Afghanistan: 68.000 Kinder im Osten des Landes vertrieben

Afghanistan: 68.000 Kinder im Osten des Landes vertrieben

ID: 2237128

(ots) -
- Hilfsorganisationen müssen Arbeit in umkämpfter Region vorübergehend unterbrechen
- Viele Familien nach Erdbeben vom vergangenen Jahr erneut auf der Flucht
- Save the Children weitet Nothilfe für Vertriebene aus

Im Osten Afghanistans sind aufgrund des bewaffneten Konflikts mit Pakistan rund 68.000 Kinder vertrieben worden. Die Kämpfe beeinträchtigen die Arbeit von Hilfsorganisationen in einer Region, in der Überlebende des schweren Erdbebens von 2025 auf lebenswichtige Unterstützung angewiesen sind. Auch Save the Children musste Programme in den Bereichen Bildung, Kinderschutz, Gesundheit und Ernährung vorübergehend unterbrechen. Die Kinderrechtsorganisation leistet derzeit mit Hochdruck Nothilfe für vertriebene Familien.

Das Welternährungsprogramm (WFP) musste in dem umkämpften Gebiet seine Lebensmittelverteilung einstellen. Betroffen sind davon rund 160.000 Menschen (https://www.wfp.org/news/wfp-warns-deepening-crisis-afghanistan-insecurity-flares-eastern-southern-and-western-border). Auch Schulen, temporäre Lernräume sowie Schutz- und Spielräume mussten schließen. Rund 8.000 Kinder in Programmen von Save the Children und Partnerorganisationen verlieren dadurch die Möglichkeit, zur Schule zu gehen und geschützt zu sein oder psychosoziale Unterstützung zu erhalten. Insgesamt sind von der Unterbrechung der Arbeit von Save the Children in der Region rund 134.000 Menschen betroffen.

"Zehntausende Kinder haben alles verloren, was ihnen Stabilität und Sicherheit gab. Sie wurden aus ihren Häusern vertrieben, von Bildung und Gesundheitsversorgung abgeschnitten und ihrer Schutzmöglichkeiten beraubt", sagt Arshad Malik, Regionaldirektor für Asien bei Save the Children. "Der Konflikt hat verheerende Folgen für Kinder und ihre Familien, von denen viele schon vorher auf humanitäre Hilfe angewiesen waren. Um das Leben der Kinder zu schützen, muss die Gewalt beendet werden."

Eines dieser Kinder ist der 13-jährige Ali*, der eine Schule und eine Betreuungseinrichtung von Save the Children besuchte, bevor die Familie aus ihrem Haus floh und fast alles zurückließ. Jetzt lebt die Familie mit Verwandten in einem einzigen Zimmer. Alis Vater Nasim*berichtet: "Wenn die Kinder das Haus verlassen, habe ich große Angst, dass sie von einer Kugel getroffen werden." Die Situation sei sehr schwierig. "Wenn wir etwas zu essen finden, essen wir, sonst schlafen wir mit leerem Magen."



Seit dem 26. Februar wurden nach UN-Angaben in Afghanistan rund 56 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt, darunter überwiegend Frauen und Kinder (Angaben vom 9. März). Die Kämpfe haben viele Menschen, die bereits durch das Erdbeben ihre Häuser verloren hatten, erneut vertrieben. Sechs Monate nach der Katastrophe haben noch immer rund 49.000 Menschen kein neues Zuhause.

Save the Children leistet Nothilfe für die Vertriebenen und hat bisher mehr als 6.000 Menschen medizinisch versorgt. Drei mobile Gesundheitsteams sind im Einsatz, etwa 450 Kinder wurden bereits psychosozial betreut und rund 350 Familien mit Bargeldhilfen unterstützt. Die Kinderrechtsorganisation bereitet gemeinsam mit ihren Partnern die Ausweitung der Nothilfe in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kinderschutz, Ernährung sowie Wasser und Sanitärversorgung vor.

Save the Children ist seit 1976 in Afghanistan tätig und unterstützt Kinder und ihre Familien in neun Provinzen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Kinderschutz, Unterkunft, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung sowie Hilfe zum Lebensunterhalt. Gemeinsam mit Partnern arbeitet die Organisation in weiteren elf Provinzen.

* Name zum Schutz geändert

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Susanne Sawadogo
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 120
Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de


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Datum: 11.03.2026 - 12:37 Uhr
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