Strompreisspitzen gefährden Mittelstand und Energiewende / Bezahlbarer Strom für alle: Siempelkamp Giesserei plädiert für Einsatz der Netzreserve
ID: 2224203
Die Siempelkamp Giesserei schlägt vor, die in der Netzreserve vorgehaltenen Kraftwerke an Tagen mit außergewöhnlich hohen Preisen vorübergehend für den Strommarkt zu öffnen - so, wie es in der Energiepreiskrise bereits erfolgreich praktiziert wurde.
"Kurzfristige Preisspitzen und die daraus resultierende Unsicherheit machen Investitionen im Industrieland Deutschland immer schwieriger", sagt Dr. Georg Geier, Geschäftsführer der Siempelkamp Giesserei. "Statt neue, komplizierte Subventionsmodelle zu erfinden, sollten wir ein vorhandenes Instrument nutzen: Kraftwerke, die wir alle über die Netzentgelte bezahlen, müssen an besonders teuren Tagen helfen, die Preise zu dämpfen."
Netzreserve: Bezahlt von allen - aber ohne Preiswirkung auf den Markt
In der Netzreserve werden konventionelle Kraftwerke aus Gründen der Versorgungssicherheit weiter in ständiger Einsatzbereitschaft gehalten. Sie dürfen bislang aber nicht am Strommarkt teilnehmen. Die Kosten dafür tragen alle Stromverbraucher über die Netzentgelte.
"Faktisch zahlen alle Stromkunden heute doppelt", so Dr. Geier. "Sie finanzieren die Netzreserve über die Netzentgelte - und zusätzlich die extremen Preisspitzen an der Börse, wenn bei geringem Stromangebot die teuersten Kraftwerke den Preis setzen. Es ist höchste Zeit, diese Schieflage zu korrigieren."
Weniger Spitzen, weniger Unsicherheit - niedrigere Preise für alle
Die Siempelkamp Giesserei setzt sich deshalb dafür ein, die Netzreserve an klar definierten Hochpreis-Tagen kontrolliert in den Markt einzubinden. Zusätzliche, vergleichsweise kostengünstige Erzeugungskapazität könnte extreme Preisspitzen erheblich reduzieren und die Preisschwankungen am Markt verringern.
"Wir reden nicht über einen Dauerbetrieb der Reservekraftwerke, sondern über wenige, klar eingegrenzte Situationen im Jahr", betont Dr. Geier. "Gerade dann ist jedes zusätzliche steuerbare Kraftwerk Gold wert - für die Versorgungssicherheit und für die Strompreisentwicklung. Wenn wir die extremen Spitzen kappen und die Unsicherheit am Markt verringern, sinkt der durchschnittliche Strompreis - für Industrie, Mittelstand und private Haushalte."
Neben der direkten Wirkung auf die Börsenpreise bietet der Einsatz der Netzreserve im Markt einen zweiten Vorteil: Teile der Erlöse der Reservekraftwerke am Strommarkt können genutzt werden, um die Kosten für Vorhaltung und Betrieb der Netzreserve zu refinanzieren. Dadurch können auch die Netzentgelte geringer ausfallen.
Begrenztes Brückeninstrument - Erfahrungen liegen vor
Der Einsatz bliebe auf wenige Stunden im Jahr begrenzt, der zusätzliche CO2-Ausstoß entsprechend gering. Die Maßnahme wäre ein Brückeninstrument, bis neue, steuerbare und möglichst klimafreundliche Kraftwerke aus der Kraftwerksstrategie ans Netz gehen. Die gesetzlichen Grundlagen und operativen Erfahrungen aus der Energiekrise mit der befristeten Rückkehr von Reservekraftwerken liegen vor, eine Umsetzung wäre kurzfristig möglich.
Energieintensiver Mittelstand als Partner der Transformation - kein Bittsteller
Die Siempelkamp Giesserei versteht sich als Partner der Energiewende. Das Unternehmen investiert in Effizienz und liefert Schlüsselbauteile für Energieanlagen, Maschinenbau und Elektromobilität. "Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen", betont Dr. Geier. "Dafür brauchen wir verlässliche und bezahlbare Strompreise. Die gezielte Nutzung der Netzreserve zur Glättung extremer Strompreisspitzen wäre ein pragmatischer, schnell wirksamer Schritt - im Interesse aller Stromverbraucher."
Der energieintensive Mittelstand appelliert daher an Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat, rasch die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen und die Kraftwerke der Netzreserve an Tagen mit extremen Strompreisen gezielt zur Marktteilnahme zu befähigen.
Über Siempelkamp
Die Siempelkamp Giesserei in Krefeld hat sich auf die Herstellung handgeformter Großgussteile bis 320 Tonnen aus Gusseisen mit Kugelgrafit spezialisiert und gehört mit einer Gussmenge von über 60.000 Tonnen pro Jahr sowie 400 Mitarbeiter:innen zu den größten Handformgießereien der Welt. Das umfassende und kundenorientierte Leistungspaket beinhaltet die Lieferung von Strukturbauteilen für viele innovativen Maschinenbauer im Bereich der Energiewirtschaft, der Rohstoffindustrie, dem Pressenbau, Stahlproduktion, Automotive und vielen anderen Bereichen der Transformation.
Siempelkamp ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe mit den Geschäftsbereichen Maschinen- und Anlagenbau, Gusstechnik sowie Engineering und Service. Weltweit sorgen annähernd 3.000 Mitarbeiter dafür, dass die Siempelkamp-Gruppe mit ihren Technologien in der Weltspitze vertreten ist.
Pressekontakt:
Dr. Kai-Nils Eicke
DJM Communication GmbH
Ronsdorfer Straße 55
D-40233 Düsseldorf
0211 90223793
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Datum: 14.01.2026 - 12:21 Uhr
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