Sicherheitsbeauftragte: Kommunikation ist entscheidend für ihre Wirksamkeit
ID: 2230339

(ots) - Sicherheitsbeauftragte sind nah dran am Arbeitsalltag - aber ohne Weisungsbefugnis. Die BG ETEM erklärt, wie sie trotzdem wirksam für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit eintreten können und warum Führungskräfte dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Sicherheitsbeauftragte sind ein fester Bestandteil des Arbeitsschutzes: In Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten unterstützen sie ehrenamtlich die Unternehmensleitung und Führungskräfte, erkennen Gefährdungen frühzeitig und sprechen Kolleginnen und Kollegen auf sicheres Verhalten an. Ihre besondere Stärke ist die Nähe zum Arbeitsalltag, weil sie aus der Mitte der Belegschaft heraus agieren. Gleichzeitig fehlt ihnen formale Autorität - eine Herausforderung.
Umso wichtiger ist Kommunikation. Sie ist für Sicherheitsbeauftragte das zentrale Werkzeug, um Einfluss zu nehmen, ins Gespräch zu kommen und Veränderungen anzustoßen.
Nähe als Chance - und als Herausforderung
Die Nähe zu Kolleginnen und Kollegen ermöglicht es Sicherheitsbeauftragten, Risiken dort zu erkennen, wo sie entstehen. Gleichzeitig kann genau diese Nähe Gespräche erschweren - etwa dann, wenn die Ehrenamtler andere Personen aus ihrem Team auf unsicheres Verhalten ansprechen wollen. Entscheidend ist dabei die innere Haltung: Statt belehrend aufzutreten, gilt es, das Gespräch kooperativ zu führen und gegebenenfalls Fragen zu stellen. Wer gemeinsam nach Ursachen sucht und Kolleginnen und Kollegen einbindet, erhöht die Akzeptanz und die Bereitschaft zur Veränderung.
Beratungsresistenz ist Führungsaufgabe
Allerdings lässt sich nicht jede Situation allein durch Kommunikation auf Augenhöhe lösen. Wenn Kolleginnen oder Kollegen wiederholt Sicherheitsregeln missachten oder erforderliche persönliche Schutzausrüstung verweigern, stoßen Sicherheitsbeauftragte an ihre Grenzen. In solchen Fällen handelt es sich nicht mehr um eine kommunikative Aufgabe der Sicherheitsbeauftragten, sondern um eine klare Führungsaufgabe. Wichtig ist dann, das Thema weiterzugeben und keine verdeckte Führungsrolle zu übernehmen. So lassen sich Überforderung und Frustration vermeiden und Zuständigkeiten bleiben klar geregelt.
Die BG ETEM hat drei konkrete Tipps für gute Kommunikation zwischen Sicherheitsbeauftragten und Kolleginnen und Kollegen:
1. Fragend statt belehrend auftreten Wer Gespräche mit offenen Fragen beginnt und echtes Interesse an den Beweggründen des Gegenübers für ein bestimmtes Verhalten zeigt, erhöht die Bereitschaft zum Mitdenken. Ziel ist es, gemeinsam zu verstehen, warum Situationen so entstehen, wie sie entstehen - und wie sie sicherer gestaltet werden können.
2. Zeitnah ansprechen, nicht aufschieben Sicherheitsbeauftragte sollten unsicheres Verhalten oder gefährliche Situationen immer möglichst zeitnah thematisieren. Wird etwas wiederholt toleriert, kann es sich schnell als Normalität etablieren. Frühzeitige Ansprache signalisiert dagegen Aufmerksamkeit und Verbindlichkeit.
3. Eigene Rolle klar halten Sicherheitsbeauftragte beraten, beobachten und sprechen an - sie führen jedoch nicht. Wenn sich Kolleginnen oder Kollegen dauerhaft nicht an Sicherheitsregeln halten oder andere gefährden, ist es wichtig, das Thema an die Führungskraft weiterzugeben und keine verdeckte Führungsrolle zu übernehmen.
Podcast anhören und mehr Informationen
Mehr zum Thema gibt es jetzt in der neuen Folge des BG ETEM-Podcasts "Ganz sicher": Moderatorin Kathrin Degenhardt spricht mit Dr. Renate Mayer, Kommunikationswissenschaftlerin und Expertin für Arbeitsschutzkommunikation, über die Rolle von Sicherheitsbeauftragten im Betrieb, passende Kommunikationsarten und die Verantwortung von Führungskräften.
Der Podcast der BG ETEM ist auf der Webseite der BG ETEM unter der Adresse www.bgetem.de/ganzsicher zu finden. Ebenso bei Spotify, YouTube Music, Deezer, RTL+, Pocket Casts sowie Apple Podcasts. Zur Folge "Ganz nah dran: Kommunikation für Sicherheitsbeauftragte" geht es hier (https://www.bgetem.de/presse-aktuelles/themen-und-geschichten/podcasts/folge-49-ganz-nah-dran-kommunikation-fuer-sicherheitsbeauftragte).
Hintergrund BG ETEM
Die BG ETEM ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund vier Millionen Beschäftigte in gut 200.000 Mitgliedsbetrieben. Sie kümmert sich um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Mitgliedsbetrieben sowie um Rehabilitation und Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Für ihre Mitgliedsunternehmen übernimmt die BG ETEM die Haftung für die gesundheitlichen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gegenüber den Beschäftigten und stellt diese auch untereinander von der Haftung frei.
Pressekontakt:
Christian Sprotte
Pressesprecher
Telefon: +49 221 3778-5521 (Zentrale: - 0)
Telefax: +49 221 3778-25521
Mobil: +49 175 260 73 90
E-Mail: sprotte.christian@bgetem.de
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Hauptverwaltung
Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
www.bgetem.de
Original-Content von: BG ETEM - Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.02.2026 - 09:41 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2230339
Anzahl Zeichen: 5437
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Köln
Kategorie:
Arbeit
Diese Pressemitteilung wurde bisher 151 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Sicherheitsbeauftragte: Kommunikation ist entscheidend für ihre Wirksamkeit"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BG ETEM - Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Künstliche Intelligenz kann Unternehmen dabei helfen, Gefährdungen schneller zu erkennen, Unterweisungen zu verbessern und Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Fachwissen und menschliches Urteilsvermögen bleiben dabei unverzichtbar, betont die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeug
Beitragsfuß sinkt erneut / Mitgliedsunternehmen der BG ETEM zahlen weniger ...
Der Vorstand der BG ETEM hat in seiner Sitzung am 13. Mai den Beitragsfuß von 2,80 auf 2,77 gesenkt. Damit sinkt der durchschnittliche Beitrag der Betriebe von 77 auf 76 Cent je 100 Euro von dem Betrieb an die Beschäftigten gezahlter Lohnsumme. "Wir können den Beitrag zum fünften Mal in F
Inklusion im Betrieb / Fachkräfte halten und Vielfalt nutzen ...
Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen bringen Erfahrung, Fachwissen und Perspektiven in Unternehmen ein. Damit Inklusion im Arbeitsalltag gelingt, braucht es passende Rahmenbedingungen, Offenheit und individuelle Lösungen. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro
Weitere Mitteilungen von BG ETEM - Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Empfehlenswerter Arbeitgeber: Vereinigte Lohnsteuerhilfe gleich doppelt ausgezeichnet ...
Zwei Auszeichnungen für die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH): Zum wiederholten Mal ist der größte Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands gleich doppelt geehrt worden: vom Deutschen Innovationsinstitut als "Arbeitgeber der Zukunft" sowie von der Online-Bewertungsplattform Kununu als &q
Nicht die Mitarbeiter machen die Wirtschaft krank / Die Trendstudie Mittelstand zeigt: 70 Prozent der Führung verpuffen aufgrund von Entscheidungslosigkeit und die Mitarbeiter zahlen den Preis ...
Viele Unternehmen erleben derzeit ein Paradoxon: Voll besetzte Teams, hohe Belastung - aber zu wenig wirtschaftliche Wirkung. Gleichzeitig prägen steigende Krankenstände und Debatten über sinkende Leistungsbereitschaft die öffentliche Diskussion. Eine neue Trendstudie ordnet diese Entwicklung ne
Schnellzugang zu systematischem Vereinbarkeits- und Vielfaltsmanagement: Monatliche Online-Infoveranstaltungen der berufundfamilie ...
Die berufundfamilie Service GmbH bietet einmal im Monat jeweils eine Web-Session zur Vorstellung des audit berufundfamilie und zum Kennenlernen des audit beruf&vielfalt an. Die auf eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung zurückgehende berufundfamilie unterstützt seit über 25 Jahre
Unflexible Arbeitsgesetze, steigende Beiträge – wie unser System die Fleißigen ausbremst ...
Wer täglich mehr gibt als verlangt wird, merkt zuerst: Überstunden stapeln sich, Verantwortung wächst, aber das System geht nicht mit. Wer flexibel arbeiten möchte, bekommt gesetzliche Grenzen vor die Nase gesetzt. Wer mehr verdient, zahlt immer höhere Beiträge, ohne je das Gefühl zu haben, d




