Sicherer Winterdienst: Schnee räumen mit passender Ausrüstung
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(ots) - Wenn Schnee fällt und Gehwege und Einfahrten unter einer weißen Decke verschwinden, sorgt das zwar für Winterstimmung, erhöht aber auch die Unfallgefahr deutlich. Glatte Flächen und vereiste Stufen führen jedes Jahr zu zahlreichen Stürzen. Mit Schnee und Eis gehen deshalb auch Pflichten rund um den Winterdienst einher. Wege, Gehsteige und Zufahrten rund ums Haus müssen so geräumt werden, dass sie sicher begehbar bleiben. In vielen Kommunen gilt das werktags ab 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen etwas später und bei anhaltendem Schneefall oft auch mehrmals am Tag. Dafür braucht es die richtige Technik, passende Geräte und umsichtiges Handeln. "Wer Schnee räumt, sorgt nicht nur für freie Wege, sondern vor allem für Sicherheit", sagt André Siegl, Referent für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband. "Wichtig ist, Schnee möglichst gleichmäßig zu räumen, geeignete Geräte zu nutzen und körperliche Überlastung zu vermeiden." Der TÜV-Verband gibt Tipps, wie Winterdienst effizient gelingt und wie Wege bei Glätte sicher nutzbar bleiben.
Richtige Räumtechnik schont Rücken und Kraft
Schneeräumen kann echte Schwerstarbeit sein. Die Bewegung belastet Rücken, Schultern und das Herz-Kreislauf-System, vor allem, wenn der Schnee nass und schwer ist. Wer unachtsam arbeitet, riskiert schnell Schmerzen oder im schlimmsten Fall Verletzungen. Deshalb lohnt sich eine möglichst schonende Räumtechnik. "Besser schieben statt heben, kleinere Schneemengen bewegen und die Schaufel nah am Körper führen", sagt Siegl. So bleibe die Belastung kontrollierbar. Regelmäßige Pausen helfen, die Kräfte sinnvoll einzuteilen. Besonders ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen sollten ihre Belastbarkeit realistisch einschätzen und im Zweifel Unterstützung organisieren, statt sich selbst zu überfordern. Noch sicherer und schonender wird die Arbeit, wenn die richtigen Geräte zum Einsatz kommen.
Schaufel, Schieber oder Fräse: Sicher das richtige Modell nutzen
Die Auswahl der richtigen Geräte für den Winterdienst ist nicht nur eine Frage von Komfort und Tempo, sondern auch der Sicherheit. Ob klassische Schneeschaufel, breiter Schneeschieber oder motorbetriebene Schneeräummaschinen und -fräsen: nicht jedes Gerät passt zu jeder Situation. Schneeschaufeln eignen sich vor allem für kleinere Flächen, schmale Wege und Treppen. Schneeschieber sind ideal für breitere Gehwege, Hofzufahrten und längere Strecken. "Schneefräsen kommen vor allem dort zum Einsatz, wo große Flächen, regelmäßiger Schneefall oder hohe Schneemengen zu bewältigen sind", sagt Siegl. Wer Schnee räumt, sollte deshalb auch an den Schutz des eigenen Körpers denken und ausreichend Abstand zu bewegten Teilen und zum Auswurfbereich halten. Material, Griffform und ein technisch einwandfreier Zustand der Geräte sind ebenso entscheidend. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das GS-Zeichen "Geprüfte Sicherheit". "Dieses Zeichen erhalten nur Produkte, die von unabhängigen Prüfstellen intensiv getestet wurden, unter anderem hinsichtlich Materialqualität, Bedienbarkeit oder Betriebslautstärke. Auch Aspekte der Herstellung fließen in die Bewertung ein", so Siegl. "Wer Geräte mit GS-Zeichen kauft, kann sich darauf verlassen, dass sie bestimmte Sicherheits- und Qualitätsanforderungen zuverlässig erfüllen." Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, wohin der Schnee geschoben wird. Gullys und Abläufe müssen frei bleiben, damit Schmelzwasser abfließen kann und sich keine neuen Eisflächen bilden.
Bei der klassischen Schneeschaufel steht ergonomisches Arbeiten im Mittelpunkt. Ein möglichst leichter und langer Stiel aus Holz oder Aluminium ermöglicht ein Räumen mit geradem Rücken. Gebogene Stiele oder D-Griffe können die Handhaltung zusätzlich entlasten. Grundsätzlich gilt: am besten kleine Schneemengen bewegen und die Kraft aus den Beinen einsetzen. Auch ein Blick auf die Schaufelkante lohnt sich. Metallkanten sind robust, können auf empfindlichen Untergründen aber Schäden verursachen und im ungünstigen Fall sogar rutschige Stellen hinterlassen. Wer seinen Körper zusätzlich entlasten möchte, greift zu Geräten wie dem Schneeschieber, der hauptsächlich auf Schieben statt Heben setzt. Am sichersten lässt sich Schnee räumen, wenn der Oberkörper möglichst gerade bleibt, die Füße leicht versetzt stehen und die Knie leicht gebeugt sind. Auf ruckartige Drehbewegungen sollte verzichtet werden. Ideal ist es, den Körper stets in Räumrichtung mitzunehmen. Zu breite oder schwere Modelle können vor allem bei nassem Schnee schnell überfordern. Eine etwas schmalere Variante ist daher oft die bessere Wahl. Rutschfeste Griffe und - je nach Modell - unterstützende Räder erhöhen zusätzlich die Kontrolle, besonders auf glatten Flächen.
Bei motorisierten Schneefräsen kommen besondere Sicherheitsanforderungen hinzu. Siegl: "Kabelgebundene Geräte sollten so geführt werden, dass das Kabel nicht überfahren oder eingezogen werden kann. Bei Akku-Modellen gehört es zur Grundregel, den Akku vor Wartungsarbeiten zu entfernen. Hände und Füße haben im Bereich der Förderschnecke nichts verloren. Sie ist das rotierende Bauteil im Inneren der Fräse, das den Schnee ansaugt und weitertransportiert. Auch Verstopfungen dürfen ausschließlich im ausgeschalteten Zustand und möglichst mit Hilfswerkzeug beseitigt werden." Bei benzinbetriebenen Schneefräsen spielen weitere Risiken wie Abgas- und Brandgefahren eine Rolle. Diese Geräte dürfen daher nur im Freien betrieben werden, getankt wird ausschließlich bei ausgeschaltetem und abgekühltem Motor. Vor Beginn sollte die Fläche von Steinen, Ästen oder anderen Gegenständen befreit werden, da sie sonst eingezogen und mit hoher Geschwindigkeit ausgeworfen werden können.
Streuen bei Glätte unverzichtbar
Räumen allein sorgt noch nicht automatisch für Sicherheit. Vor allem bei Eis, festgetretenem Schnee oder überfrierender Nässe besteht oft weiterhin ein erhebliches Sturzrisiko. Dann ist zusätzliches Streuen unerlässlich, damit Gehwege wirklich trittsicher werden. In vielen Kommunen darf man ausschließlich umweltfreundliche, sogenannte abstumpfende Streumittel wie Splitt oder spezielles Granulat verwenden. Sie legen sich als körnige Schicht auf die Oberfläche, erhöhen die Griffigkeit und sorgen so dafür, dass Gehwege auch bei Eis deutlich sicherer begehbar sind. Einfacher Sand oder Sägespäne eignen sich nur bedingt. Sand ist zu feinkörnig und bietet nach einem Überfrieren in der Nacht kaum noch Halt. Sägespäne helfe nur kurzfristig, da sie schnell feucht werden und ihre Wirkung dann nachlässt. "Auf Streusalz sollte generell verzichtet werden. Es belastet Umwelt und Tiere, kann Pflanzen schädigen und Materialien angreifen", sagt Siegl. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei stark vereisten Flächen, kann es sehr gezielt und sparsam eingesetzt werden. Wichtig ist außerdem, Streugut nach dem Winter wieder zu entfernen, sonst entstehen neue Stolperstellen, die zur Gefahr werden können.
Schutz durch geeignete Winterkleidung
Auch die richtige Kleidung trage wesentlich dazu bei, den Winterdienst sicher zu bewältigen, so Siegl: "Zur sicheren Ausrüstung gehört mehr als nur eine warme Jacke. Schuhe mit griffigem Profil geben auf glatten Flächen Halt und verringern die Rutschgefahr spürbar. Handschuhe schützen nicht nur vor Kälte, sondern sorgen auch für einen sicheren Griff. Ideal ist außerdem eine mehrlagige, wetterfeste Kleidung, die warmhält, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Und wer in der Dämmerung oder Dunkelheit räumt, sollte mit hellen oder reflektierenden Elementen auf gute Sichtbarkeit achten. Bei motorbetriebenen Schneeräummaschinen und Schneefräsen mit einem Emissionsschalldruckpegel von mehr als etwa 85 Dezibel empfiehlt sich zudem ein geeigneter Gehörschutz."
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Datum: 09.01.2026 - 08:31 Uhr
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