Mehr Kameras in Berlin? Experte verrät, warum das nicht reichen kann

Mehr Kameras in Berlin? Experte verrät, warum das nicht reichen kann

ID: 2230831

(ots) - Franziska Giffey will die Hauptstadt mit Kameraüberwachung vor weiteren Anschlägen auf die kritische Infrastruktur schützen. Dazu sollen auch KI-Auswertungen und Überwachung im öffentlichen Raum stattfinden. Doch ist das so einfach möglich und wie schnell kann eine solche Mammutaufgabe in die Tat umgesetzt werden?

Alle Kabel des Berliner Stromnetzes zu überwachen ist illusorisch – wir reden bei 35.000 km an Kabeln über mehr als 100.000 Kameras. Was man aber machen kann: Kritische Punkte überwachen, was aktuell auch viele Städte bereits tun – und damit bereits Anschläge verhindern. Experten empfehlen dazu mobile Überwachungsgeräte: Keine Planung, keine Genehmigung, einfach aufstellen. Wie genau ein solches Konzept aussehen kann, welche Technik und KI es braucht und wo diese Systeme bereits heute Anschläge verhindern, erklärt dieser Beitrag.

Warum flächendeckende Kameraüberwachung nicht funktioniert

In der öffentlichen Debatte wird häufig so argumentiert, als ließe sich das Stromnetz einfach „abfilmen“. Diese Vorstellung greift jedoch zu kurz. Der überwiegende Teil der Berliner Strominfrastruktur liegt unterirdisch. Ohne Sichtlinie ist Kameraüberwachung technisch wirkungslos, unabhängig von Anzahl oder Qualität der eingesetzten Systeme.

Selbst bei sichtbaren Abschnitten geraten flächendeckende Konzepte schnell in unrealistische Dimensionen. Würde man rein rechnerisch alle 300 Meter eine Kamera installieren, ergäben sich rund 120.000 Systeme. Hinzu kämen Stromversorgung, Datenanbindung, Wartung und ein dauerhafter Betrieb. Das ist organisatorisch, finanziell und logistisch nicht möglich.

Der eigentliche Denkfehler liegt jedoch tiefer: Mehr Kameras bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit. Videoüberwachung entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie Teil eines klar priorisierten Gesamtkonzepts ist – mit definierten Schutzobjekten, schneller Alarmierung, funktionierender Reaktionskette und rechtssicherer Umsetzung.



Kritische Punkte statt großer Flächen

Statt ganze Stadtgebiete zu überwachen, setzen Fachleute auf einen risikobasierten Ansatz. Geschützt werden gezielt jene Orte, an denen ein Angriff realistisch ist und gleichzeitig hohe Auswirkungen hätte.

Beim Stromnetz betrifft das vor allem Zugangs- und Knotenpunkte wie Umspannwerke, Netzknoten und Netzstationen. Auch überirdische Engstellen – etwa Kabelbrücken oder Querungen – gelten als besonders sensibel, da sie physisch erreichbar sind und im Schadensfall große Teile des Netzes betreffen können. Bau- und Reparaturstellen erhöhen die Verwundbarkeit zusätzlich, ebenso Schächte, Technikcontainer oder Übergabepunkte.

In der Praxis erfolgt die Priorisierung nach drei Kriterien: Welche Konsequenzen hätte ein Ausfall? Wie leicht ist der Zugriff möglich? Und wie attraktiv ist der Ort aus Tätersicht? Dieser Fokus ist deutlich effizienter als ein flächendeckender Ansatz.

Mobile Videoüberwachung als praxisnahe Lösung

Ein zentrales Problem klassischer Überwachung ist der Zeitbedarf. Feste Kameras erfordern Planung, Tiefbau, Anschlüsse und Genehmigungen – Prozesse, die gerade im öffentlichen Raum lange dauern.

Mobile Videoüberwachungssysteme schließen genau diese Lücke. Sie lassen sich kurzfristig an neuralgischen Punkten einsetzen, etwa nach konkreten Vorfällen, während Bauarbeiten oder bei erhöhter Bedrohungslage. Solche Systeme sind in Deutschland bereits fester Bestandteil polizeilicher Einsatzkonzepte und haben sich als flexible Schutzmaßnahme bewährt.

Entscheidend ist dabei nicht die bloße Aufzeichnung, sondern die Kombination aus Abschreckung, Lageübersicht und schneller Reaktionsfähigkeit. Mobile Systeme lassen sich verlagern, anpassen und gezielt dort einsetzen, wo Schutz aktuell benötigt wird. Das erschwert planbare Angriffe erheblich. In der Praxis kommen hierfür mobile Videosysteme wie LivEye zum Einsatz, die genau für solche temporären Schutzszenarien entwickelt wurden.

KI als Unterstützung mit klaren Grenzen

KI-gestützte Videoanalyse hilft vor allem bei der Auswertung großer Datenmengen. Sie kann auffällige Muster markieren, etwa unbefugtes Betreten, ungewöhnlich langes Verweilen oder Bewegungen in Sperrzonen. Damit reduziert sie den manuellen Aufwand und ermöglicht eine schnellere Reaktion.

Gleichzeitig bleibt KI ein unterstützendes Werkzeug. Sie erkennt Indizien, aber keine Absichten, und ersetzt weder menschliche Bewertung noch Eingreifen. Ohne saubere Parametrierung entstehen Fehlalarme, weshalb ein „Human-in-the-loop“ in der Praxis unverzichtbar ist. Rechtlich besonders sensibel sind biometrische Anwendungen im öffentlichen Raum, die durch den EU-AI-Act eng begrenzt werden.

Ein realistisches Bild liefert die Arbeit der Bundespolizei, die KI an Bahnhöfen als Filter und Frühwarnsystem erprobt – nicht als automatisierte Entscheidungsinstanz.

Was Berlin daraus lernen kann

Andere Städte zeigen, dass solche Konzepte funktionieren, wenn Technik, Rechtsrahmen und Organisation zusammenspielen. Frankfurt setzt KI-gestützte Videoauswertung auf klarer gesetzlicher Grundlage ein. Mobile Videobeobachtung ist bei vielen Polizeibehörden etabliert und überzeugt vor allem durch Tempo und Flexibilität.

Auch Berlin hat einen eigenen Lernfall. Berichten zufolge waren große Teile der oberirdischen Infrastruktur überwacht, während ein Abschnitt auf öffentlichem Gelände aus Datenschutzgründen ausgespart blieb – genau dort kam es zum Angriff. Der Engpass lag somit nicht in fehlender Technik, sondern in der rechtssicheren Umsetzung an den tatsächlich kritischen Stellen.

Fazit: Berlin braucht keine Kameraüberwachung „in die Fläche“. Entscheidend ist ein priorisiertes Schutzkonzept für kritische Punkte – kombiniert aus physischer Sicherung, mobiler Videoüberwachung, KI-gestützter Ereigniserkennung und einer klar definierten Reaktionskette. Mobile Systeme, wie sie etwa von Anbietern wie LivEye bereitgestellt werden, zeigen, dass dieser Ansatz technisch ausgereift und praktisch umsetzbar ist.

Über LivEye

Die LivEye GmbH bietet seit 2018 mobile Videoüberwachungssysteme in ganz Europa. Das Full-Service-Konzept mit moderner Kameratechnik, KI-gestützter Anomalieerkennung und 24/7-Leitstelle richtet sich an Kunden vom Gewerbebetrieb bis zum Kraftwerk. Mit über 2.000 Systemen und rund 140 Mitarbeitenden zählt LivEye zu den führenden Anbietern mobiler Videoüberwachung in Europa. Weitere Infos liefern www.liveye.com und www.nstr.security.

Pressekontakt:

Christine Mildenberger
LivEye GmbH
Europa-Allee 56b
D-54343 Föhren bei Trier
presse@liveye.com


Original-Content von: LivEye GmbH, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Vertriebsqualität ist kein Zufall: Zehra Serdar und Laura Loos von der D2D Masterclass verraten, warum fehlende Standards im D2D-Vertrieb erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen können FIX&FLIP PrivateClass Mastermind in Bremen: High-Level-Strategien für skalierbaren Immobilienhandel
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.02.2026 - 14:38 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2230831
Anzahl Zeichen: 7073

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Föhren



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 227 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mehr Kameras in Berlin? Experte verrät, warum das nicht reichen kann"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

LivEye GmbH (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Drohnenabwehr hautnah erleben: LivEye eröffnet neues Drohnen-Kompetenzzentrum in Landscheid ...
Mit einem neuen Drohnen-Kompetenzzentrum in der Target World Landscheid bei Trier baut die LivEye GmbH ihr Engagement im Bereich Drohnendetektion und Drohnenabwehr weiter aus. Im Rahmen von Pressetagen am 7. und 8. Juli 2026 erhalten Medienvertreter erstmals Einblicke in die neue Trainings- und Demo

LivEye auf der Intersolar Europe 2026: Intelligente Sicherheit für Solarparks ...
An Stand A3.119 präsentiert LivEye die Überwachungslösungen LivEye ProSolar und NSTR.security Vom 23. bis 25. Juni 2026 wird München mit der Intersolar Europe erneut zum internationalen Treffpunkt der Solarbranche. Auf der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft präsentiert LivE

Akzeptanzproblem Videoüberwachung: Wie man Sicherheit erhöht, ohne die Stadt in einen Überwachungsraum zu verwandeln ...
Wenn es dunkel wird, fühlen sich viele Innenstädte anders an. Vandalismus in Parks, Einbrüche in Gewerbegebiete, Unsicherheit auf öffentlichen Plätzen – Kommunen stehen zunehmend unter Druck, sichtbare Lösungen zu präsentieren. Die Politik reagiert, und oft heißt die Antwort: mehr Kameras.


Weitere Mitteilungen von LivEye GmbH


FIX&FLIP PrivateClass Mastermind in Bremen: High-Level-Strategien für skalierbaren Immobilienhandel ...
Am 07. Februar 2026 fand in Bremen die exklusive „FIX&FLIP PrivateClass Mastermind – Problem & Solution Workshop“ unter der Leitung von Oliver Fischer statt. Das Event richtete sich an erfahrene Teilnehmer der PrivateClass Mastermind und brachte engagierte Immobilieninvestoren, unterne

Vom Dach ins Depot: Warum Solarinvestments für viele Anleger plötzlich interessant sind ...
Photovoltaik galt lange vor allem als Thema für Eigenheimbesitzer und Unternehmen mit großen Dachflächen. Inzwischen entdecken jedoch auch Kapitalanleger die Solarbranche als Investmentfeld. Steigende Energiepreise, politische Rahmenbedingungen und neue Beteiligungsmodelle sorgen dafür, dass Sol

ARAG Recht schnell... ...
+++ Wer zu lange parkt, darf abgeschleppt werden +++ Wer auf einem gebührenpflichtigen privaten Parkplatz länger stehen bleibt als bezahlt wurde, kann sofort abgeschleppt werden. Dies hat nach Auskunft der ARAG Experten der Bundesgerichtshof klargestellt. Der Fahrzeughalter begehe im vorliegenden

Krise um Vetternwirtschaft: AfD Sachsen-Anhalt akzeptiert Vermittler aus Berlin ...
Der wegen Vorwürfen zu Vetternwirtschaft bundesweit in der Kritik stehende AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt will seine Krise mit Hilfe eines externen Vermittlers lösen. Der nordrhein-westfälische AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk sagte der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Do


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z