Naturschutzsaison eröffnet: BUND und Partner machen Wälder fit für Wildkatzen / 17.000 Meter arten- und strukturreiche Waldränder wachsen bereits heran
ID: 2229251

(ots) -
- Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen beginnt im Februar
- Strukturreiche Waldränder sind entscheidend für Artenvielfalt und Klimaanpassung
- Beteiligung durch Landesforste, Waldbesitzende und Bürger*innen wächst
Trotz eisiger Temperaturen beginnt bundesweit wieder die praktische Naturschutzarbeit im BUND-Projekt "Wildkatzenwälder von morgen". Nach Stürmen, Dürren und zunehmenden Wetterextremen rücken naturnahe Waldstrukturen stärker in den Fokus einer zukunftsfähigen Waldentwicklung. Gemeinsam mit Landesforsten und Waldbesitzenden setzt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Maßnahmen um, die der Europäischen Wildkatze helfen und gleichzeitig Wälder widerstandsfähiger gegenüber der Klimakrise machen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung arten- und strukturreicher Waldränder. Die Europäische Wildkatze wird bewusst als Leitart genutzt: Umso strukturreicher ein Waldrand für die Wildkatze gestaltet wird, desto mehr Lebensraum bietet er auch für andere Arten. Waldränder sind zentrale Jagd- und Rückzugsräume für die Wildkatze und übernehmen zugleich wichtige Schutzfunktionen für den Wald. Bereits über 17.000 Meter solcher Waldränder wurden im Projekt neu angelegt, unter anderem in Niedersachsen, Thüringen, Hessen und dem Saarland.
Pauline Münchhagen, naturschutzfachliche BUND-Koordinatorin im Projekt: "Naturschutz gelingt nur gemeinsam. Die meisten Flächen, auf denen wir aktiv sind, gehören nicht uns. Umso wichtiger ist die enge Zusammenarbeit mit Landesforsten und privaten Waldbesitzenden. Inzwischen unterstützen uns Partner in zehn Bundesländern. Viele setzen sogar eigene Maßnahmen für die Wildkatze um."
Die wachsende Beteiligung zeigt, dass sich Naturschutz und moderne Waldwirtschaft sinnvoll ergänzen können. Der BUND setzt dabei nicht auf flächige Aufforstung, sondern auf gezielte Strukturverbesserung. Stufig aufgebaute Waldränder mit heimischen Sträuchern und Bäumen sind Übergangszonen zwischen Wald und Offenland. Sie bieten einer vielfältigen Pflanzenwelt und zahlreichen Tierarten Lebensraum. Gleichzeitig wirken sie als natürliche Puffer: Sie bremsen Wind und schützen das Innere des Waldes vor Stürmen und Bodenerosion. Zusätzlich puffern sie den Schadstoffeintrag aus angrenzenden Nutzflächen ab.
Münchhagen: "Unser Projekt lebt vom Mitmachen. In einigen Bundesländern laden wir Bürgerinnen und Bürger dazu ein, uns bei den Schutzmaßnahmen zu unterstützen. Zusätzlich geben wir unser Wissen an Fachleute in Online-Seminaren und bei Exkursionen weiter, etwa in Thüringen oder im Saarland."
Neben Pflanzaktionen gehören auch der Abbau nicht mehr benötigter Knotengitterzäune und der Bau sogenannter Wildkatzenburgen zum Maßnahmenpaket. Die aus Totholz geschichteten Verstecke bieten der scheuen Art sichere Rückzugsorte. Neu angelegte Pflanzflächen schützt der BUND wiederum mit Gattern aus Holz vor dem Verbiss durch Wildtiere.
Mit dem Projekt "Wildkatzenwälder von morgen", gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, zeigt der BUND, wie praktischer Artenschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Waldnutzung Hand in Hand gehen können. Der Verband lädt weitere Waldbesitzende, Forstbetriebe und Verantwortliche in Kommunen und Verwaltungen ausdrücklich ein, sich zu beteiligen und eigene Flächen wildkatzengerecht und klimaresilient zu gestalten.
Hintergrund:
Das sechsjährige Projekt "Wildkatzenwälder von morgen" (https://www.bund.net/tiere-pflanzen/wildkatze/projekt-wildkatzenwaelder-von-morgen/) wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um.
Die Europäische Wildkatze (https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildkatze/europaeische-wildkatze/) (Felis silvestris) lebt zurückgezogen in großen, zusammenhängenden strukturreichen Laub- und Laubmischwäldern. Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute nur noch etwa 6000 bis 8000 Tiere überwiegend in Mittel- und Süddeutschland. Die Wildkatze steht stellvertretend für viele andere Waldtierarten. Dort, wo sich die Wildkatze wohlfühlt, sind die Bedingungen auch für viele andere Arten wie Luchs, Bechsteinfledermaus oder Mittelspecht optimal.
Mehr Informationen:
- BUND-Mitmachangebote (https://www.bund.net/service/termine/event-topic/99/event-page/1/?cHash=9b469c30fc3050c0a9360ae8f7cfd51d) zur Wildkatze
- Online-Fachseminar "Wildkatzenverstecke im Wald gestalten: Tipps und Tricks (https://aktion.bund.net/wildkatzenwaelder-seminar3)" am 10. März um 14 Uhr
- Exkursion "Wildkatzenwälder von morgen" (https://aktion.bund.net/wildkatzenwaelder-exkursion1) - Praxiswissen für klimastabile Wälder am 8. Mai 2026 in Sonneberg (Thüringen)
- Pressebilder (https://www.bund.net/service/presse/pressebilder/aktionen/#c4602) zur feien Verwendung
- Magazin "Die Wildkatze" Ausgabe 2 (https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/magazin-die-wildkatze-ausgabe-2025/) mit der Titelgeschichte zu artenreichen Waldrändern
- BUND-Tipps für Flächenbesitzer*innen und -bewirtschafter*innen (https://www.bund.net/tiere-pflanzen/wildkatze/wildkatzenschutz/naturnahe-waelder-wiesen-schaffen/)
- Kontakt: Pauline Münchhagen, Naturschutzfachliche Koordinatorin "Wildkatzenwälder von morgen", Tel.: +49 30 27586-560, pauline.muenchhagen(at)bund.net, Hanna Walker, BUND Presse- und Öffentlichkeitsarbeit "Wildkatzenwälder von morgen", Tel.: +49 30 27586-594, hanna.walker(at)bund.net
- Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky (https://bsky.app/profile/bund.net), Instagram (https://www.instagram.com/bund_bundesverband/) und Facebook (https://www.facebook.com/bund.bundesverband)
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Datum: 04.02.2026 - 10:26 Uhr
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