BVR-Studie "Regionen 2035 - Wohnimmobilien": Preise driften auseinander

BVR-Studie "Regionen 2035 - Wohnimmobilien": Preise driften auseinander

ID: 2238616

(ots) -
- Bundesweiter Quadratmeterpreis steigt bis 2035 im Schnitt auf etwa 4.092 Euro - inflationsbereinigt 1,1 Prozent pro Jahr
- Wohnimmobilienpreise entwickeln sich stark unterschiedlich: In einigen Regionen sinken sie pro Jahr um ca. 4 Prozent, in anderen steigen sie ähnlich stark
- BVR-Präsidentin Kolak: Wohnraum in Ballungszentren muss erschwinglicher werden
- Preisampel macht Unterschiede für alle Landkreise sichtbar

Die Wohnimmobilienpreise in Deutschland entwickeln sich zunehmend in gegensätzliche Richtungen. Während in Metropolräumen und wirtschaftsstarken Regionen - insbesondere in Süddeutschland und im Raum Berlin - bis 2035 weiter steigende Preise zu erwarten sind, zeichnen sich an vielen anderen Orten stagnierende oder rückläufige Entwicklungen ab. Das geht aus Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hervor, mit dem der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) eine Studienreihe durchführt. Analysiert wurden alle rund 400 Landkreise und kreisfreien Städte.

Bundesweit steigt der mittlere Quadratmeterpreis für Wohnimmobilien von rund 3.024 Euro im Jahr 2025 auf etwa 4.092 Euro im Jahr 2035. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von rund 1,1 Prozent (inflationsbereinigt). Im Jahr 2027 werden die Wohnimmobilienpreise wieder das Niveau von 2022 erreichen - das letzte Zwischenhoch.

"Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland driftet zunehmend auseinander", sagt BVR-Präsidentin Marija Kolak. "Unsere Ergebnisse machen sichtbar, wo Nachfrage und Wertentwicklung tragfähig bleiben und wo sich Märkte neu ausrichten müssen. Wer nur auf Bundesdurchschnitte schaut, übersieht diese Unterschiede und damit auch den Handlungsbedarf für Finanzierung, Vermögensbildung und regionale Stabilität."

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die höchsten Preissteigerungen bis 2035 zeigen sich in Berlin mit durchschnittlich 2,4 Prozent pro Jahr, gefolgt von Bremen (1,8 Prozent), Brandenburg (1,6 Prozent) und Bayern (1,3 Prozent). In Rheinland-Pfalz, Sachsen und Nordrhein-Westfalen kann hingegen nahezu von Stagnation gesprochen werden. Rückläufige Preisentwicklungen ergeben sich vor allem im Saarland, in Sachsen-Anhalt und in Thüringen. Die Ursachen sind dort vor allem demografische Schrumpfung, Alterung und damit eine schwächere Nachfragebasis.



"Auch Bundesländer mit rückläufigen Immobilienpreisen sind keine homogenen Räume", betont Kolak. "Innerhalb der Länder gibt es weiterhin einzelne stabile oder wachsende Märkte. Den entscheidenden Unterschied machen wirtschaftliche Verflechtungen, Arbeitsmärkte und die demografische Perspektive."

Eine Sonderrolle nehmen die Metropolen ein. Die sieben größten Städte weisen bis 2035 mit durchschnittlich gut 2 Prozent pro Jahr die höchste Preisdynamik auf. Auch ihr Umland entwickelt sich spürbar dynamischer als die restlichen Großstädte. Diese haben mit einem mittleren Wachstum von rund 0,4 Prozent pro Jahr keine starke Dynamik. In zahlreichen ländlichen und peripheren Regionen stagnieren oder sinken die Preise. Die kreisscharfe Immobilienpreisampel von IW Köln und BVR verdichtet die Ergebnisse zu sechs Trendklassen von deutlichen Rückgängen bis zu deutlichem Wachstum.

Bauen vereinfachen, Verfahren beschleunigen, Wohneigentum fördern

Aus Sicht des BVR unterstreichen die Ergebnisse den Reformbedarf in der Wohnungspolitik. "Wohnraum ist in den Metropolregionen jetzt schon knapp und die Preise steigen weiter. Damit die Menschen hier eine Perspektive für die eigenen vier Wände bekommen, braucht es vor allem mehr Angebot", so Kolak. Hierfür seien Politik und Verwaltung auf allen Ebenen gefordert: "Um Verfahren zu beschleunigen, Standards zu senken sowie anzugleichen und um die Grunderwerbsteuer zu reformieren, braucht es Bund, Länder und Kommunen. Zugleich dürfen strukturschwache Regionen nicht aus dem Blick geraten." In Regionen mit schrumpfender Bevölkerung solle der Fokus auf dem Erhalt, der Modernisierung und der Wiederbelebung des Bestands liegen, so Kolak weiter.

Zur Studie - Datenset steht zur Verfügung

Die Immobilienpreisprognose ist Teil der Studienreihe "Regionen 2035", in der der BVR gemeinsam mit dem IW Köln regionale Entwicklungen in Deutschland analysiert. Die Prognose kombiniert datengetriebene Machine-Learning-Modelle zur Abbildung kurzfristiger Marktdynamiken mit einer langfristigen strukturellen Trendkomponente. Neben Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern im Bestand wird auch deren Neubau mit in die Prognose einbezogen. Ziel ist eine robuste, realistische und regional differenzierte Einschätzung der Preisentwicklung von selbstgenutztem Wohneigentum in allen deutschen Kreisen und kreisfreien Städten bis 2035.

Der aktuelle Teil der BVR-Studie "Regionen 2035" zu Immobilienpreisen ist wie der bereits veröffentlichte zu "Demografie 2035" auf der Internetseite www.bvr.de unter Publikationen, Volkswirtschaft abrufbar.

Das vollständige Datenset erhalten Journalistinnen und Journalisten auf Anfrage unter presse@bvr.de.

Pressekontakt:

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
Telefon: (030) 20 21-13 00, presse@bvr.de, www.bvr.de


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