.V, KynoLogisch gemeinnützige GmbH, Hunderettung Europa e.V, Rettet das Huhn e.V., Help for Strays e.V., Pro Animale für Tiere in Not e.V., Pro Regenwald e.V., Tiernotruf e.V., Sea Sheperd Deutschland, Mission Erde e.V., Team Tierschutz gGmbH, Pro Lebensglück e.V.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
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Datum: 01.01.2026 - 10:35 Uhr
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