Coface Risk Review: Moment der Wahrheit für die Weltwirtschaft? / Risikoeinschätzung für sieben Länder angepasst
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(ots) - Die Lage der globalen Wirtschaft ist zu Jahresbeginn von regionalen Unterschieden geprägt. Der internationale Kreditversicherer Coface erwartet für 2026 ein globales Wachstum von +2,6%, ein leichter Rückgang gegenüber +2,8% im Jahr 2025. Diese Prognose steht im Kontext eines weiterhin anspruchsvollen internationalen Umfelds, das durch anhaltende geopolitische Spannungen, finanzielle Risiken und zunehmende soziale Unruhen geprägt ist. Gleichzeitig hat Coface die Risikobewertung für insgesamt sieben Länder angepasst und unter anderem die Einschätzungen für Polen, Schweden und Chile verbessert.
"Rückblickend hat das Jahr 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie widerstandsfähig die Globalisierung trotz zahlreicher Schocks bleibt. Zwar prägten politische und wirtschaftliche Verwerfungen das Jahr, dennoch entwickelte sich die Weltwirtschaft im Einklang mit der ursprünglichen Prognose von 2,8 Prozent Wachstum", sagt Coface-Volkswirt Markus Kuger. Entscheidend dafür war, dass die tatsächlichen wirtschaftlichen Belastungen geringer ausfielen als die vorausgegangene Unsicherheit, insbesondere im Hinblick auf Zölle und Handelskonflikte. "Gleichzeitig unterstrich die hohe Anpassungsfähigkeit vieler Unternehmen, besonders der international ausgerichteten, die nach wie vor starke Dynamik globaler wirtschaftlicher Verflechtungen."
Das Jahr 2026 beginnt unter erheblichem Druck: Geopolitische Risiken haben sich durch Ereignisse in Lateinamerika, Iran und Grönland bereits materialisiert. Finanzielle Risiken verstärken sich angesichts hoher Schuldenniveaus und angespannten Kapitalmärkten in einem Umfeld, das weiterhin durch hohe Zinsen geprägt ist. Hinzu kommen makroökonomische Risiken, die aus der unberechenbaren Wirtschaftspolitik der USA und der Gefahr neuer Handelskonflikte resultieren. Auch soziale Spannungen nehmen in vielen Ländern, besonders in Europa, zu und werden durch gesundheitliche und klimatische Risiken zusätzlich verschärft.
Globales Wachstum: langsamer, aber stabil
Trotz dieser Herausforderungen bleibt das globale Wirtschaftswachstum mit prognostizierten +2,6% insgesamt stabil, wenn auch mit deutlichen regionalen Unterschieden. In den USA wird für 2026 ein Wachstum von 2,2% erwartet, gestützt durch robuste Konsumausgaben und trotz des jüngsten Anstiegs der Unternehmensinsolvenzen. Die Eurozone dürfte ein Wachstum von rund 1% verzeichnen, getragen insbesondere vom deutschen Aufschwung infolge umfangreicher Investitionsprogramme, während Frankreich aufgrund seines weiterhin sehr hohen Haushaltsdefizits nur leicht zulegen wird. Auch in Mittel- und Osteuropa zeigt sich eine robuste Dynamik, angeführt von Polen mit einem erwarteten Wachstum von 3,8%. In Asien hingegen kühlt sich das Wachstum Chinas auf 4,4% ab und dämpft damit den regionalen Schwung, während Indien seine Rolle als einer der wichtigsten globalen Wachstumstreiber mit einem prognostizierten Plus von 6,1% bestätigt.
Die Entwicklung der Energiepreise dürfte im Jahresverlauf für zusätzliche Entlastung sorgen. "Coface erwartet, dass der Ölpreis von durchschnittlich 68 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2025 auf etwa 60 US-Dollar sinkt. Diese Einschätzung basiert auf einer moderaten Nachfrageentwicklung und einer deutlichen Ausweitung des Angebots", sagt Markus Kuger. "Trotz möglicher geopolitischer Ausschläge dürften Energiepreise damit insgesamt neutral auf die Inflation wirken, die in vielen Regionen weiter nachgibt."
Länderrisiken: 6 Aufwertungen, 1 Abwertung
Im Bereich der Länderrisiken hat Coface insgesamt sieben Anpassungen vorgenommen, darunter sechs Aufwertungen. Das Länderrisiko beschreibt das allgemeine Umfeld eines Landes, um lokale Kreditrisiken zu bewerten und einordnen zu können. Chile wurde aufgrund deutlich steigender Investitionen im Kupfer- und Energiesektor sowie eines stabilen institutionellen Rahmens von A4 auf A3 hochgestuft. Polen verbessert sich ebenfalls von A4 auf A3, getragen durch ein hohes Investitionstempo infolge umfangreicher EU-Mittel und eine anhaltend robuste Konsumnachfrage. Schweden wird von A3 auf A2 angehoben, da eine widerstandsfähige private Nachfrage, ein sich erholender Arbeitsmarkt und eine expansive Fiskalpolitik das Land stabilisieren. Auch Zypern wurde angesichts eines Rekordjahres im Tourismus und hoher Investitionsimpulse aus europäischen Förderprogrammen von A4 auf A3 hochgestuft. Barbados erreichte eine Verbesserung des Länderrisikos von C auf B, nachdem eine konsequente fiskalische Konsolidierung und sinkende Staatsverschuldung das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung gestärkt hatten. Ecuador wurde von D auf C angehoben, nachdem das Land sich nach der schweren Energiekrise 2024 stabilisiert und umfassende Reformen eingeleitet hat, die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstützt werden.
Die einzige Herabstufung im aktuellen Coface Risk Review erfährt der Senegal, der von B auf C zurückgesetzt wurde. Ausschlaggebend dafür sind erhebliche fiskalische Fehlentwicklungen und eine inzwischen als untragbar geltende Schuldenlast, die die laufenden Verhandlungen mit dem IWF deutlich erschweren.
Das ausführliche Risk Review und sämtliche Risikobewertungen auf einen Blick: www.coface.de
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Datum: 24.02.2026 - 14:28 Uhr
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