"Absurditäten streichen"
ID: 2225128
BVI fordert entschlossene GEG-Reform
BVI-Präsident Thomas Meier (Bildquelle: BVI)(firmenpresse) - Die Bundesregierung will das Gebäudeenergiegesetz (GEG) überarbeiten und dafür bis Ende Januar Eckpunkte vorlegen. Ende Februar will das Kabinett dann die Reform beschließen. Der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e. V. begrüßt diesen Schritt, warnt jedoch vor Halbherzigkeit: "Die Sanierungsquote stagniert seit Jahren unter einem Prozent. Das liegt auch an den Millionen Eigentumswohnungen, die bei der unseligen GEG-Reform der Ampel außer Acht gelassen wurden, obwohl sie 25 Prozent des Gebäudebestands ausmachen", erklärt BVI-Präsident Thomas Meier. Anlässlich seines Jahresauftakttreffens am 22. und 23. Januar 2026 in Münster macht der Verband deshalb noch einmal seine Position deutlich.
Eine neuerliche Novellierung des GEG bietet die Chance, die längst überfälligen Korrekturen vorzunehmen, damit die Energiewende auch im Gebäudebestand sozialverträglich und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. "Doch dafür darf die Politik keine halben Sachen machen", mahnt Meier im Vorfeld der Münsteraner Verwalterkonferenz, zu der hunderte Unternehmer aus der Immobilienwirtschaft erwartet werden.
Im Koalitionsvertrag ist davon die Rede, das sogenannte Heizungsgesetz abzuschaffen. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz solle technologieoffener, flexibler und einfacher werden. Aber schon jetzt heißt es aus Regierungskreisen, dass wichtige Grundsätze wohl nicht geändert würden. Dabei bedürfen aus Sicht des BVI einige Aspekte im Gesetz weit mehr als bloßer Schönheitskorrekturen: "Für Deutschlands Wohnungseigentümergemeinschaften sind die Heizungslösungen, die das GEG derzeit für Mehrfamilienhäuser vorsieht, entweder nicht praxistauglich, außerordentlich teuer oder nur mit hohem Aufwand zu realisieren", kritisiert Meier. "Um das zu ändern, braucht es eine entschlossene Reform, die die Belange Wohnungseigentümer berücksichtigt und mit den bisherigen Absurditäten vor allem beim Heizungstausch konsequent aufräumt."
1. Zwangsaustausch intakter Heizungen mit negativem Klimaeffekt
Zu diesen Absurditäten zählt aus Sicht des BVI vor allem der Zwangsaustausch intakter Heizungen. Das GEG verpflichtet derzeit Wohnungseigentümer, funktionierende Heizungen allein aufgrund ihres Alters auszutauschen. Gleiches gilt für Schäden an Teilbereichen: Ist nur eine von mehreren Gasetagenheizungen in einem Gebäude irreparabel defekt, müssen Immobilienverwaltungen den Austausch der gesamten Anlage planen. "Klimaschonend ist das nicht", beanstandet Meier. Ein Komplettaustausch verursache zusätzliche CO-Emissionen durch Produktion, Transport und Einbau neuer Anlagen und verschlechtere kurzfristig sogar die Klimabilanz. Für Wohnungseigentümergemeinschaften bedeute das hohe Kosten ohne unmittelbaren ökologischen Nutzen.
2. Theoretische Technologieoffenheit, faktischer Wärmepumpenzwang
Auch bei der Technologieoffenheit sieht der BVI Handlungsbedarf. Zwar lässt das Gesetz formal mehrere Heiztechnologien zu, politisch werde jedoch suggeriert, die Wärmepumpe sei die bevorzugte Lösung. In älteren, unsanierten Gebäuden ist die Umrüstung jedoch häufig teuer und technisch komplex. "Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass 2024 nur 4,4 Prozent aller Bestandswohnungen mit Wärmepumpen beheizt wurden", erklärt Meier. Diese Stagnation halte an, denn andere CO2-freundliche Systeme seien oft schwer realisierbar - etwa wegen Genehmigungsfragen, fehlender Infrastruktur oder Platzmangel, zum Beispiel für einen Pelletbunker. "Auch Fernwärme oder Wasserstoff sind vielerorts auf absehbare Zeit nicht verfügbar", bemängelt Meier. Stattdessen sollte aus Sicht des BVI stärker die Gebäudehülle in den Mittelpunkt rücken: "Eine bessere Dämmung kann bis zu 60 Prozent Heizenergie sparen." Ein solcher Ansatz führe eher zum Ziel als Investitionen in ungeeignete Heizsysteme.
3. Förderung ohne Planungssicherheit
Anlass zu Kritik gibt zudem die derzeitige Förderpolitik. Ständige Änderungen, komplizierte Verfahren und unklare Zuständigkeiten machen es Eigentümergemeinschaften schwer, finanzielle Fördermittel zu nutzen. Dazu kommt die Unsicherheit, ob eine Sanierungsmaßnahme überhaupt gefördert wird, denn ein eigenes Programm für das Wohnungseigentum fehlt: "Selbst mit Förderung bleiben oft hohe Eigenanteile im fünf- bis sechsstelligen Bereich", führt Meier aus. Das überfordere die Rücklagen vieler Eigentümer. Abhilfe könne nur ein Förderprogramm schaffen, das auf die hohe Kostenlast und die langwierigen Entscheidungsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften zugeschnitten sei.
Plädoyer für mehr Praxistauglichkeit
Wie weit sich das neue Gebäudemodernisierungsgesetz vom aktuellen GEG unterscheiden wird, wird nicht nur auf der bevorstehenden Münsteraner Verwalterkonferenz, sondern auch in den kommenden Wochen und Monaten heiß diskutiert werden. Klar ist für den BVI schon jetzt: Mit kosmetischen Korrekturen ist es bei der Reform nicht getan. "Deutschlands Immobilienverwalter stehen bereit, die Energiewende im Gebäudebestand voranzubringen. Doch die Instrumente müssen praxistauglich und sozialverträglich sein", macht Meier unmissverständlich deutlich. "Notwendig ist ein entschlossener Neustart, der Fehlkonstruktionen beseitigt, gesetzliche Vorgaben konsequent vereinfacht und endlich verlässliche Förderbedingungen für Wohnungseigentümergemeinschaften schafft."Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e. V. vertritt seit über 40 Jahren professionelle Unternehmen der Immobilienverwaltung, die sich auf Wohnungseigentümergemeinschaften spezialisiert haben. Die über 800 mittelständischen Mitgliedsunternehmen beschäftigen rund 3.000 Mitarbeiter und verwalten etwa 1,4 Millionen Wohneinheiten in ganz Deutschland.
Fröhlich PR GmbH
Bianka Wurstbauer
Alexanderstraße 14
95444 Bayreuth
b.wurstbauer(at)froehlich-pr.de
09217593558
https://bvi-verwalter.de
Datum: 19.01.2026 - 10:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2225128
Anzahl Zeichen: 5644
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Robert Borsch
Stadt:
Berlin
Telefon: 030 280460-07
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 193 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Absurditäten streichen""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dafür einen Referentenentwurf vorgelegt, den der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e. V. begrüßt: "Nach monatelangem Stillstand liegt endlich ein kon
BVI wählt neuen Vorstand ...
Thomas Meier bleibt für weitere fünf Jahre Präsident des BVI Bundesfachverbandes der Immobilienverwalter e. V. Die Mitglieder bestätigten ihn auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 18. März 2026 in Dresden erneut in seinem Amt. Zum neuen Vizepräsidenten wurde Frank Hillemeier gewÃ
"In deutsche Heizungskeller zieht wieder Vernunft ein" ...
Der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e. V. begrüßt die von der schwarz-roten Koalition vorgelegten Eckpunkte zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Aus Sicht des Verbandes setzen die geplanten Änderungen für Deutschlands Immobilienverwalter und Wohnungseigentümergemeinschaft
Weitere Mitteilungen von BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V.
Gebäudemodernisierungsgesetz: Mehr Flexibilität darf nicht zu neuen Unsicherheiten führen ...
Mehr Flexibilität und eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz sind wichtige Voraussetzungen, um die Modernisierung des Gebäudebestands voranzubringen. Gleichzeitig sieht der VDI an mehreren Stellen des heute im Bundeskabinett verabschiedeten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) Nachbesserungsb
Gebäudemodernisierungsgesetz: DVGW begrüßt Verabschiedung im Bundeskabinett / Wärmekostenstudie des DVGW vergleicht Gesamtkosten verschiedener Heizungslösungen ...
Der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. bewertet den heute im Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als wichtigen Fortschritt für die Wärmewende. "Die Entscheidung war überfällig. Das Kabinett sorgt mit
ScanHaus Marlow eröffnet fünf neue Musterhäuser ...
ScanHaus Marlow baut seine Präsenz aus und eröffnet im Mai 2026 gleich fünf neue Musterhäuser in Deutschland. Mit dieser Erweiterung stärkt das Unternehmen seine Position als einer der führenden Anbieter im Bereich moderner Fertighäuser und schafft zusätzliche Möglichkeiten für Bauinteress
Guy Ritchie präsentiert IN THE GREY bei Special Screening in Berlin ...
Volles Haus und volle Ladung Ritchie - im Berliner Zoo Palast wurde am gestrigen Abend nicht lange gefackelt, sondern stilvoll abgeliefert. Zahlreiche Fans sowie bekannte Content Creator wie Dannero, Melo Nsuka, Nerdzika, Jonas Wuttke und Jakob Grün folgten der Einladung von LEONINE Studios zum Spe
GModG: Fossiler Rückschritt statt versprochener Modernisierung ...
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) kritisiert den Kabinettsbeschluss für ein Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als Schritt zurück. Statt den Übergang zu klimaneutraler Wärme verbindlich zu regeln, öffnet der Gesetzentwurf fossile Investitionspfade erneut und verschiebt zent
Europas Wasserversorgung unter Druck: Lösungen aus der Praxis / Swecos neue Analyse zeigt, wie Wasserrisiken die langfristige Widerstandsfähigkeit in Deutschland und ganz Europa auf die Probe stelle ...
Nicht nur in Deutschland stehen die Wasserversorgungssysteme unter zunehmendem Druck - ganz Europa ist betroffen, da Überschwemmungen, Wasserknappheit und eine sinkende Wasserqualität immer häufiger gleichzeitig auftreten. Swecos neue Studie zeigt, dass die Auswirkungen dieser Faktoren zusammen m
eprimo und klarsolar bieten preiswerten Einstieg in die Photovoltaik ...
- Exklusiver Vorteil für eprimo Kundinnen und Kunden - Fünf Gratis-Module beim Kauf einer PV-Anlage über klarsolar Neu-Isenburg, 13. Mai 2026. Mehr Unabhängigkeit zum kleinen Preis: eprimo baut sein Engagement im Bereich erneuerbare Energien weiter aus und bietet ab sofort einen zusätzliche
Fachtagung Abwärme BW & Bundesabwärmetagung 2026 ...
Die Bundesabwärmetagung 2026 (BAT26) findet erstmalig in Kooperation mit der Fachtagung Abwärme BW statt. Die Kooperation macht die Tagung zu einem Fachevent der Superlative, das in dieser Form und in diesem Umfang zum ersten Mal in Deutschland stattfinden wird. Die gemeinsame Tagung bringt Akteur
Neuer Gesetzentwurf zum Heizungswechsel ...
Der neue Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) liegt vor und sendet ein klares Signal an alle Immobilieneigentümer: Die Ära der fossilen Brennstoffe neigt sich dem Ende zu. Wer heute noch auf eine neue Gasheizung setzt, entscheidet sich für die langfristig teuerste Lösung. Experten raten daher
Dienstwagen zuhause laden: ENERANDO zeigt, wie Unternehmen eine praktikable und skalierbare Lösung aufsetzen ...
Die Elektrifizierung des Fuhrparks ist in vielen Unternehmen längst gelebte Praxis – vom Vertrieb über das Management bis hin zum Service. E-Dienstwagen sind heute fester Bestandteil moderner Mobilitätskonzepte. In der Umsetzung zeigt sich jedoch schnell: Die eigentliche Herausforderung liegt o




