Schüller über Wölki: „Er hat die Kölner Katholiken in die Wüste geführt“
ID: 2228303
Vorab sprach das WDR 5 Morgenecho mit dem Kirchenrechtler Prof. Thomas Schüller. Er selbst hat aktiv an den Versammlungen teilgenommen.
Die nachfolgenden Zitate sind ab sofort zur redaktionellen Verwendung frei gegeben.
„Meine Bilanz fällt nüchtern aus, weil die Blütenträume, die man am Anfang hatte, dass man auf Augenhöhe jetzt als Laie mit den Bischöfen diskutieren und beraten und vor allen Dingen entscheiden könne, die sind natürlich geerdet worden. Es hat ja vielfältige Interaktionen und Verbote aus Rom gegeben, man will das bischöfliche Amt schützen.“
„Wichtig ist aber, man hat tatsächlich die Ursachen sexualisierter Gewalt identifiziert: Machtmissbrauch, Zölibat und viele andere Dinge. Aber man hat am Ende jetzt und das hat man jetzt auch in diesen Tagen in Stuttgart deutlich gemerkt, man muss sich weltkirchlich einbinden und am Ende entscheidet der Papst.“
„Ja, es ist schon 'ne andere Diskussionskultur eingezogen, es konnten die Themen offen angesprochen werden, das muss man schon positiv hervorheben. Es gab aber vier Bischöfe, mit dem Kardinal von Köln und dem Bischof Oster aus Passau und Regensburg, die sich komplett isoliert haben, die komplett ausgestiegen sind. Und wenn man gerade die letzten Tage eben auch den Kardinal von Köln anschaut. Der ist gar nicht gekommen, seine Weihbischöfe auch nicht. Also er hat dann die Kölner Katholiken in die die Wüste geführt und da sieht man halt auch, wie verworfen die katholische Kirche in Deutschland ist, aber nichtsdestotrotz, man hat Themen identifiziert und man ist ein Stück weitergekommen.“
„Man wird sich am Ende applaudieren, sich in die Hände fassen und beten. Es ist übrigens auch alles über die 6 Jahre geistlicher geworden. Aber gestern hat Bischof Gabor was Wichtiges gesagt: die Welt ist ein Krisenmodus, wir haben totalitäre Herrschaftssysteme, wir haben die Bedrohung der Schöpfung und das hat sich in 6 Jahren dramatisch verändert. Und wenn man in Zukunft hier in die katholische Kirche mit der Synodalkonferenz, wo Laien und Bischöfe zusammen beraten, spricht, dann kann das möglicherweise in Gesellschaft doch eine gute Wirkung haben.“
„Wir dürfen nicht nur die Nabelschau betreiben und unsere Wunden lecken und unsere Kämpfe ausfechten, sondern das wär ganz gut, wenn wir vom Evangelium her an der Seite derer stehen, wie das Jesus gesagt hat, die unter die Räder gekommen sind, die auf die die Politik nicht mehr schauen und die die Mächtigen der Welt beherrschen wollen.“
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Datum: 31.01.2026 - 10:35 Uhr
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