INSM-Studie von internationalem Ökonomenteam: Machtwechsel im Iran könnte BIP in Deutschland und der EU um 0,3 bis 0,4 Prozent steigern
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(ots) - Ein grundlegender politischer Wandel im Iran und eine anschließende Wiedereingliederung des Landes in die Weltwirtschaft könnten erhebliche wirtschaftliche Vorteile für Deutschland und Europa bringen. Das zeigt eine neue Studie eines internationalen Teams von Ökonomen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WiFO), des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche und der Drexel University Philadelphia/USA, der auch iranische Ökonomen angehören, im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
Allein die Aufhebung der EU-Sanktionen würde das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Iran langfristig um mehr als 80 Prozent steigern. Gleichzeitig könnte das BIP in Deutschland und der EU um jeweils rund 0,3 bis 0,4 Prozent wachsen. Das entspricht einem zusätzlichen Jahreseinkommen von fast 13 Milliarden Euro für Deutschland und mehr als 54 Milliarden Euro für die EU.
"Die wirtschaftliche Isolation des Iran ist enorm - entsprechend groß sind die potenziellen Gewinne einer regelbasierten Wiedereingliederung", sagt Studienleiter Professor Gabriel Felbermayr vom WiFo. "Europa würde profitieren durch mehr Handel, niedrigere Energiepreise und effizientere internationale Arbeitsteilung."
Besonders groß wären die Effekte, wenn die Aufhebung der Sanktionen mit einem wirtschaftlichen Wiederaufbau und Produktivitätssteigerungen im Iran einherginge. In Szenarien, in denen sich der Iran produktivitätsseitig an Länder wie Türkei oder Südkorea annähert, könnte das iranische BIP um 240 bis fast 400 Prozent steigen. Auch die Gewinne für Europa würden dann weiter zunehmen.
Neben Handels- und Wachstumseffekten hebt die Studie weitere Vorteile hervor: Eine Rückkehr des Iran auf die globalen Energiemärkte könnte die Öl- und Gaspreise senken, die Volatilität auf den Energiemärkten verringern und den Inflationsdruck in Europa dämpfen. Zudem könnten stabilere politische Verhältnisse in der Region die Sicherheit wichtiger Seehandelsrouten verbessern und den Migrationsdruck auf Europa reduzieren.
Die Studie betont ausdrücklich, dass ihre Ergebnisse an einen grundlegenden politischen Wandel im Iran geknüpft sind. Sie befürwortet weder eine Lockerung der Sanktionen unter dem derzeitigen Regime noch ohne tiefgreifende und glaubwürdige Reformen.
"Moralische Klarheit und wirtschaftliche Vorsorge schließen sich nicht aus", so Felbermayr. "Gerade deshalb ist es wichtig, mögliche Szenarien nüchtern zu analysieren und Europa auf die wirtschaftlichen Folgen politischer Veränderungen vorzubereiten."
INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kommentiert: "Angesichts der erheblichen Wohlstandsgewinne im Iran, aber auch der positiven Effekte auf die Wirtschaft in Deutschland und in der EU ist es unverständlich, dass die Bundesregierung nicht stärker den möglichen Regime-Change im Fokus hat. Es gibt kaum Solidaritätsadressen mit der mutigen von den Mullahs tyrannisierten Bevölkerung und wenig Konkretes, um einen Regime-Wechsel zu beschleunigen, von dem alle außer den Terroristen profitieren würden."
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Datum: 04.02.2026 - 09:51 Uhr
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