Deutschland investiert zu wenig in KI-Kompetenz: Neue Studie fordert industrielle Qualifzierungsoffensive / Allianz der Chancen sieht strukturelle Defizite bei KI-Weiterbildung
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(ots) - Deutschlands KI-Offensive droht an fehlender Qualifizierungsarchitektur zu scheitern. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Corporate AI-Learning", die die Amadeus Fire Group im Auftrag der Allianz der Chancen durchgeführt hat. Sie diagnostiziert ein strukturelles Missverhältnis zwischen Technologie-Investitionen und systematischer Kompetenzentwicklung - mit unmittelbaren Folgen für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des jüngsten Netzwerktreffens der Allianz der Chancen in Berlin vorgestellt, bei dem mehr als 100 Personalvorstände und HR-Verantwortliche über KI-Qualifizierung als Standortfaktor diskutierten.
Die Allianz der Chancen ist eine branchenübergreifende Initiative führender Unternehmen, die Impulse für Wettbewerbsfähigkeit und eine moderne Arbeitswelt in Deutschland setzt. Grundlage der Studie sind KI-gestützte Tiefeninterviews mit HR-Verantwortlichen aus Mitgliedsunternehmen verschiedener Branchen und Größenklassen.
Zwar sehen 91 Prozent der befragten Unternehmen KI als zentral für ihr Geschäftsmodell, 82 Prozent planen höhere Investitionen. Gleichzeitig investieren aber nur 25 Prozent in naher Zukunft substanziell in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Rund 80 Prozent können die Wirkung ihrer Qualifizierungsmaßnahmen nicht belastbar messen.
"Wir investieren Milliarden in KI-Technologie - aber ohne eine messbare und skalierbare Kompetenzstrategie bleiben Produktivitätseffekte Zufall", sagt Monika Wiederhold, Vorstand der Amadeus Fire Group und innerhalb der Allianz der Chancen verantwortlich für Corporate AI Learning. "Wenn Qualifizierung nicht systematisch organisiert wird, verliert der Wirtschaftsstandort an Wettbewerbsdynamik."
Strukturelle Defizite
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der KI-Nutzung zurück: 2025 nutzten lediglich 26 Prozent der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten entsprechende Technologien, bei Großunternehmen sind es 57 Prozent. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus von Pilotprojekten hin zur breiten Implementierung generativer und zunehmend autonomer KI-Systeme.
Damit steigen die Anforderungen an die Belegschaften erheblich. Mitarbeitende müssen KI-Anwendungen steuern, bewerten und in Prozesse integrieren. Tatsächlich haben bislang nur rund 20 Prozent der Berufstätigen in Deutschland eine KI-Schulung im Unter-nehmen erhalten. 70 Prozent berichten von keinem entsprechenden Angebot. In den Unternehmen selbst zeigen sich ähnliche Muster: Es fehlen verbindliche Kompetenzmodelle, Lernzeit und systematische Erfolgsmessung. Viele Initiativen bleiben im Pilotstatus.
Politische Handlungsfelder
An die Adresse von Politik und Verwaltung gerichtet, benennt die Studie im Rahmen eines Positionspapiers vier politische Handlungsfelder:
- Rechtssichere Experimentierräume für KI-Anwendungen
- Verbindliche Integration von KI-Kompetenzen in Ausbildung und Weiterbildung
- Steuerliche Anreize sowie kofinanzierte Programme insbesondere für den Mittelstand
- Beschleunigte Verfahren für risikoarme KI-Learning-Anwendungen
Praxisleitfaden für die Umsetzung
Über die Problemanalyse hinaus legen die Macher der Untersuchung einen begleitenden Praxisleitfaden vor, der auch als Bauplan für Corporate AI Learning verstanden werden kann. Er beschreibt, wie Unternehmen KI-Qualifizierung strategisch verankern und operationalisieren können. Ausgangspunkt ist nicht die Schulung selbst, sondern eine klare Priorisierung: Welche Geschäftsprozesse bieten das größte Produktivitätspotenzial? Welche Rollen benötigen vertiefte Kompetenzen? Wie lassen sich diese innerhalb eines definierten Zeitraums aufbauen?
Der Leitfaden skizziert zentrale Erfolgsfaktoren - von Führungsverankerung und Govenance über rollenspezifische Lernpfade bis zur unmittelbaren Integration von KI-Tools in den Arbeitsalltag. Besonderes Gewicht erhält die Wirkungsmessung: Erst wenn Nutzung und konkrete Zeitgewinne systematisch dokumentiert werden, entsteht ein belastbarer Business Case.
Methodischer Ansatz
Die Amadeus Fire Group setzte für die Untersuchung auf einen "Agentic Action Research"-Ansatz. Ein KI-Agent führte adaptive Tiefeninterviews mit HR-Verantwortlichen der Mitgliedsunternehmen. Die Ergebnisse wurden durch Fach- und Wissenschaftsexperten validiert ("Human-in-the-Scientific-Loop") und mit internationalen Adoptionsdaten abgeglichen. Zum Einsatz kam die Technologie der Amadeus Fire-Tochter eduBITES.
Die vollständigen Studienergebnisse mit Positionspapier und Praxisleitfaden finden Sie HIER (https://group.amadeus-fire.de/corporate-ai-learning/).
Über Amadeus Fire
Die börsennotierte Amadeus Fire Group (ISIN: DE0005093108, Prime Standard) mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist einer der führenden Anbieter für Personaldienstleistungen und berufliche Weiterbildung in Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf der Vermittlung spezialisierter Fach- und Führungskräfte sowie auf der Aus- und Weiterbildung im kauf-männischen und im IT-Bereich. Zeitarbeit, Personalvermittlung, Interim- und Projektmanagement zählen zu den angebotenen Dienstleistungen im Segment Personaldienstleistungen sowie geförderte, praxisorientierte Schulungen für Privatpersonen und Unternehmen im Segment der Weiterbildung.
Weitere Infos zur Amadeus Fire Group unter: https://group.amadeus-fire.de/
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KC3 Köpers Corporate & Crisis Communications GmbH
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Datum: 09.03.2026 - 12:00 Uhr
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