Vertrauen in politische Institutionen hängt mit dem Gefühl gesellschaftlichen Eingebundenseins zus

Vertrauen in politische Institutionen hängt mit dem Gefühl gesellschaftlichen Eingebundenseins zusammen

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(ots) - Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Alterssurveys zeigt, wie stark das Vertrauen in politische Institutionen und Akteure ausgeprägt ist. Die Analysen erfolgten vor der Überlegung, dass grundlegendes Vertrauen in politische Institutionen und Akteure gerade in Krisenzeiten notwendig ist. Denn Folgen dieser Krisen, wie Inflation oder Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen oder energiesparendes Verhalten werden eher von Menschen mitgetragen, die grundlegend in politische und ausführende Institutionen vertrauen.

Insgesamt zeigt sich, dass die meisten Menschen in der zweiten Lebenshälfte der Polizei, der Wissenschaft und der Justiz bzw. den Gerichten vertrauen (Anteile zwischen 79 und 89 Prozent). Deutlich weniger Menschen vertrauen den primär politischen Institutionen wie Bundestag, Bundesregierung, Parteien und Europäische Union, ebenso den Medien (22 bis 40 Prozent).

Die Ergebnisse auf Basis von Daten aus dem Winter 2023/2024 zeigen eine ähnliche Rangfolge politischer Institutionen und Akteure wie ältere Analysen. Die Erstautorin Lisa J. Klasen erläutert: "Dass sich diese Rangfolge des Vertrauens trotz verschiedenster Krisen nicht verändert hat, liegt vermutlich daran, dass die jeweils zugeschriebenen Eigenschaften, wie beispielsweise Neutralität, relativ stabil geblieben sind. Ob das Vertrauen generell ab- oder zugenommen hat, konnten wir nicht untersuchen, da wir nur Daten für einen Zeitpunkt zur Verfügung hatten."

Zudem stechen die Zusammenhänge zwischen wahrgenommener sozialer Exklusion, also dem Gefühl gesellschaftlich ausgeschlossen zu sein, und politischem Vertrauen hervor. Menschen ab 43 Jahren, die sich sozial ausgeschlossen fühlen, zeigen deutlich weniger Vertrauen in politische Institutionen und Akteure. Die Unterschiede variierten je nach Institution oder Akteur zwischen rund 12 und 28 Prozentpunkten.

Angesichts dieses Zusammenhangs zwischen wahrgenommener sozialer Exklusion und politischem Vertrauen sollte in Politik und Gesellschaft ein stärkeres Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass das Empfinden sozialer Ausgrenzung ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem darstellt, das langfristig auch die Stabilität demokratischer Strukturen beeinträchtigen kann.



Lisa Klasen erläutert: "Allgemein gilt: Politisches Vertrauen ist wichtig für eine funktionierende Demokratie. Ohne Vertrauen werden politische Prozesse erschwert. Gleichzeitig entsteht Vertrauen nicht von selbst. Es lässt sich nicht einfach herstellen oder verordnen, sondern wächst über längere Zeit. Es hängt zum Beispiel davon ab, ob Menschen die Arbeit politischer Institutionen und Akteure als gut und fair bewerten. Außerdem spielt es eine Rolle, ob sie das Gefühl haben, grundlegende Werte und Normen mit ihnen zu teilen."

Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in: Klasen, L. J., Kelle, N., Bünning, M. & Keller, N. (2026). Politisches Vertrauen und wahrgenommene soziale Exklusion in der zweiten Lebenshälfte [DZA Aktuell 01/2026]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/hw6c-hh79

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit beinahe drei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Die Analysen beruhen auf der DEAS-CoESI-Zusatzbefragung, die im Winter 2023/24 im Rahmen des Projekts CoESI "Folgen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung sozialer Integration" durchgeführt und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wurde.

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Stefanie Hartmann
Deutsches Zentrum für Altersfragen
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Datum: 16.02.2026 - 08:47 Uhr
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