Haben gescherzt: So etwas wäre das beste Szenario - WDR-Interview mit einer Bewohnerin in Caracas nach den US-Angriffen in Venezuela
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“Ich hatte richtig, richtig Angst. Man konnte die Hubschrauber hören. Also man hat die wirklich gehört in der ganzen Stadt und das Haus hat nach Gunpowder gerochen. Also aber das war von den Explosionen. Man hat es wirklich bis hierhin gerochen und zwar im ganzen Haus und das war schon ziemlich schrecklich. Und dann langsam wurde es klar, OK, es sind die Amerikaner. Aber wir wussten dann nach eineinhalb Stunden, dass es nur militärische Stützpunkte waren.”
“Wir haben immer gescherzt, dass wenn es so ist, wenn sie da hingehen und ihn (Anmerkung d. Redaktion: Staatschef Maduro) irgendwie extrahieren können, ohne dass die Menschen leiden, ist es für mich das beste Szenario. Und wie gesagt, ich verstehe, dass es kontrovers ist und ich möchte auch keinen Krieg in meinem Land. Ich möchte auch nicht, dass die Amerikaner hier reinmarschieren und das Land zerstören oder sich denken, sie sind hier die Könige Venezuelas. Aber Fakt ist, dass so wie die Venezolanerinnen und Venezolaner seit 26 Jahren wohnen, auch kein würdiges Leben ist.”
“Hier gab es genügend Menschen, die demonstriert haben, die protestiert haben. Es gibt genug politische Gefangene. Und nach 26 Jahren Leiden und bisschen Elend. Ich glaube, ich kann nicht für jeden Menschen zueinander sprechen, aber ich glaube schon, dass ein großer Teil von uns einfach uns fällt einen Stein aus dem Magen, wenn wir da rauskommen und die Chance haben, unser Land wieder aufzubauen, und zwar in einer Demokratie.”
Es gibt so viele Menschen hier, die gar keine Chance haben auf ein besseres Leben, weil ihr Geld Tag für Tag an Wert verliert. Du gehst zu einem Krankenhaus und du musst deine eigenen Medikamente, wenn du operiert werden musst, du musst alle Mittel mitbringen, weil es ist kein Leben, das ist kein wertvolles Leben. Und es wird immer vergessen, weil es ist irgendwie in den Medien, ohne das jetzt irgendwie an jemanden anzupinnen, aber es wird immer nur davon geredet, Trump will euren Öl Und es mag wahr sein und ich möchte es auch nicht bestreiten, aber wir möchten eigentlich nur frei sein und wir möchten wieder eine faire Chance haben.
Zur Person: Sofia, 29 Jahre alt, kommt aus Caracas (wo ihre Familie auch immer noch wohnt) und lebt selbst aber seit knapp über 12 Jahre schon in Deutschland (aktuell wohnt sie in Berlin). Mit 17 Jahren ist sie über einen Schüleraustausch nach Deutschland gekommen und auch seitdem hiergeblieben. Für den 70. Geburtstag ihrer Mutter wollte sie für eigentlich “nur” 2 ½ Wochen nach Caracas. Am 7. November kam sie an und wollte am 14. November zurückfliegen. Dieser Flug der wurde aber wegen Warnungen Trumps gecancelt. Und auch ihr zweiter Flug ein paar Tage später wurde gecancelt. Dann wollte sie das Land am 3. Januar verlassen – das hat wegen der US-Angriffe nicht funktioniert.
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Datum: 03.01.2026 - 20:09 Uhr
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